Anschaffungsnebenkosten in VWL leicht erklärt + Beispiel

Anschaffungsnebenkosten sind…

… der Teil der Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts, welcher neben dem Kaufpreis zusätzlich anfällt um dieses in Betrieb zu nehmen. Handelt es sich bei diesem Gut beispielsweise um ein Grundstück, müssen die Anschaffungsnebenkosten in Gebäude-, Grund- und Boden-Nebenkosten unterteilt werden.

Arten von Anschaffungsnebenkosten

Jene Nebenkosten, die neben den reinen Anschaffungskosten anfallen, lasse sich grundsätzlich in drei Kategorien unterteilen:
Erwerbsnebenkosten, Bezugsnebenkosten und Kosten zur Inbetriebnahme.

Erwerbsnebenkosten fallen immer beim Kauf eines Wirtschaftsguts an – sie treten als Verkehrssteuern, Provisions- oder Notariats-Kosten auf.

Bezugsnebenkosten treten meist bei Versandlieferungen auf. Es können Nebenkosten durch Zölle, Transportversicherungen, Verpackungs- und Frachtkosten entstehen.

Inbetriebsnahme-Kosten sind jene Kosten, die durch Installation oder Instandhaltung eines Gutes entstehen. Hier fallen zum Beispiel Montage- oder Fundamentierungskosten an.

Berechnung und Bilanzierung von Anschaffungsnebenkosten

Wie hoch die Anschaffungsnebenkosten ausfallen, ist stark von dem Wirtschaftsgut selber abhängig, das erworben wird.
Als Kalkulationsbasis existieren aber grobe Schätzwerte für verschiedene Arten von Gütern.
Beim Erwerb einer Immobilie wird beispielsweise mit circa zehn bis fünfzehn Prozent des Kaufpreises Anschaffungsnebenkosten gerechnet.
Die Anschaffungskosten eines PKWs dagegen haben einen deutlich geringeren Nebenkostenanteil von bloß wenigen hundert Euro. Sie ergeben sich aus den Kosten für die Zulassung, Überführung und die Nummernschilder.

Handelt es sich bei dem Käufer um ein Unternehmen, so dürfen die Anschaffungsnebenkosten in Gänze als Betriebsausgaben des Unternehmens geltend gemacht werden.
Für die Bilanzierung der Anschaffungsnebenkosten gilt, dass sie nicht immer aktivierungspflichtig sind und somit nicht immer als wirkliches Anlagevermögen auftauchen
Sie sind jedoch implizit auf der Aktivseite der Unternehmensbilanz zu finden, da sie in die gesamten Anschaffungskosten miteinkalkuliert werden.

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Beispiele

  • Provision
  • Notarkosten
  • Maklerkosten
  • Grunderwerbssteuer
  • Frachtkosten
  • Verpackungskosten
  • Transportkosten

Die wichtigsten Punkte

  • Anschaffungsnebenkosten fallen neben den Erwerbskosten als Anschaffungskosten an
  • Sie entstehen durch Inbetriebnahme, Erwerb oder Bezug von Wirtschaftsgütern
  • Sie sind nicht generell, aber oft aktivierungspflichtig

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