Abitur & Wirtschaftsabitur – was ist der Unterschied? Aufklärung

Abitur & Wirtschaftsabitur

Vor dem Übergang in die Oberstufe stellt sich oft die Frage, ob ein normales Abitur oder ein Wirtschaftsabitur das Ziel sein soll. Viele Schüler/innen kennen den Unterschied zwischen den beiden Abiturformen jedoch nicht und entscheiden sich letztlich falsch. Aus diesem Grund sollen zur Klärung die Unterschiede zwischen allgemeinem und wirtschaftlichem Abitur in den folgenden Absätzen aufgeführt werden.

Abitur und Wirtschaftsabitur – was ist der Unterschied?

Abitur:

Beim klassischen Abitur sind verschiedene Schwerpunkte möglich, nämlich sprachliche, naturwissenschaftliche, künstlerische oder gesellschaftliche Profile. Der Schwerpunkt wird üblicherweise vor den Oberstufenjahren getroffen. Darüber hinaus gehören ergänzende Fächer wie beispielsweise Religion/Werte und Normen zum Oberstufenunterricht.

Leistungskurse:

  • Sprachliches Profil: (Fremd-)Sprachen und Deutsch
  • Naturwissenschaftliches Profil: Mathematik, Physik, Chemie und/oder Biologie, des Weiteren Informatik
  • Künstlerisches Profil: Kunst, Musik sowie darstellendes Spiel
  • Gesellschaftliches Profil: Geschichte und Politik

Neben den jeweiligen Leistungskursen werden Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau angewählt. Aus den Kombinationen setzen sich die späteren Abiturfächer zusammen. Während der Prüfungsphase wird für vier Kurse eine schriftliche Leistungsabfrage angesetzt. Für einen weiteren Grundkurs ist eine mündliche Prüfung vorgesehen. Das allgemeine Abitur berechtigt sowohl zu einem Studium an der Universität als auch an der Fachhochschule. Mit ihm werden die Jahre am allgemeinbildenden Gymnasium abgeschlossen.

Wirtschaftsabitur:

Für diese Variante des Abiturs ist der Wechsel ans Wirtschaftsgymnasium erforderlich.
Beim Wirtschaftsabitur liegt der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Themenbereichen. Darunter fallen Betriebswirtschaftslehre, Informationsverarbeitung, Rechnungswesen sowie Volkswirtschaft und Controlling. Diese Fächer bilden später die Leistungskurse in den Abiturjahren.

Zumeist werden BWL, Rechnungswesen und Controlling als ein Fach (BRC) unterrichtet. Für die Zulassung zum Wirtschaftsabitur muss BRC in jedem Fall als Leistungskurs angewählt werden. Parallel dazu gehören wie in regulären Gymnasien allgemeinbildende Fächer zum Stundenplan. Das Fach Informationsverarbeitung ist zudem mit Informatik vergleichbar. In jedem Bundesland gelten verschiedene Regeln für die wirtschaftlichen Gymnasien. Einzig die Schwerpunktfächer sind annähernd deckungsgleich.

Das Abitur am Wirtschaftsgymnasium besteht aus insgesamt drei (statt vier) schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Anders als an herkömmlichen Gymnasien dauert die Oberstufe am Wirtschaftsgymnasium nicht zwei, sondern drei Jahre an (Klasse 11 bis 13). Die Sekundarstufen I und II gibt es wiederum nicht, da die Schüler/innen nach der 10. Klasse vom allgemeinen auf das wirtschaftliche Gymnasium wechseln.

Der Übergang aufs Wirtschaftsgymnasium ist auch dann möglich, wenn in den Jahren zuvor die höhere Handelsschule besucht wurde. In diesem Fall steigen die Handelsschulabsolventen direkt in die Klasse 12 des wirtschaftlichen Gymnasiums ein.

Das Wirtschaftsabitur ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fachabitur. Mit einem Wirtschaftsabitur kann jeder Studiengang belegt werden, denn es wird an allen Hochschulen anerkannt. Ein Fachabitur ist hingegen themenspezifisch ausgelegt und ermöglicht nur ein Studium in bestimmten Fächern.

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