Amortisationsrechnung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Eine statische Amortisationsrechnung ist eine Form von einer statischen Investitionsrechnung, dies vergleicht nun einen Zeitraum, über die Investitionsausgaben durch ihre erzielten Überschüsse, welche wiedergewonnen wurden, diese so genannte Amortisationsdauer oder die Amortisationszeit.

Diese Amortisationsrechnung beantwortet nun die Frage: Wie lange insgesamt dauert es, bis nun dieses Geld für ihre Investition wieder hereinkommen kann?
Vom Vorteil ist eine Investition dann, wenn sie am schnellsten einen Mittelrückfluss gewährleisten tut.

Eine Amortisationsrechnung kann nun nach:
- dieser Durchschnittsmethode
- dieser Kumulationsmethode letzten Endes durchgeführt.
Amortisationsvergleichsrechnung, ist eine Bezeichnung dafür.

Ein Beispiel

Eine Amortisationsrechnung nach ihrer Durchschnittsmethode zielt nun auf einen durchschnittlichen jährlichen Mittelrückfluss ab.

Das Beispiel

Die Firma beabsichtigt nun, sich eine Telefonanlage anzuschaffen. Es liegen dabei nun zwei verschiedene Alternativen vor:

Die Daten der Amortisationsrechnung

Telefonanlage 1, die gemachten Anschaffungskosten liegen bei 10.000 € und die Betriebskosten 2.500 € im Jahr
Telefonanlage 2, die gemachten Anschaffungskosten liegen bei 12.000 € und die Betriebskosten 2.000 € im Jahr

Dabei ist ihre Nutzungsdauer für die beiden Telefonanlagen 5 Jahre, bei dem Abschreibungsverlauf, welcher linear ist. Für die Finanzierung vom Gerät soll nun ein Bankdarlehen in einer Höhe von 6 Prozent pro Jahr aufgenommen werden, eine Tilgung soll dabei entsprechend ihrer Nutzungsdauer ebenfalls auf über 5 Jahre zu jeweils gleichen Tilgungsraten erfolgen.

Beide Telefonanlagen haben nun eine einheitliche Kapazität bzw. und sie können 100.000 Personen jährlich abfertigen.

Die Kosten für den Arbeiter der die Telefonanlage 1 bedient liegen bei 0,10 € je Minute, und die von der Telefonalage 2 bei 0,12 € je Anruf. Das ergibt sich aus der längeren Benutzungsdauer der komplexeren Technik von der Telefonanlage 2.

Eine Amortisationsrechnung berechnet sich nun aus den durchschnittlichen Gewinnen für die jeweiligen alternativen Investitionen:

Die Ermittlung der durchschnittlichen Gewinne

Telefonanlage 1, die Erlöse liegen bei 10.000 € und die Abschreibung 2.000 € im Jahr, dabei die Kapitalkosten bei 300 €, das ergibt nun eine Summe von 5.200 €
Telefonanlage 2, die Erlöse liegen bei 12.000 € und die Abschreibung 2400 € im Jahr, dabei die Kapitalkosten bei 360 €, das ergibt nun eine Summe von 7.240 €

Eine Erläuterung von den Zahlen die Telefonanlage 1:
Die jeweils jährlichen Erlöse errechnen sich nun aus den Produktionsmengen von je 100.000 Abfertigungen × des Erlöses je Abfertigung in einer Höhe von 0,10 € das sind = 10.000 €.
Die jährlichen Abschreibungen werden damit so errechnet das sie sich mit jeweils 10.000 €/ zu 5 Jahre = 2.000 € pro Jahr.
Die nun durchschnittlichen jährlichen Kapitalkosten berechnen sich nun aus (10.000 € / 2) × 6 Prozent. Dieser Zinssatz wird nun auf die durchschnittlichen Kapitalbindungen angewandt, da dieser Kredit über eine Laufzeit am Ende gleichmäßig getilgt wird.
Im Anschluss rechnet man nun die Amortisationsrechnung und die Abschreibung wieder hinzu.

