Aktive Rechnungsabgrenzung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Im § 250 HGB wird die aktive Rechnungsabgrenzung geregelt. Die Ausweisung aller Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite der Bilanz durchzuführen. Soweit ein Aufwand für einen Zeitraum nach dem Stichpunkt dargestellt wird, kommt es zur aktive Rechnungsabgrenzung.

DIE AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNG IM BEISPIEL

Im Oktober bezahlt ein Unternehmen Kraftfahrzeug Steuern von 240 Euro für einen Firmenwagen. Der Zeitraum ist der erste Oktober und der 30 September. Dies entspricht einer monatlichen Zahlung von 20 Euro. Das nächste Geschäftsjahr wird mit 180 Euro bemessen, da der Bilanzstichtag der 31. Dezember ist.

Hinzu kommen 60 Euro für das aktuelle Geschäftsjahr, welches von Oktober bis Dezember des laufenden Jahres geltend gemacht wird. Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden die 180 Euro aktiviert, gesetzlich verankert unter Bilanzposten § 266 Abs. 2 C. HGB; kurz: ARAP. Als Aufwand oder sonstige Steuern werden die 60 Euro für das Jahr verbucht. Der ARAP wird schließlich im Folgejahr aufgelöst und die sonstigen Steuern werden verbucht.

Auch vorausbezahlte Mieten, ABO Gebühren, Prämien der Versicherungen oder Leasinggebühren können als weitere Ursachen für die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten genannt werden. Diese stellen jedoch keine Vermögensgegenstände dar. Das ist der wesentliche Unterschied zum Anlage- und Umlaufvermögen. Alternative, zu verwendende Begriffe sind: aktive Abgrenzungskosten, aktive RAP, ARA und die aktive Jahresabgrenzung.

ARAP UND DIE PERIODENABGRENZUNG

Transitorische Posten oder Rechnungsabgrenzungsposten gelten als Bestandteil der grundsätzlichen Periodenabgrenzung. Erträge und Aufwendungen sind zu erfassen, wenn eine wirtschaftliche Realisierung erfolgt. Die Zahlungstermine sind dabei unwesentlich und nicht voneinander abhängig.

TRANSITORISCHE POSTEN UND ANTIZIPATIVE POSTEN

Es fließt bei den transitorische Posten zunächst viel Geld. Erst danach wird als Aufwand, ARAP oder Ertrag, PRAP eine Realisierung erbracht. Die antizipativen Posten sind das exakte Gegenteil davon. In diesem Fall liegt zuerst der Aufwand oder Ertrag vor und danach wird das Geld schließlich fließen. Die zeitliche Abgrenzung entsteht durch die gemeinsamen antizipativen und transitorischen Posten. Vor dem Bilanzstichtag sind Ausgaben erforderlich, damit eine ARAP gebildet werden kann. Die Vorauszahlungen beziehen sich stets auf einen bestimmten Zeitraum.

BEISPIELE FÜR AKTIVE RAP

Abogebühren oder Versicherungsbeiträge mit einer jährlichen Zahlung, welche vorab geleistet werden muss, dienen als Beispiel für aktive Rechnungsabgrenzungsposten. Meist erfolgt die Ausweisung der Unternehmen nur für geringe Beträge. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie zum Beispiel eine Mietwagenfirma. Diese haben eine Vielzahl von PKWs im Angebot und müssen die entsprechenden Steuern entrichten. Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten kann laut § 250 Abs. 3 HGB ein Disagio angesetzt werden.

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