Abschreibungen in ReWe leicht erklärt + Beispiel, Formel & Definition

Grundlagen der Abschreibung

Als Abschreibungen wird der „Werteverzehr“ bzw. die Abnutzung eines Vermögensgegenstandes im Rechnungswesen bezeichnet. Damit werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von Anlagevermögen auf die Nutzungsjahre verteilt. Sie sind im § 253 HGB geregelt und mindern als Aufwand den Gewinn eines Unternehmens.
Dies soll an folgendem Beispiel erläutert werden:

Ein Unternehmen erwirbt eine Anlage in Höhe von 100.000€ und schätzt deren Nutzungsdauer auf 10 Jahre. Mit Hilfe eines Abschreibungsplans verteilt sich der „Werteverzehr“ beispielsweise linear auf die folgenden 10 Jahre. Dadurch entstehen jährlich gewinnmindernde Abschreibungen in Höhe von 2.000€.

Es wird weiterhin zwischen unterschiedlichen Abschreibungsmethoden unterschieden:

Des Weiteren existiert neben der genannten bilanziellen Abschreibung noch die kalkulatorische Abschreibung, die jedoch nur in der Kostenrechnung Anwendung findet.

Abschreibungen im Jahresabschluss

Die Gewinn- und Verlustrechnung weisen separate Abschreibungen auf.
Nach § 275 Abs. 2 HGB werden Abschreibungen im Gesamtkostenverfahren wie folgt ausgewiesen:

  • § 275 Abs. 2 Nr. 7 a HGB: Abschreibungen auf immaterielle Vermögengegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
  • § 275 Abs. 2 Nr. 12 HGB: Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Nach § 275 Abs. 3 HGB können im Umsatzkostenverfahren die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte nicht direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgelesen werden. Dies liegt daran, dass sie anteilig in den Herstellungskosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten sind. Abschreibungen können bei Kapitalgesellschaften dem Anlagengitter nach § 268 Abs. 2 HGB entnommen werden. § 275 Abs. 3 Nr. 11 HGB definiert Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens als eigenen Posten im Umsatzkostenverfahren.

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Außerplanmäßige Abschreibung

Aus dem Niederstwertprinzip resultieren die außerplanmäßigen Abschreibungen, die das Umlauf- und Anlagevermögen betreffen. Demgegenüber stehen die planmäßigen Abschreibungen, die sich auf die abnutzbaren Anlagevermögen beziehen.

Abschreibungen buchen

Abschreibungen werden direkt gegen das Anlagenkonto gebucht. Dies wird anhand des nächsten Beispiels verdeutlicht.

Eine Immobilie mit Anschaffungskosten in Höhe von 250.000€ wird linear über die nächsten 10 Nutzungsjahre abgeschrieben. Daraus ergibt sich der folgende jährliche Buchungssatz:

Abschreibungen auf Sachanlagen (GuV-Konto) 25.000€ an Immobilie (Bilanzkonto) 25.000€.

Bei der indirekten Abschreibung hingegen belässt man das Anlagekonto und stattdessen die Abschreibung auf ein passives Wertberichtigungskonto buchen. Obwohl ein derartiger Ausweis in der Bilanz als unzulässig gilt, können die kumulierten Abschreibungen dem Anlagenspiegel entnommen werden.

Zur Analyse der Abschreibungen eines Unternehmens lassen sich unterschiedliche Kennzahlen nutzen. Sie ermöglichen einen Vergleich mit anderen Unternehmen. Dafür eignen sich die Abschreibungsintensität, die Abschreibungsquote und der Anlagenabnutzungsgrad.

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