Ab wann ist etwas Rufmord? – Aufklärung

Wer etwas über andere Menschen erzählt, der lästert in erster Linie und redet hinter dem Rücken anderer. Aber das ist noch längst kein Rufmord. Rufmord beginnt da, wo auch der Ruf der betroffenen Person unter der Lästereien und Gerüchten leidet und ihr Leben maßgeblich schlecht beeinflusst.

Die Regelung im Strafgesetzbuch

Da Rufmord eine Straftat ist, finden sich die Rechtsgrundlagen hierzu im Strafgesetzbuch. Dort ist explizit beschrieben, was man unter Rufmord versteht und was den Straftatbestand ausmacht.

Demnach ist Rufmord dann als solcher anzusehen, wenn einer Person und ihrem Ansehen absichtlich in der Öffentlich geschadet wird. Das heißt: Die Öffentlichkeit spielt auch immer eine Rolle. Beispielsweise könnte das Arbeitsleben oder die Nachbarschaft nach dem Rufmord nun ein schlechtes Ansehen über das Opfer haben. Damit wäre die Umgebung und die Öffentlichkeit betroffen.

Lästereien und Gerüchte im Freundeskreis, die das Ansehen nicht betreffen und keine weiteren Auswirkungen haben, können nicht einfach so als Rufmord angesehen werden. Ist das Ansehen aber in der Schule ruiniert oder der Arbeitsplatz ernsthaft gefährdet, so ist dies eine Grundlage für eine Strafanzeige.

Ein Beispiel aus der Praxis

Innerhalb einer Firma wird schlecht über eine neue Kollegin gesprochen. Hinter ihrem Rücken erzählt ein männlicher Kollege, sie sei alkoholabhängig. Das Gerücht man die Runde und kommt auch beim direkten Vorgesetzten des Opfers an.

Dieser schließt aus diesen Gerüchten, dass das Opfer nicht als Führungskraft geeignet ist und schickt sie von nun an auch nicht mehr zu Kundenterminen.

Der Ruf des Opfers ist ruiniert und beeinflusst maßgeblich ihr Berufsleben. Dies muss das vermeintliche Opfer allerdings immer nachweisen und genau das ist auch die Schwierigkeit. Im oben genannten Beispiel wird der Chef wohl kaum zugeben, dass das Opfer aufgrund der Gerüchte benachteiligt behandelt wurde und stattdessen andere Gründe finden.

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Auch sind die Täter nur schwer dingfest zu machen. Das klappt nur dann gut, wenn handfeste beweise vorliegen, die dann auch im Falle einer Strafanzeige verwendet werden können.

Daher bleiben die meisten Täter ungestraft.

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert. Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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