Anlageberater in VWL leicht erklärt + Beispiel

Ein Anlageberater ist…

… jemand, der Kunden Empfehlungen zum Kauf und Verkauf von Kapitalanlagen, wie beispielsweise Wertpapieren, gibt.
Dabei orientiert er sich an den Anlagezielen, sowie wirtschaftlichen und persönlichen Informationen des Kunden.
Außerdem wird der Kunde eines Anlageberaters über finanzielle Risiken aufgeklärt, die für ihn eventuell nicht direkt erkennbar sind.
Ein Anlageberater ist oft bei Banken, Sparkassen oder anderen Finanzdienstleistungsinstituten angestellt und ist vor allem für Kunden, die noch keine großen Erfahrungen mit Kapitalanlagen oder dem Börsenmarkt gemacht haben empfehlenswert.

Die Anlageberatung

Eine Anlageberatung wird die Sitzung genannt, in der der Kunde durch den Anlageberater beraten wird.
Sie hat normalerweise einen geregelten Ablauf und besteht aus vier Schritten:
Als Erstes erkundigt sich der Anlageberater nach allen wesentlichen Kundeninformationen, also alles, was seine derzeitige Finanzielle Lage sowie persönliche Interessen, Wünsche und finanzielle Ziele betrifft.

Als Zweites gibt der Anlageberater dem Kunden einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Informationen, die eine Kapitalanlage betreffen.

Als Drittes sucht der Anlageberater anhand der erhaltenen Kundeninformationen nach einem geeigneten Produkt für den Kunden.

Als Viertes wird ein Beratungsprotokoll aufgesetzt, in dem alle Punkte, die zuvor besprochen wurden, festgehalten werden und der Kunde erhält das Beratungsprotokoll.

Das Beratungsprotokoll

Der vierte Schritt, das Beratungsprotokoll ist eine zwingende Pflicht, um Kunden und Anlageberater Sicherheit zu geben.
Der Kunde kann damit die besprochenen Punkte in Ruhe nachzuvollziehen und eine gründlichere Überlegung antreten bevor er sich entscheidet,
der Anlageberater ist abgesichert, falls seine Beratung als unzulässig angezweifelt wird und kann anhand des Beratungsprotokolls nachweisen, alle möglichen Risiken und wichtige Informationen mit dem Kunden durchgegangen zu sein.

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Pflichten eines Anlageberaters

Um den Kunden davor zu schützen, reines Vertriebsobjekt des Anlageberaters zu werden, anstatt eine fundierte Beratung zu erhalten, hat er die Pflicht, dem Kunden alle wichtigen Informationen zukommen zu lassen .

Dazu gehört, dass der Anlageberater

  • nur Geldanlagen weiterempfehlen darf, die der Kunde – nach seinen Kundeninformationen zu urteilen – realisieren kann,
  • den Kunden über Funktionsweise und Risiken des empfohlenen Finanzproduktes für diesen verständlich aufklären muss,
  • dem Kunden vor der Beratung vor einem Beratungshonorar warnen muss, so denn eines anfällt,
  • und ein Produktinformationsblatt mit Angaben über
    • die Art und Funktionsweise des Finanzproduktes,
    • alle damit verbundenen Kosten,
    • alle damit verbundenen Risiken
    • und Ertragsaussichten bei Betrachtung verschiedener Marktbedingungen

    zukommen lassen muss.

Verstößt der Anlageberater gegen diese Vorgaben, kann ein Kunde, der sich schlecht beraten fühlt sich an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wenden.
Diese ist ein Kontrollorgan, welches in einem solchen Fall Kontakt zum Arbeitgeber des Anlageberaters aufnimmt.

Die wichtigsten Punkte

  • Eine Anlageberatung ist vor allem für unerfahrene Kapitalanleger empfehlenswert
  • Ein Beratungsprotokoll ist Pflicht und steht dem Kunden zu
  • Berater dürfen nur für den Kunden umsetzbare Empfehlungen geben
  • Als Kontrollinstanz und Anlaufstelle für Kundenbeschwerden dient die BaFin

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