Die Formel der Amortisationsdauer berechnen

Ein ursprünglicher Kapitaleinsatz wird nun durch den ermittelten durchschnittlichen Mittelrückfluss geteilt, um dann eine Amortisationszeit zu erhalten.

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Ermittlung von einer Amortisationszeit

Telefonanlage 1, der durchschnittliche Gewinn liegt bei 5.200 € und die Abschreibung bei 2.000 €, ein durchschnittlicher Mittelrückfluss liegt bei 7.200, das ergibt nun eine Amortisationszeit von 1,39 Jahren
Telefonanlage 2, der durchschnittliche Gewinn liegt bei 7.240 € und die Abschreibung bei 2.400 €, ein durchschnittlicher Mittelrückfluss liegt bei 9.640, das ergibt nun eine Amortisationszeit von 1,24 Jahren

Das Ergebnis einer Amortisationsrechnung

Eine Amortisationszeit errechnet sich nun anhand vom dem Beispiel die Tekefonanlage 1: 10.000 € (vom Kapitaleinsatz) / 7.200 € (des durchschnittlichen Mittelrückflusses) = 1,39, Telefonanlage 1 benötigt nun 1,39 Jahre oder 1 Jahr und 5 Monate, um dann den ursprünglichen Kapitaleinsatz von jeweils 10.000 € wieder einzuspielen.
Die Telefonanlage 2 ist nach dieser Amortisationsrechnung eine viel vorteilhaftere Alternative, da diese Amortisationszeit mit 1,24 Jahren, was 1 Jahr und 3 Monate sind, im Endeffekt kürzer als die von der Telefonanlage 1.

Eine Amortisationsrechnung nach einer Kumulationsmethode

Eine Amortisationsrechnung nach einer Kumulationsmethode zielt nun nicht auf einen durchschnittlichen Mittelrückfluss ab, sondern auf die jährlich unterschiedlichen Mittelrückflüsse.

Ein Beispiel für eine Amortisationsrechnung mit einer Kumulationsmethode

Nun einmal angenommen, eine bestimmte Investition in einer gesamten Höhe von rund 100.000 € generiert nun in einer Projektlaufzeit von 3 Jahren einen Mittelrückflüss:

Der Mittelrückfluss liegt bei
- 60.000
- 40.000
- 20.000
In diesem Fall wäre nun ein durchschnittlicher Mittelrückfluss von 40.000 €: also (60.000 + 40.000 + 20.000) / 3.
Eine Amortisationszeit nach dieser Durchschnittsmethode wäre nun 2,5 Jahre also: 100.000 € / 40.000 €.
Nach dieser Kumulationsmethode beträgt eine Amortisationszeit lediglich nur 2 Jahre: also 60.000 € (im ersten Jahr) sowie 40.000 € (im zweiten Jahr). Die ursprünglichen Investitionen in einer Höhe von rund 100.000 € sind bereits nach Ablauf von 2 Jahren zurückgeflossen.

Einige Problemfelder

Eine Anwendungsvoraussetzung: für zurechenbare Erlöse

Ein gewisses Problem bei der Anwendung von den Amortisationsrechnungen in einer Praxis sind eine Tatsache, das die zahlreichen Investitionsobjekte keinen Erlösen zugeordnet werde können und damit auch keine Gewinne ermitteln werden.

Vernachlässigung des Zeitwerts des Geldes

Ebenso vernachlässigt eine Amortisationsrechnung genauso wie alle anderen statischen Investitionsrechenverfahren einen Zeitwert vom Geld.

Keine Ermittlung von einer Rentabilität

Eine Amortisationsrechnung trifft auch keinerlei Aussage über, was nach dem Ablauf von einer Amortisationsdauer passieren kann oder welche Erträge nach dieser ermittelten Amortisationsdauer am Ende zu erwarten sind.

Das Investitionsobjekt kann nun eine Amortisationsrechnung für sich selbst entscheiden, obwohl diese Rentabilität über eine gesamte Investitionsdauer geringer ist als die vom Vergleichsobjekts.

 

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