„Agnes“ von Peter Stamm – Inhaltsangabe / Zusammenfassung

Inhaltsangabe / Zusammenfassung von Agnes

Kurze Zusammenfassung:

Im 1998 von Peter Stamm erschienenem Roman „Agnes“ erzählt der Ich-Erzähler eine Liebesgeschichte, die sich zwischen dem Sachbuchautor aus der Schweiz und einer Doktorandin „Agnes“ ereignet hat. Die Liebesgeschichte zwischen dem 40-jährigen Autor und der 25 jährigen Agnes spielt dabei vor allem in Chicago und in einem nahe gelegenen Park. Dabei entwirft der Ich-Erzähler eine Geschichte in der Geschichte und verlangt von Agnes, dass sie seiner Fiktion folgt.

Die Geschichte beginnt damit, dass der Ich-Erzähler zum wiederholten mal ein Video von seiner Freundin „Agnes“ anschaut, welches sie während einer Wanderung im letzten Jahr gedreht hat. Dabei fängt der Ich-Erzähler mit dem Satz „Agnes ist tot“ an und beginnt die Ereignisse der letzten 9 Monate zu erzählen.

Er begegnet Agnes zum ersten Mal in der öffentlichen Bibliothek von Chicago, in der er nach Informationen über amerikanische Luxuseisenbahnen recherchiert und sie gleichzeitig an ihrer Dissertation über Symmetrien von Christallgittern schreibt. Von nun an redet er täglich mit Agnes, die sonst nur sehr wenige soziale Kontakte hat.

Nach einigen Wochen gehen die beiden zum ersten Mal gemeinsam in ein Restaurant, wobei vor dem Restaurant eine tote Frau liegt. Agnes spricht zum ersten Mal über Sterben und den Tod. Nach dem Besuch im Restaurant geht sie mit zu ihm nach Hause und sie hat zum ersten mal Sex.

Am nächsten Morgen verrät ihr der Ich Erzähler, dass er einst angefangen habe einen Roman zu schreiben, es aber sein gelassen hat, weil der Roman zu „künstlich“ war. Agnes gefällt allerdings der Anfang und sie ermuntert den Ich Erzähler weiter zu schreiben. Später verfasst Agnes selbst eine Kurzgeschichte aber der Ich-Erzähler weist sie schroff zurück und sie vernichtet ihre Kurzgeschichte wieder.

Agnes wünscht, dass der Ich-Erzähler eine Kurzgeschichte bzw. ein Portrait über sie schreibt. Daraufhin verfasst der Ich-Erzähler die Geschichte, wie sich die beiden in der Bibliothek begegnet sind. Agnes liest und kommentiert jeden Kapitel davon und es wird deutlich wie unterschiedlich die Wahrnehmung und die Gewichtung der beiden Personen ist.

Ende August kommt der Ich-Erzähler bei seiner Erzählung in der Gegenwart an und gleichzeitig verändert sich seine Beziehung zu Agnes. Auf der einen Seite ist sie ihm fremd und unbekannt. Auf der anderen Seite verlangt es ihn nach ihrer Nähe und er empfindet eine körperliche Nähe zu ihr. Während er sie aufmerksam betrachtet überholt der unbemerkt die Gegenwart und befindet sich nun in der Zukunft. Agnes wird nun zu seinem persönlichen Geschöpf. Er beschreibt nun Ereignisse in der Zukunft, die die beiden aber in der Gegenwart, wie nach einem Drehbuch, leben. Zum Beispiel zieht Agnes Ende September in die Wohnung des Ich-Erzählers ein oder trägt vorher vorgegeben Kleidungsstücke.

Im Oktober wandet das Paar gemeinsam durch einen Nationalpark. Es handelt sich um eine Zeltwanderung. Am ersten Abend wird Agnes kurz an einem See ohnmächtig. Am nächsten Tag führen die beiden Gespräche über Erfrierungstod, Einsamkeit und spurloses Verschwinden.

Als die beiden wieder zurück in Chicago sind schreibt der Ich-Erzähler weiter an der Geschichte mit Agnes. Dabei vermischen sich Realität mit seinen Tagträumen und seiner Fantasie. In seiner Fantasie lehnt Agnes seinen Heiratsantrag ab und deswegen ist er deprimiert. Er ist der Meinung, dass er Ihre Gefühle unbewusst erraten kann.

