Anlegerschutz in VWL leicht erklärt + Beispiel

Anlegerschutz ist…

… eine Anzahl verschiedener Maßnahmen, welche dem Schutz von Privatanlegern vor Fehlinvestitionen auf dem Kapitalmarkt dienen.
Die Einhaltung dieser Maßnahmen wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleisungsaufsicht (BaFin)kontrolliert. Ebenfalls setzt sich die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. für den Schutz von Privatinvestoren ein.

Aufgaben des Anlegerschutz

Die Aufgaben des Anlegerschutzes sind es, besonders kleine bis mittlere Privatanleger vor Kapitalbetrug, Übervorteilung, irreführenden Angeboten und weiterem zu schützen.

Solche Fehlinvestitionen verursachen jährlich um die 30 Milliarden Euro Verlust an privaten Geldanlagen, so schätzt die Verbraucherzentrale NRW.
Dem Prinzip des Sozialstaats in Deutschland geschuldet, fallen diese Kosten langfristig auf den Vater Staat zurück.
Es dient also dem volkswirtschaftlichem Interesse diese Verluste zu senken und das Risiko für Anleger zu minimieren.
Deshalb hat sich in der Bundesrepublik Deutschland der Staat diese Aufgabe zu eigen gemacht und das Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts verabschiedet.

Maßnahmen

Konkrete Maßnahmen, die in dem Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts festgehalten wurden,
sind die Zulassungspflicht für Finanzdienstleister, erhöhte Transparenz, ein Register aller Anlageberater und einer erhöhten Qualifikationspflicht für Anlageberater.

Die Zulassungspflicht verpflichtet alle Finanzdienstleister, eine Zulassung einzufordern um den Aufsichtsbehörden eine Übersicht über alle am Markt tätigen Dienstleister zu geben.
Die erhöhte Transparenz verpflichtet Finanzdienstleistern, ihren Kunden bei einer Beratung ein Produktinformationsblatt mit allen wichtigen Daten auszugeben.
So soll des Kunde vor allem mögliche Risiken schneller erkennen können.
Das Register aller Anlageberater ist öffentlich einsehbar und es ist für jeden Anlageberater eine Pflicht, sich dort einzutragen.
Die erhöhte Qualifikationspflicht für Anlageberater sieht vor, dass nur Anlageberater mit einer Berufserfahrung von mindestens fünf Jahren zur Beratung von potenziellen Anlegern eingesetzt werden dürfen.

Weitere Maßnahmen für Aktionäre

Aktionäre erhalten einen besonderen Schutz – für sie gelten noch weitere Maßnahmen des Anlegerschutzes:

  • Sie haben immer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung
  • Sie haben genau ein Stimmrecht pro Aktie
  • Sie dürfen von diesem Stimmrecht auch per Briefwahl Gebrauch machen
  • Für Minderheitsaktionäre gilt ein besonderer Schutzstatus
  • Altaktionäre sollten bei Erhöhung des Stammkapitals ein Bezugsrecht erhalten

Die wichtigsten Punkte

  • Der Anlegerschutz dient der Risikominimierung von Falschinvestitionen
  • Es ist ein volkswirtschaftliches Interesse des Staates, private Anleger zu schützen
  • Die Umsetzung der Richtlinien wird durch die BaFin kontrolliert
  • Im Anlageschutz sind erhöhte Pflichten für Finanzdienstleistungsinstitute festgehalten

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