Alle Kommaregeln / Kommasetzung ganz einfach erklärt

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Eine Faustregelsammlung für die Kommasetzung

Mit Hilfe von Kommas werden Sätze gegliedert. Damit zählen sie zu den am häufigsten verwendeten Satzzeichen. Beim Setzen von Kommas gibt es jedoch einige Punkte zu beachten. Für die Kommasetzung gibt es einige Faustregeln:

Die Faustregeln zur Setzung von Kommas

1) Nebensätze

In der Regel trennen die Kommas Sätze voneinander. Dies sind zum Beispiel Hauptsätze, sowie Nebensätze. Erkennbar sind die Sätze am finiten, also am sogenannten gebeugten Verb. Das Verb steht bei einem Hauptsatz an zweiter Position, bei einem Nebensatz steht es am Ende. Darüber hinaus sind Nebensätze daran erkennbar, dass sie mit einer Konjunktion beginnen.
Beispiele dafür sind:Rita hat gesehen, dass ihr Plan funktioniert. Mein Bruder ist sehr müde, weil er zu wenig geschlafen hat.

2) Aufzählungen

In einer Aufzählung werden die Kommas zwischen die gleichartigen Satzglieder gesetzt.
Die Kommas werden bei Aufzählungen dafür gebraucht, um Wörter und Wortgruppen aneinanderzureihen. Sind die Aufzählungsglieder am Ende durch gewisse Konjunktionen verbunden, ist kein Komma notwendig. Mittels folgender Konjunktionen wird das Komma zum Beispiel vollständig ersetzt: und, oder, sowie, wie, beziehungsweise, bzw.,sowohl-als auch, entweder -oder, weder-noch.
In der Aufzählung wird kein Komma gesetzt, wenn die Adjektive nicht gleichrangig sind, dass heißt, wenn ein Adjektiv die folgende Wortkombination erklärt, wie zum Beispiel
die jüngsten politischen Entwicklungen.

3) Partizipialkonstruktionen

Nachgestellte Partizipien oder auch Gruppen an Partizipien können mit Kommas abgeschlossen werden, wie zum Beispiel: Die Schulklasse beschließt, von dem Ausflug völlig fasziniert, dort noch einmal hinzufahren.
Steht nur ein einziges Partizip,wie zum Beispiel: „Lachend betrat er den Klassenraum“,wird kein Komma gesetzt.

4) Infinitivgruppen

4a Ein erweiterter Infinitiv, der durch folgende Worte, wie als, anstatt, außer, daran, darum, darauf, um, ohne, statt eingeleitet wird, wird mittels Komma abgetrennt.
„Sie rannte los, ohne auf die anderen Läufer zu achten. Ich bin früh aufgestanden, um viel Zeit zu haben.“

4b Infinitivgruppen, die abhängig von einem Substantiv sind, werden mittels Komma getrennt. Zum Beispiel:“Er wurde bei dem Versuch, bei dem Klassentest zu schummeln, erwischt.“

4c Hängt eine Infinitivgruppe von einem Verweiswort ab, wie beispielsweise es, daran, darauf usw., wird ein Komma gesetzt. „Ich habe mich darauf gefreut, ihn zu sehen. Sein Plan ist es, den Jackpot zu knacken.“
Kein Komma wird benötigt, wenn der Infinitiv über keine Erweiterung verfügt. Dann kann man selbst entscheiden, ob man ein Komma verwendet oder nicht.

Beispielsatz:“Er hoffte (,) sie bald wiederzusehen.

5) Konjunktionen

5a Konjunktionen, die entgegengesetzt sind

Vor entgegengesetzten Konjunktionen, wie beispielsweise bei aber, allein, doch, jedoch,
sondern, vielmehr wird ein Komma gesetzt.
Beispielsatz: Nicht nur der Text stammte von dem Sänger, sondern auch die Musik.

5b Konjunktionen, die angereiht werden

Ein Komma wird zwischen Satzteilen gesetzt, die durch anreihende Konjunktionen verbunden sind, wie zum Beispiel:

  • bald – bald
  • einerseits – andererseits
  • ob – ob
  • einesteils – anderenteils
  • nicht nur – sondern auch
  • teils – teils
  • je – desto
  • halb – halb

Beispielsatz: Einerseits würde Rita sich gerne mit ihrem Freund treffen, andererseits weiß sie genau, dass sie ihre Hausaufgaben noch fertig schreiben muss.

5c Konjunktionen, die gleichrangig sind

Bei gleichrangigen Konjunktionen werden in der Regel keine Kommas gesetzt, wie zum Beispiel:

  • und
  • oder
  • nicht – noch
  • beziehungsweise (bzw.)
  • entweder – oder
  • sowohl – wie (auch)
  • sowie
  • sowohl – als (auch)
  • wie
  • weder – noch

Beispielsatz: Ich kenne weder die DVD noch den Film darauf.

6) Wörtliche Rede

Folgt nach der wörtlichen Rede der übergeordnete Satz oder wird dieser weitergeführt, ist nach dem Ausführungszeichen ein Komma notwendig. An das Ende der wörtlichen Rede darf kein Punkt gesetzt werden. Wird der übergeordnete Satz weitergeführt, dürfen Fragezeichen und Ausrufezeichen gesetzt werden.

Beispielsatz: „Es ist unglaublich schade. Es war die ganze Zeit mieses Wetter“, sagte er komplett enttäuscht.

7) Erläuterungen

7a Erläuterungen, die nachgestellt werden
Werden Erklärungen nachgestellt, werden diese mit einem Komma abgetrennt.
Beispielsatz: „Wir sollten uns rasch auf den Weg machen, in drei Minuten.

7b Erläuterungen im Satz

Erläuterungen, die mit „d.h.“, „nämlich“, „z.B.“ , „wie“ , „und zwar“ eingeleitet werden, werden mittels Kommas eingeschlossen.
Beispielsatz: „Einige Ausflugsziele in Rom, z.B. die Rialtobrücke, besichtigen wir jedes Mal mit unseren Schülern.“

8) Ausrufe und Anreden

Nach besonders betonten Empfindungswörtern, steht ein Komma. Ebenfalls mitten im Satz, sowie in der Anrede und bei Ausrufen kann ein Komma stehen.
Beispielsatz: „Verdammt, wo ist der Stick schon wieder! Helmut, halte bitte den Sessel fest! Aua, das tut sehr weh!“

9) Adressen und Namen

Stehen die Namen mit Titeln in der natürlichen Reihenfolge, sind keine Kommas notwendig. Dies gilt auch für Zusätze bei Namen.

Beispiel: „Alexander der Große Lucas Cranach der Ältere Professor Dr.Franz Schmidt“

9a Mehrteilige Ortsangaben, sowie Wohnungsangaben, Zeit und Literaturangaben werden mittels Komma abgetrennt

Beispiel: „Klaus Franke, Frankfurt a.M. Bahnhof Str. 6, 3. Stock Schmidt, Rita, Eberswalde, Am Bahnhof 3, 4. Stock“

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