Während Agnes an Halloween am Festumzug der Universität teilnimmt, ist der Ich-Erzähler allein auf deiner Halloween Party. Hier lernt er Louise kennen, die aus beruflichen Gründen Zugang zu Informationen über Luxuseisenbahnwagen hat und ihm am Ende der Feier ihre Karte gibt.

Agnes wird nun schwanger und teilt es dem Ich-Erzähler mit. Dieser kann es nicht akzeptieren, weil Agnes in seiner eigenen Geschichte nicht schwanger wird. Daraufhin rät er ihr deswegen zur Abtreibung und verlässt das Haus. Agnes zieht anschließend aus seiner Wohnung aus und reagiert auf keinen seiner späteren Kontaktversuche. Der Ich Erzähler schreibt nun die Geschichte um und akzeptiert die Schwangerschaft von Agnes.

Der Ich-Erzähler lässt sich nun auf eine Affäre zu Louise ein, die unverbindlich ist. Gleichzeitig stellt er sich vor Vater zu sein. Er schreibt einen Brief an Agnes, in dem er seine Geschichte fortsetzt und dabei das geborene Kind Margaret nennt. Nachdem er erfährt, dass Agnes sehr krank ist zögert er einen Besuch hinaus, weil ihm seine Freiheit wichtiger ist als Glück.

Agnes bekommt eine Fehlgeburt und die Aussprache zwischen den beiden geschieht nur halbherzig, weil sie geschwächt ist. Sie zieht bei ihm ein und sie beginnen gemeinsam an der Geschichte weiter zu schreiben, wobei sie über die Kindheit von Margaret schreiben. In der Realität gehen sie Spielzeuge und Kinderkleidung einkaufen. Irgendwann kann Agnes nicht mehr und wirft das Spielzeug und die Kleidung weg. Sie löscht die Geschichte von Margaret und verlangt danach eine Geschichte zu schreiben, die der Wirklichkeit entspricht.

Agnes erholt sich schnell und wird sehr aktiv. Sie distanziert sich immer mehr innerlich und äußerlich vom Ich Erzähler. Nachdem beide gemeinsam das Haus geputzt haben und Heiligabend zusammen verbringen, stellen sie fest, wie wenig sie voneinander wissen. Bei einem Winterspaziergang, den der Ich Erzähler allein unternimmt, läuft vor seinem „Inneren Auge“ das Ende der Geschichte ab. Er kommt nach Hause und schreibt, dass Agnes an einem Silvesterabend allein in eisiger Kälte unterwegs ist und die Kälte nicht spürt.

Am nächsten Morgen erfindet der Ich Erzähler ein anderes Ende der Geschichte, in der Agnes und er glücklich werden. Er liest es Agnes vor aber sie ist mit dem Ende nicht glücklich. Nun beginnt der Erzähler weiter an einem Ende zu schreiben, in dem Agnes allein in der Kälte ist. Dieses Ende ist für ihn persönlich das einzig mögliche.

Später ist Agnes erkältet und der Ich Erzähler geht allein auf die Silvesterparty von Louises Eltern. Er verbringt die Nacht bei Louise. Als er am nächsten Tag nach Hause kommt, stellt er fest, dass Agnes sein Ende der Geschichte gelesen hat, in dem sie im Wald erfriert.

Agnes ist nun verschwunden und ihr Wintermantel hängt nicht an der Garderobe. Der Ich Erzähler sucht nicht nach ihr. Er schaut sich das Video an, welches Agnes im Nationalpark gedreht hat.

Interpretation der Liebesgeschichte

Mit „Agnes“ hat der Autor Peter Stamm eine faszinierende und rätselhafte Figur geschaffen. Ob sie erkennt, dass der Autor nur mit ihr spielt und ihm die Fiktion irgendwann wichtiger ist als sie, wird nicht eindeutig. In der Geschichte beschäftigt sich Agnes oft mit dem Tod aber am Ende erfährt man nicht ob Agnes wirklich stirbt oder nur aus dem Leben des Ich Erzählers verschwindet.

 

 

 

 

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