Ansparabschreibung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Die Ansparabschreibung ist…

… eine Möglichkeit für kleinere Unternehmen oder Selbstständige eine Rücklage für eine in der Zukunft liegende Anschaffung eines beweglichen Wirtschaftsguts zu bilden.
Das bedeutet, dass ein Anteil der Anschaffungskosten bereits im Voraus in der Steuerbilanz des Unternehmens vermerkt und somit von dem steuerpflichtigen Gewinn abgezogen werden darf.
So sollen Liquidität und Eigenkapital erhöht werden.

Diese Möglichkeit kann unter bestimmten Voraussetzungen und Regelungen in Anspruch genommen werde, welche im Rahmen der Unternehmenssteuerreform von 2008 umgestaltet und vereinfacht wurden.
Außerdem wurde die Ansparabschreibung im Rahmen dieser Reform in Investitionsabzugsbetrag umbenannt

Anwendung

Ein Investitionsabzugsbetrag kann für alle Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden, die zum Anlagevermögen gehören. Es kann sowohl für neue als auch gebrauchte Güter abgeschrieben werden.
Nach Vorgaben des Einkommensteuergesetz (EStG), muss das Gut innerhalb der nächsten drei Jahre ab Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags tatsächlich erworben oder hergestellt werden.

Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme

Um einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen zu können, muss das Unternehmen, beziehungsweise die selbstständige Person, bestimmten Kriterien gerecht werden.
Diese Kriterien sind,

  • das der jährliche Unternehmensgewinn unter 200.000 Euro Gewinn nach Einnahmeüberschussrechnung, beziehungsweise unter 335.000 Euro Gewinn im Jahr nach Betriebsvermögensvergleich machen darf.
  • das der Investitionsabzugsbetrag die Höhe von 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts nicht überschreite darf.
  • das der Investitionsabzugsbetrag insgesamt den Höchstbetrag von 200.000 Euro nicht überschreiten darf.

Berechnungsgrundlage sind hier für einen Steuerpflichtigen der Nettobetrag, für einen Selbstständigen ohne steuerpflichtige Umsätze der Bruttobetrag des anzuschaffenden Wirtschaftsguts.

Voraussetzungen für eine Anerkennung durch das Finanzamt

Um eine Anerkennung des Investitionsabzugsbetrages durch das Finanzamt zu erhalten, muss eine treffende Bezeichnung des Wirtschaftsguts und der geplanten Nutzung im Betrieb erfolgen.
Es muss für das Finanzamt erkennbar werden, dass das Wirtschaftsgut nach spätestens einem Jahr ab Anschaffung beziehungsweise Herstellung zu mindestens 90 Prozent innerbetrieblich und im Inland eingesetzt wird.

Vorteile und Nachteile

Wie bei allem gibt es auch beim Investitionsabzugsbetrag Licht- und Schattenseiten.

So sind die Vorteile

  • ein Steuerersparnis,
  • eine verbesserte Liquidität,
  • die Vermeidung von Steuernachzahlungen
  • und vor allem die Möglichkeit der Gewinnverlagerung und somit die Möglichkeit ein hohes Einkommen in ein zukünftiges Jahr mit geringerem Einkommen und somit geringerem Steuersatz zu verlagern.

Es können durch diese Gewinnverlagerung aber auch Nachteile entstehen.
Zum Beispiel kann bei einer Auflösung des Investitionsabzugsbetrag der Steuersatz seit der Inanspruchnahme erhöht worden sein, so dass die Steuerlast höher wird als sie es ursprünglich wäre.
Ebenfalls kann ein Steuerspareffekt dann ausbleiben, wenn im Jahr der Auflösung nur wenig Einkommenssteuer gezahlt werden muss, da das Einkommen sehr gering ist.
In diesem Fall kann aber ein Verlustrücktrag beantragt werden.

Die wichtigsten Punkte

  • Die Ansparabschreibung wurde im Jahre 2008 durch den Investitionsabzugsbetrag ersetzt
  • Sie dient der Liquiditätsverbesserung kleiner Unternehmen oder Selbstständiger
  • Sie kann zur Einkommenssteuerung durch Gewinnverlagerung genutzt werden
  • Sie verbessert die Eigenkapitalquote

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here