Adverse Selektion in VWL – Definition & Erklärung

Die adverse Selektion bezeichnet ein Zustandekommen eines Vertrags zweier Partner, bei denen der eine bestimmte, für den Vertrag relevante, Informationen nicht kannte.

Beispiel der adversen Selektion

Eine Firma bietet einem Kunden eine zusätzliche Krankenversicherung an, kennt jedoch nicht den genauen Gesundheitszustandes der Person. In solch einem Fall berechnen die Versicherungen einen Standarttarif, der so hoch ist, dass die Versicherung im Falle eines sofortigen Krankheitsfalls finanziell gut dar steht. Diese Versicherung wird häufig von bereits kranken Patienten gewählt. Dadurch handelt es sich bei dem Patienten um einen für die Versicherung ,,schlechten“ Vertragspartner.

Um sich abzusichern müssen die Versicherungen die Prämien entsprechend anheben und werden dadurch für ,,gute“ also sehr gesunde Patienten, unattraktiv. Es ist demnach wichtig, dass die Versicherung vorab einige Informationen Ihrer Kunden einholt, um die Prämien individuell zu gestalten.

Folgende Daten der Kunden werden eingeholt:

  • Informationen über Geschlecht, Alter, Beruf und Krankengeschichte
  • Selbsteinschätzung über mögliche Krankheit vom Kunden

Eine Pflichtversicherung wirkt einer adversen Selektion entgegen, da so alle Patienten gleich gestellt werden. Da nun auch die gesunden Kunden Prämien zahlen, können diese insgesamt geringer ausfallen.

Die adverse Selektion kann außer bei Versicherungen auch beispielsweise bei einer Bank auftreten. Hier liegt das Problem bei der Kreditvergabe und den Zinsen sowie der Höhe der monatlichen Tilgungsraten. Weiterhin sind adverse Selektionen auch auf der Arbeit zu sehen, wo es um die Wertung nach Qualifikation geht.

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