Antoine de Saint-Exupéry – Biografie & Inhaltsangaben

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Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Foto: © INTERFOTO / Friedrich
Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Foto: © INTERFOTO / Friedrich

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry (1900 -1944) – nannte sich selbst einen „schriftstellernden Piloten“. Tatsächlich sind seine Lebensgeschichte und sein Werk als Schriftsteller eng mit der Geschichte der Fliegerei verbunden. In seinen Geschichten verarbeitete er vor allem seine persönlichen Eindrücke als Pilot. Er suchte den Sinn hinter den Dingen. Bis heute berührt er damit seine Leser zutiefst. Sein bekanntestes Werk – Der kleine Prinz – ist noch immer weltweit in aller Munde.

Kindheit

Antoine de Saint-Exupéry kommt am 29. Juni 1900 als Sohn eines Grafen in Lyon zur Welt. Obwohl er schon früh seinen Vater verliert, ist seine Kindheit glücklich. Er sehnt sich zeitlebens danach zurück. Im Alter von zwölf Jahren nimmt ihn der Pilot Gabriel Salvez auf einem Flug mit. Seine Liebe zur Fliegerei ist geboren.

Werdegang

Seinen Plan nach dem Abitur 1917 die französische Marineschule zu besuchen, muss er mangels bestandener Aufnahmeprüfung aufgeben. Stattdessen wendet er sich 1919 dem Studium der Architektur zu, beendet es jedoch nie.

1921 wird er zum Militärdienst eingezogen – und bewirbt sich erfolgreich bei einer Luftwaffeneinheit. Dort wird er Flugzeugmechaniker. Die Pilotenausbildung wird ihm aufgrund eines fehlenden Vorbereitungskurses verweigert. Saint-Exupéry nimmt privat Flugstunden, um diese zu erhalten.

Seiner Verlobten zuliebe, verzichtet er jedoch darauf als Berufspilot bei der Luftwaffe zu arbeiten – und verdingt sich in Paris als kaufmännischer Angestellter. Nebenher fliegt er, wann immer er kann. Im Salon seiner Tante lernt er einige Pariser Schriftsteller kennen. So entdeckt er das Schreiben für sich.

Antoine de Saint-Exupérys Leben als „schriftstellernder Pilot“

1923, nach gescheiterter Verlobung, arbeitet er erstmals als Pilot. Er macht mit Touristen Aussichtsflüge über Paris. 1925 entsteht seine erste Novelle – Der Flieger.

1926 übernimmt Saint-Exupéry für die Luftfrachtgesellschaft Latécoère die Postflüge auf der Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. 1927 und 1928 obliegt ihm die Leitung eines entlegenen Zwischenlandeflugplatzes in Spanisch-Marokko. Dabei macht ihn die Rettung von vierzehn in der Wüste notgelandeter Piloten, zum hochdekorierten Helden. In den Zeiten zwischen dem Eintreffen von Flugzeugen – schreibt Saint-Exupéry Südkurier (1928). Der Roman erzählt von einer unglücklichen Liebe und dem letzten Flug eines Piloten.

1929 geht Antoine de Saint-Exupéry zur Aeroposta Argentina nach Argentinien, um dort Flugpost- und Luftfrachtlinien einzurichten. In seinem Aufgabenbereich fallen die allerersten Nachtflüge – ein risikoreiches und gefährliches Unterfangen. Sein Roman Nachtflug (1930) zeugt davon. Er wird Saint-Exupérys erster großer Erfolg und 1931 mit dem „Prix Femina“ ausgezeichnet. 1933 wird – seine Geschichte eines tödlich endenden Nachtfluges – in Hollywood verfilmt.

1934 arbeitet Saint-Exupéry als Streckenpilot und als Versuchspilot für Wasserflugzeuge in Westafrika. Später macht er für die Air France Langstreckenflüge nach Asien. 1935 versucht er den Streckenrekord Paris-Saigon aufzustellen – und muss in der Wüste notlanden. Eine Karawane rettet ihn Tage später. 1938 versucht er den Rekordflug New York – Feuerland. In Guatemala stürzt er beim Start nach einer Zwischenlandung ab – und wird schwer verletzt. Die Genesungszeit nutzt er zur Fertigstellung eines Sammelwerkes aus älteren und neueren Texten – Wind, Sand und Sterne (1939). Es erzählt von Pflichterfüllung, Kameradschaft, Solidarität und Menschlichkeit. Es wird sein zweiter großer Erfolg und mit dem Grand Prix du Roman ausgezeichnet.

1939 zwingt ihn der Zweite Weltkrieg zurück in den Militärdienst. Als Pilot in einem Aufklärungsgeschwader wird er Zeuge, wie Nordfrankreich durch die Deutschen im Chaos versinkt. Er erlebt die Auflösung der französischen Truppen in Algerien. Er braucht eine Pause und geht in die USA. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet er in Flug nach Arras (1942). Der Roman spielt im besetzten Frankreich und enthält autobiografische Züge.

Anfang 1943 erscheinen in New York zwei kürzere Texte. Bei Brief an eine Geisel handelt es sich um einen fiktiven Brief an Saint-Exupérys jüdischen Freund de Werth, der die Franzosen zur Solidarität mit Frankreich aufruft. In der Märchenerzählung – Der kleine Prinz (1943) – treffen ein Bruchpilot und ein kleiner außerirdischer Junge in der Wüste aufeinander – und werden Freunde. Diese Geschichte macht Saint-Exupéry weltweit berühmt. In New York beginnt er auch die Arbeit an Stadt in der Wüste (1948).

Im Mai 1943 geht er zurück nach Algerien, um seinem Land wieder als Luftwaffenpilot zu dienen. Er ist in schlechter Verfassung – und wird nach einer Bruchlandung ausgemustert. Er schreibt weiter an Stadt in der Wüste – will aber auch fliegen. Sein Bekanntheitsgrad verhilft ihm zu einigen weiteren Aufklärungsflügen. Am 31. Juli 1944 startet er zu einem Aufklärungsflug ohne Rückkehr. Lange gilt er als vermisst. Erst im Jahr 2000 wird sein Flugzeugwrack im Mittelmeer entdeckt.

In Stadt in der Wüste gewährt Antoine de Saint-Exupéry einen tiefen Einblick in seine Seele. Der Roman wird 1948 posthum veröffentlicht. Er ist gespickt mit Poesie, Philosophie und Gebeten. Obwohl unvollendet – gilt er als sein wichtigstes Werk.

Inhaltsangaben

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