Arbeitnehmersparzulage in VWL leicht erklärt + Beispiel

Die Arbeitnehmersparzulage ist…

… eine staatliche Unterstützung für die private Vermögensbildung von Arbeitnehmern.
Sie erfolgt in Geldform und wird durch Steuermittel finanziert.
Recht auf diese staatliche Zuwendung hat jeder Arbeitnehmer, dessen Jahreseinkommen unter 20.000 Euro im Jahr liegt und einen Sparvertrag abgeschlossen hat.
Alle Regelungen zur Arbeitnehmersparzulage sind im fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) festgehalten.

Zulagebegünstigte Anlagemodelle

Um eine Zweckdienliche Verwendung der Arbeitnehmersparzulage zu sichern, wird diese nur dann gewährt, wenn der Arbeitnehmer Gebrauch von bestimmten Anlagemodellen anhand eines Sparvertrags macht.

Das können betriebliche Sparformen sein, durch die der Arbeitnehmer beispielsweise durch Mitarbeiteraktien seines Unternehmens stille oder Kommanditbeteiligung erhält,
es sind aber auch Anteile an Investmentfonds als unterstützte Anlageform möglich.
Hier werden Aktien-, Immobilien-, Renten- oder Mischfonds bevorzugt.

Ebenfalls werden Maßnahmen unterstützt, die den Erwerb von Immobilieneigentum zum Ziel haben, wie Bausparverträge oder Tilgungen von zum Erwerb von Wohneigentum aufgenommenen Darlehen.
Hierbei ist zu beachten, dass das Immobilieneigentum nicht als reine Geldanlage sondern zur Selbstnutzung und Wohnzwecken verwendet werden muss.
Banksparpläne oder kapitalbildende Lebensversicherungen dagegen werden nicht mehr durch die Arbeitnehmersparzulage unterstützt.

Rechtliche Regelungen

Der Arbeitnehmer muss für jedes neue Jahr der Laufzeit eines Anlagesparvertrags erneut einen Antrag auf eine Arbeitnehmersparzulage an das zuständige Finanzamt schicken, welcher wieder aufs neue nach bestimmten Kriterien geprüft und dann gewährt oder auch abgelehnt wird.
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit, welche meistens sechs Jahre und zusätzlich ein Jahr Sperrfrist lang läuft, erhält der Arbeitnehmer den angesparten Betrag – so denn einer entstanden ist und dieser nicht durch zulagenschädliche Kapitalverfügungen des Arbeitnehmers aufgebraucht wurde.
Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, mit seinen Arbeitnehmern einen zulagefähigen Sparvertrag abzuschließen, so denn der Arbeitnehmer ihn beantragt.

Die Kriterien, die der Arbeitnehmer erfüllen muss, damit ihm sein Antrag auf die Arbeitnehmersparzulage bewilligt wird, zum einen das bestehen eines zulagefähigen Anlagesparvertrags und zum anderen das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers.
Zur zeit liegt die Grenze des jährlichen Einkommens, ab dem der Arbeitnehmer keine Sparzulage mehr erhält, bei 17.900 Euro für Alleinstehende und 35.800 Euro für Ehegatten Sparanlagen zu wohnungswirtschaftlichen Zwecken betreffend und 20.000 Euro beziehungsweise 40.000 Euro bei anderen Anlageformen.
Für jedes Kind mit Kindergeldberechtigung gelten außerdem Freibeträge von 3.624 Euro pro Kind für Alleinstehende und 7.248 Euro pro Kind für Ehegatten.

Es wird immer das Einkommen betrachtet, was der Arbeitnehmer in dem Jahr verdient hat, in dem er das jeweilige Sparkapital angelegt hat.

Die wichtigsten Punkte

  • Um eine Arbeitnehmersparzulage zu erhalten, muss ein zulagefähiges Anlageprodukt gewählt werden
  • Die Anlage erfolgt durch den Arbeitgeber in einem Lohnabzugsverfahren
  • Die Prüfung der Zulageberechtigung eines Arbeitnehmers erfolgt jedes Jahr aufs Neue
  • Die Auszahlung des Angesparten Betrages erfolgt nach Ablauf der – meist sechs jährigen, plus ein Jahr Sperrfrist- Vertragslaufzeit
  • Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage beträgt jährlich 20% des Sparbeitrages bei der Anlage in Form von Fondsanteilen und jährlich 9% des Sparbeitrages bei immobilienbezogenen Anlageformen, beide Zulagen können auch gleichzeitig erhalten werden

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