Aufsichtsrat in BWL leicht erklärt + Beispiel

Welche Aufgaben hat der Aufsichtsrat?

Die wichtigste Tätigkeit des Aufsichtsrates, welches als Kontrollorgan zuständig ist, sind die Führung des Geschäftes sowie die Überwachung des Vorstands der Aktiengesellschaft (siehe bitte auch § 111 Absatz 1 AktG).

Um dies zu gewährleisten, kann das Kontrollgremium (Aufsichtsrat) beispielsweise in die Unterlagen der Aktiengesellschaft bzw. deren Buchhaltung Einsicht nehmen sowie überprüfen (§ 111 Absatz 2 Satz 1 AktG). Außerdem kann der Aufsichtsrat eine sogenannte Hauptversammlung bestimmen, wenn es so aussieht, dass das Wohl der AG gefährdet ist (§ 111 Absatz 3 AktG).

Die konstante Berichtspflicht des Firmenvorstands gegenüber dem Aufsichtsrat ist ein wichtiges Element der Kontrolle (siehe bitte auch § 90 Absatz 1 AktG). Dieser Berichtspflicht wird vor allem in den vorgeschriebenen, turnusmäßig erfolgenden Sitzungen des Aufsichtsrates nachgekommen. Es müssen mindestens 2 Sitzungen in einem Kalenderhalbjahr erfolgen. Wenn es sich um eine nicht börsennotierte AG handelt, reicht eventuell auch eine Sitzung pro Kalenderhalbjahr aus. (vgl. hierzu auch § 110 Absatz 3 AktG).

Der Aufsichtsrat kommt auf Grund einer Wahl der Hauptversammlung zu Stande. Die einzigen Ausnahmen sind sogenannte Entsendeberichte sowie die Wahlpflichtnach dem Gesetz hinsichtlich der Mitbestimmung). Für die Tätigkeit als Aufsichtsrat gibt es auch eine Vergütung (der Gesamtbetrag hinsichtlich dieser Vergütungen ist auf Grund von § 285 Nr. 9 HGB im Anhang mitzuteilen).

Auf Englisch wird es wie folgt genannt: supervisory board.

Vertretung der Aktiengesellschaft gegenüber dem Vorstand

Daneben ist der Aufsichtsrat als Vertretung der Aktiengesellschaft gegen Mitglieder des Vorstands sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich tätig (§ 112 AktG). Aber lediglich in diesen Fällen, da in den anderen Fällen der Vorstand die Aktiengesellschaft vertritt.

Beispielsweise verhandelt der Aufsichtsrat auch den Lohn bzw. die Vergütung sowie die entsprechenden Zielvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands.

Zusammenstellung des Aufsichtsrats

Die Zusammenstellung des Aufsichtsrats ist in § 96 AktG gesetzlich festgehalten. Die Bestellung des Aufsichtsrats erfolgt durch die Hauptversammlung (siehe bitte auch § 119 Absatz 1 Nr. 1 AktG).

Es gibt hier jedoch hinsichtlich der Wahl sowie der Bestellung durch die Hauptversammlung auch Ausnahmen, wie beispielsweise, wenn bei einer Vereinbarung hinsichtlich einer Entsendung oder bei einer Wahlpflicht für Mitglieder des Aufsichtsrats der Arbeitnehmer nach dem sogenannten Mitbestimmungsgesetz (siehe hierzu bitte auch § 119 Absatz 1 Nr. 1 AktG).

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Es bilden mindestens 3 Mitglieder den Aufsichtsrat. Die Satzung kann allerdings auch eine höhere Zahl von Mitgliedern bestimmen. Es gibt doch noch eine wichtige Vorschrift: Die Anzahl muss durch drei teilbar sein (beispielsweise 12 Mitglieder des Aufsichtsrats), siehe bitte auch § 95 AktG.

Die Höchstzahl der Mitglieder im Aufsichtsrat ist gesetzlich begrenzt und ist von dem Grundkapital der Aktiengesellschaft abhängig. Maximal dürfen es 21 Mitglieder im Aufsichtsrat sein. (siehe hierzu bitte auch § 96 Satz 4 AktG).

Wenn sich die Firma nach dem Mitbestimmungsgesetz richten muss, besteht der Aufsichtsrat beispielsweise jeweils aus 10 Arbeitnehmern sowie 10 Vertretern der Aktieninhaber, was insgesamt 21 Mitglieder ausmachen würde.

Benennung der Mitglieder des Aufsichtsrats im Anhang

Alle Mitglieder eines Aufsichtsrats, selbst wenn sie im Geschäftsjahr oder später ausgetreten sind, sind inklusive der ausgeübten Berufe und bei börsennotierten Unternehmen auch die Mitgliedschaft in sogenannten Aufsichtsräten sowie weiteren Kontrollgremien, im Anhang des Jahresabschlussberichtes zu benennen (siehe hierzu bitte auch § 285 Nr. 10 HGB sowie § 125 Absatz 1 Satz 5 AktG).

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Es können gemäß § 107 Absatz 3 Satz 1 AktG sogenannte Ausschüsse vom Aufsichtsrat bestellt werden, die dann etwaige Beschlüsse oder Verhandlungen vorbereiten sowie die Überwachung der Ausführung dieser Beschlüsse übernehmen.

Beispielsweise gehört zu diesen Ausschüssen auch der Prüfungsausschuss (auch audit committee genannt). Dieser überwacht den Rechnungslegungsprozess, das sogenannte Risikomanagementsystem (RMS), das sich intern befindliche Revisionssystem, die Wirksamkeit des sich intern befindenden Kontrollsystems (IKS) sowie auch die Abschlussprüfung (was auch compensation committee genannt wird).

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