Aktiengesellschaft (AG) in BWL leicht erklärt + Beispiel

Welche Bedeutung hat die Aktiengesellschaft?

Die AG (Kurzform für die Rechtsform Aktiengesellschaft) ist mit der eher nicht so oft vorkommenden KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) dazu fähig, an die Börse zu gehen.

Dadurch besteht die Möglichkeit, Vermögen (Eigenkapital) von einer Vielzahl von Anlegern zu erhalten. Es muss nur bedacht werden, dass das Mindestgrundkapital 50.000,00 Euro beträgt.

Die AG verfügt über sein eigenes Recht, nämlich das AktG.

Eine Aktiengesellschaft ist eine juristische Person oder genauer gesagt, ein Unternehmen mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit. Dies ist in § 1 Absatz 1 AktG geregelt und bedeutet, dass sie eigenständige ihre Pflichten und Rechte ausüben kann. Sie kann zum Beispiel als „AG“ vor Gericht Klage einreichen oder Verträge schließen. Sie muss sich hier nur durch ihren Vorstand vertreten lassen.

Die AG ist die Stellung eines Formkaufmannes, da sie nur wegen ihrer Rechtsform gültig ist. Des Weiteren ist sie losgelöst von ihrer Arbeit als Handelsgesellschaft nach dem HGB (wie beispielsweise Geschäfte mit der Bank). Genaueres kann man auch aus § 3 Absatz 1 AktG sowie § 6 Absatz 2 Handelsgesetzbuch entnehmen.

Inhaber bzw. Aktienbesitzer der AG werden auch Aktionäre genannt. Diese können ihre Ansprüche beispielsweise in der Hauptversammlung wahrnehmen.

Mögliche weitere englische Namen hierfür lauten: (stock) corporation oder incorporated company (Inc.)

Unternehmen der Aktiengesellschaft

Das Unternehmen – die Bezeichnung des Kaufmanns (in diesem Fall: AG), unter dem er dann die Geschäfte durchführt, muss unbedingt die Benennung „Aktiengesellschaft“ oder die Abkürzung „AG“ enthalten (siehe auch § 17 Abs. 1 HGB, § 4 AktG).

Nachstehend ein paar Beispiele hinsichtlich eines Unternehmens einer AG

• Meier AG
• Motorrad Schmidt Aktiengesellschaft

Wie schaut es hinsichtlich der Haftung einer AG aus?

Hinsichtlich der Verpflichtungen einer AG ist es genauso wie bei einer GmbH: Die Gläubiger haften nur mit dem Gesellschaftsvermögen (siehe auch § 1 Absatz 1 Satz 2 AktG). Somit besteht keinerlei Haftung der Inhaber sowie der Aktionäre hinsichtlich des Privatvermögens.

Verteilung des Gewinns bei einer AG

Die AG muss hinsichtlich der Einkünfte sowie des Überschusses, welcher innerhalb eines Jahres erzielt wurde, einen gesetzlichen Rückhalt herstellen (siehe auch das Beispiel zu Gewinnrücklage).

Des Weiteren kann diese möglicherweise einen weiteren Gewinnanteil hinsichtlich der Gewinnrücklagen einbehalten und dann den Restbetrag als sogenannte Dividende an die Aktionäre auszahlen, siehe auch bei dem Thema Bilanzgewinn.

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Wie groß die Beteiligung an dem Gewinn für den Aktionär ist, kommt ganz darauf an, wie groß sein Anteil an der Aktiengesellschaft bzw. an dem sogenannten Grundkapital (siehe auch § 60 Absatz 1 AktG) ist. Wenn der Aktionär beispielsweise 10 % der Aktienanteile besitzt, erhält er auch 10 % des Gewinns.

In der sogenannten Satzung der Firma könnte auch eine andere Gewinnverteilung geregelt werden; dies ist aber nicht so üblich (siehe hier auch § 60 Absatz 3 AktG).

Wenn der Beschluss hinsichtlich der Gewinnverwendung angefechtet werden soll, so muss dies durch die sogenannte Hauptversammlung erfolgen (vgl. auch § 254 AktG).

Börsennotierung

Gemäß § 3 Absatz 2 AktG bestimmt sich eine Börsennotierung dadurch, dass die Aktien der AG auf einem Markt zugelassen werden. Dieser Markt wird von staatlich anerkannten Stellen überwacht sowie geregelt.

Die AG ist aber nicht dazu verpflichtet, börsennotiert zu sein: Die meisten deutschen AG sind auch nicht börsennotiert.

Viele Aktiengesellschaften planen jedoch einen späteren Gang an die Börse. Es gibt allerdings auch noch ein paar weitere Anlässe, warum man sich für die Rechtsform AG entscheidet. Beispielsweise können Imagegründe der Fall sein. (Wenn man die Bezeichnung AG hört, denkt man an eine große, etablierte Firma – Im extremsten Fall kann man allerdings auch eine Ein-Personen-AG bilden).

Für einen Aktieninhaber ist eine Börsennotierung auch ein positiver Aspekt, da er zu jedem Zeitpunkt seine Aktien zum Kauf anbieten kann, so dass er dann auch sofort aus der Firma austreten kann. Der Aktieninhaber hat somit die Möglichkeit, eine sofortige Reaktion auf negative Nahrichten hinsichtlich eines Unternehmens zu zeigen sowie ist flüssig, wenn er unbedingt Geld benötigt.

Da es sein kann, dass die Aktien vinkuliert sind, dies bedeutet, dass die Aktien erst übertragen werden dürfen, wenn das Unternehmen die entsprechende Zustimmung hierzu erteilt, kann es zu einer Beschränkung der Übertragbarkeit der Aktien kommen (siehe bitte auch vinkulierte Namensaktie nach).

Steuern AG

Da die AG eine Kapitalgesellschaft ist, muss diese auch die Körperschaftssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag) sowie die Gewerbesteuer entrichten.

Wenn es eine Ausschüttung des Gewinnanteils gibt, unterliegen diese dem Aktieninhaber als Einnahme aus Kapitalvermögen und man muss eine Kapitalertrags- bzw. eine Abgeltungssteuer bezahlen.

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