Alfred Andersch – Biografie & Inhaltsangaben

Der deutsche Schriftsteller Alfred Andersch im Jahr 1974. © INTERFOTO / Felicitas
Der deutsche Schriftsteller Alfred Andersch im Jahr 1974.
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Der Schriftsteller Alfred Andersch wurde im Februar 1914 in München geboren. Sein Vater, ein praktizierender Tierarzt, war bereits seit dem Jahr 1920 Mitglied der NSDAP. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1929 schloss Andersch eine Lehre zum Buchhändler ab und wurde Mitglied der KPD. Zu seinen bekanntesten Romanen zählten »Sansibar oder der letzte Grund« und »Winterspelt«, außerdem verfasste er zahlreiche weitere Erzählungen und Essays.

Schon in frühen Jahren hatte Andersch Probleme mit Autoritäten. Wegen seiner schlechten Noten, die er selbst mit der mangelhaften Pädagogik seiner Lehrer begründete, musste er das Wittelsbacher-Gymnasium im München verlassen. Als Schulleiter fungierte damals Joseph Gebhard Himmler, der Vater von Heinrich Himmler. Nach seinem Beitritt zur KPD wurde Andersch verhaftet und musste insgesamt 3 Monate im KZ Dachau verbringen. Danach nahm Andersch zunächst Abstand von politischen Aktivitäten.

Ab 1940 diente Andersch in der Wehrmacht. Nach seiner Heirat mit der Malerin Gisela Groneuer, einer Halbjüdin, wurde er aus der Wehrmacht entlassen. Nach seiner Scheidung von ihr, wurde er 1943 erneut eingezogen, bis er im Juni 1944 in der Nähe von Rom zu den Amerikanern desertierte.

Nach dem Kriegsende arbeite Andersch als Redaktionsassistent bei der »Neuen Zeitung« in München. Zusammen mit anderen Schriftstellern gründete er die sogenannte Gruppe 47, die aktiv die Erneuerung der deutschen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg erreichen wollten. Zu den Initiatoren dieser Gruppe zählten unter anderem die Schriftsteller Günther Grass und Heinrich Böll.

1957 veröffentlichte Andersch sein bedeutendstes Werk, den Roman »Sansibar oder der letzte Grund«, der bis heute an vielen deutschen Gymnasien als Pflichtlektüre gilt. Für dieses Werk erhielt er 1958 den deutschen Kritikerpreis. Anschließend siedelte Andersch in die Schweiz über. Dort verfasste er neben Erzählungen auch die Romane »Die Rote« und »Efraim«. Als weitere Auszeichnungen erhielt Andersch u.a den Nelly-Sachs-Preis, den Charles-Veillon-Preis sowie den großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Alfred Andersch verstarb im Februar 1980 in Berzona, Schweiz.

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