Anzahlung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Eine Anzahlung ist…

… der erste Teil einer Rechnungsbegleichung, der meist bei Geschäftsabschluss übergeben wird und dem Käufer ein Kaufrecht für ein bestimmtes Produkt sichert.
Auf die Anzahlung folgt mindestens eine weitere Rate, die in Zukunft noch gezahlt werden muss.
Das Produkt oder die Dienstleistung kann, je nach seiner Art unmittelbar oder auch erst zukünftig übergeben werden.

Beispiel

Johanna hat ihren Führerschein bestanden und entdeckt nun in einem Autohaus ein kleines Auto für 10.000 Euro, dass sie unbedingt haben möchte.
Sie hat aber zur Zeit nur 2000 Euro zur Verfügung.
Also vereinbart sie mit dem Autohändler eine Anzahlung von diesen 2000 Euro und eine monatliche Ratenzahlung über drei Jahre von 225 Euro pro Rate.
Nach drei Jahren kann Johanna ihr Auto beim Autohaus abholen und ist froh, da es nicht mehr erhältlich gewesen wäre.

Rechtliche Regelungen

Bei einem Vertragsgeschäft ist es eigentlich üblich, die gegeneinander gehandelten Leistungen innerhalb einer einzigen Handlung zu erfüllen.
Beispielsweise wird im Supermarkt an der Kasse bezahlt und der Einkauf direkt mitgenommen.
Auch beim Kauf größerer Waren auf Rechnung ist eine einmalige Zahlung der Normalfall.

Beim Kauf von Pauschalreisen und beim Autokauf ist es stattdessen eher die Regel eine Anzahlung zu vereinbaren.
Es kann eine Anzahlung im Voraus geleistet werden, dann dient sie um dem Kunden das gewünschte Produkt fest zuzusichern, auch wenn die Übergabe erst in Zukunft erfolgt ,
oder die Anzahlung kann als Sicherheit für den Verkäufer bestehen, da er definitiv zumindest einen Anteil des Verkaufspreises seines Produktes erhält .

Übliche Höhe einer Anzahlung

Eine allgemein gültige Höhe für Anzahlungen gibt es nicht, da verschiedene Faktoren die konkrete Anzahlungshöhe beeinflussen könne.
Zumindest für Pauschalreisen hat der Bundesgerichtshof (BGH) aber einen generellen Wert von 20 Prozent des Reisepreises als angemessen erklärt.

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Da Anzahlungen in gewissem Sinne als Kredite des Käufers an den Verkäufer betrachtet werden können – immerhin erhält der Verkäufer bereits eine Leistung ohne eine Gegenleistung erbracht zu haben, gibt es auch hier Sicherheiten, die der Käufer einfordern kann, um im Fall einer Insolvenz des Verkäufers oder anderen Problemen abgesichert zu sein, sein Geld vollständig zurückzuerhalten.

Diese Sicherheiten können eine Bürgschaft, eine Versicherung oder ein durch eine Bank ausgestellter Sicherungsschein sein.

Die wichtigsten Punkte

  • Die Anzahlung ist der erste Teilbetrag zur Rückzahlung einer Rechnungssumme
  • Sie sichert dem Käufer das Kaufrecht für das jeweilige Produkt
  • Sie dient dem Verkäufer als Sicherheit

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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