Albert Camus – Biografie & Inhaltsangaben

Der französische Schriftsteller und PhilosophAlbert Camus. Foto von 1957.
Der französische Schriftsteller und PhilosophAlbert Camus. Foto von 1957.

Albert Camus gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Denker und Autor der Nachkriegszeit. Zu seinen literarischen Werken zählen sowohl Romane, Theaterstücke als auch philosophische Abhandlungen. Für dieses publizistische Gesamtwerk wurde er 1957 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 1959 wurde Camus zudem in die American Acadamy of Arts and Sience gewählt.

Die Jugendzeit (1913 bis 1930)

Camus stammte aus einer Familie, die seit dem späten 19. Jahrhundert in Algerien als Siedler lebten. Seine familiären Wurzeln waren sowohl französisch väterlicherseits sowie spanisch mütterlicherseits. Sein Geburtsort Mondovi (heutiges Annaba), in dem er am 7. November 1913 das Licht der Welt erblickte, war ein Weingut der Siedlung. Hier arbeitete sein Vater als Kellermeister für eine im Weinbau und -export tätige Firma. Camus’s Vater wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges in die französische Armee eingezogen und in der Schlacht an der Marne schwer verwundet. Im Oktober 1914 erlag er schließlich diesen Verletzungen. Camus’s Mutter zog darauf hin mit ihm und seinem älteren Bruder nach Algier und arbeitete dort als Fabrikarbeiterin und Reinigungskraft. Dank eines Stipendiums, das er mit zehn Jahren erhielt, machte Camus 1930 sein Abitur.

Studium und Kriegszeit (1932 bis 1945)

Obwohl Camus im Jahr 1930 an Tuberkulose erkrankte, gelang es im dennoch zwei Jahre später das Studium der Philosophie an der Universität von Algier aufzunehmen. Hier lernte er seine erste Frau Simone Hié kennen, mit der von 1934 bis 1940 verheiratet war. Auch nach ihrer Trennung blieb Camus weiterhin mit Simone Hié in Kontakt und unterstützte sie bis zu seinem Tod auch finanziell. Seine Diplomarbeit über Plotin und Augustin legte Camus 1936 vor. Aufgrund seiner Erkrankung zerschlugen sich seine Pläne als Gymnasiallehrer tätig zu werden.

Schon zur dieser Zeit stand Camus der Arbeiterbewegung politisch recht nahe und war auch kurzzeitig Mitglied in der Kommunistischen Partei. Mitte der 1930er Jahre fallen auch die von ihm indizierten Gründungen der Theatergruppen „Théâtre du Travail“ und dem „Théâtre de l’Équipe“. Neben der Theatertätigkeit schrieb er zudem zahlreiche Essays, die 1937 unter dem Titel „L’Envers et l’Endroit“ erschienen. Ab 1939 betätigte sich Camus beruflich als Journalist. In seinen Artikeln übte er wiederholt Kritik an französischen Kolonialpolitik in Algerien.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete er sich dennoch freiwillig zum Kriegsdienst, allerdings wurde er wegen seiner Vorerkrankung bei der Musterung abgelehnt. Im Jahr 1940 heiratete er seine zweite Frau Francine Faure. Während des Krieges schloss sich Camus der französischen Résistance an und wurde mit der Zeit zu einer ihren führenden Köpfe. In jenen Jahren erschienen der Roman „Der Fremde“ sowie das philosophischen Essay „Der Mythos von Sisyphos„. 1944 lernte er Jean-Paul Sartre kennen, der ihn stark beeinflusste und mit dem er einige Jahre freundschaftlich verbunden blieb.

Camus Wirken in der Nachkriegszeit (1946 bis 1960)

Nach dem Krieg erschien eine weitere Essaysammlung unter dem Titel „Der Mensch in der Revolte„, die Arbeiten aus den Jahren 1947 bis 1951 enthielt. Dieses Werk führte schließlich zum Zerwürfnis mit Sartre, der Camus Verrat an den linken Idealen vorwarf. Im Gegensatz zu Sartre und Simone de Beauvoir sah Camus sich selbst nicht dem Existenzialismus zugehörig, sondern verstand sich eher als Moralist. 1947 erschien Camus’s berühmtestes Werk „Die Pest„. Bis heute ist dieser Roman Pflichtlektüre in den französischen Gymnasien. Als eigentliches Meisterwerk gilt allerdings für viele der 1956 erschienene Roman „Der Fall„. 1959 wurde sein Theaterstück „Die Besessenen“ uraufgeführt. Auch beruflich hatte Camus mittlerweile Karriere gemacht, so bekleidete er im Pariser Verlag Gallimard eine Direktorenstelle.

Albert Camus’s tragischer Unfalltod (1960)

Der Tod Albert Camus’s ist in sofern tragisch, da er am 4. Januar 1960 bereits eine Bahnfahrkarte nach Paris gelöst hatte. Dennoch ließ er sich vom Neffen seines Verlegers Gallimard zur Mitfahrt in dessen Pkw überreden. Auf Höhe der Ortschaft Villeblevin geriet der Wagen ins Schleudern und prallte mit der rechten Kraftfahrzeugseite gegen einen Baum. Albert Camus war sofort Tod. Auch der Fahrer erlag wenig später seinen Verletzungen. Nur die Frau des Fahrers und dessen Tochter, die beide im Fond saßen, überlebten den Unfall nahezu unverletzt. Die sterblichen Überreste Camus’s ruhen heute auf Friedhof des kleinen Bergdorfes Lourmarin.

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