Ausbildungsbescheinigung: Wo bekommt man sie her? Aufklärung

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Eine Ausbildungsbescheinigung erhalten Sie in der Personalstelle des ausbildenden Betriebes. Da oftmals Behörden eine solche Bescheinigung verlangen, sind die Betriebe zur Ausstellung verpflichtet. Falls Sie eine vollschulische Ausbildung absolvieren und in dem betreffenden Betrieb lediglich ein Praktikum machen, werden Sie an die Schule verwiesen werden. Dann muss das Sekretariat der Schule Ihnen eine Ausbildungsbescheinigung ausstellen,

Wenn von Ihnen mehrere Original-Ausbildungsbescheinigungen verlangt werden, sind der Betrieb oder die Schule auch verpflichtet, mehrere Exemplare auszustellen.

Ob Sie eine formlose Ausbildungsbescheinigung benötigen oder ob Sie einen vorgeschriebenen Vordruck ausfüllen müssen, hängt davon ab, zu welchem Zweck Sie diese Bescheinigung verwenden wollen. Nachfolgend sind die häufigsten Arten von Ausbildungsbescheinigungen und deren Verwendungszweck aufgeführt.

Ausbildungsbescheinigung für die Beantragung von Kindergeld

Kindergeld kann über das 18. Lebensjahr bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden, wenn ein Kind für einen Beruf ausgebildet wird. Für den Antrag, den Eltern über die Familienkasse bei der zuständigen Bundesanstalt für Arbeit stellen müssen, ist ein spezieller Vordruck erforderlich. Diesen Vordruck müssen Sie ausgefüllt und unterschrieben zusammen mit einer Kopie des Ausbildungsvertrages oder einer Bestätigung des Ausbildungsbetriebes einreichen.

Den Vordruck „KG5b“ erhalten Sie auch online unter dem Link

https://www.kindergeld.org/download/KG5b_Ausbildungsverhältnis.pdf

Der Vordruck ist neben der deutschen Ausfertigung auch in vielen anderen Sprachen erhältlich.

Achtung: Da Kindergeld nur bis zu 6 Monate rückwirkend ab Antragstellung gezahlt wird, sollten Sie den Antrag nicht auf die lange Bank schieben. Darüber hinaus gibt es Einschränkungen, über die Sie sich bei der zuständigen Familienkasse erkundigen können. So steht beispielsweise Kindergeld bei einer Zweitausbildung nur dann zu, wenn ein Kind nicht mehr als 20 Stunden nebenher arbeitet.

Ausbildungsbescheinigung für Berufsausbildungsbeihilfe

Berufsausbildungsbeihilfe wird von der Bundesagentur für Arbeit bei betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen in Form eines Zuschusses gezahlt. Sie steht dann zu, wenn ein/e Auszubildende/r in einer eigenen Wohnung lebt, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist, um noch bei den Eltern wohnen zu können. Die Voraussetzungen können auch dann vorliegen, wenn ein/e Auszubildende/r über 18 Jahre alt ist oder wenn sie/er verheiratet ist oder in einer Partnerschaft lebt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Antragsteller Elternteil eines Kindes ist und nicht in der Wohnung ihrer/seiner Eltern lebt.
Weiterhin kann Berufsausbildungsbeihilfe auch für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen beantragt werden.

Achtung: Da der Zuschuss nur ab dem Monat der Antragstellung bewilligt wird, sollten Sie Ihn am besten schon vor der Ausbildung beantragen. Mit Ausnahme von berufsvorbereitenden Maßnahmen gilt außerdem, dass sowohl das Einkommen der/s Auszubildenden als auch das Einkommen der Eltern oder des Ehegatten angerechnet wird, wenn bestimmt Freibeträge überschritten werden.

Der Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe muss bei der Bundesagentur für Arbeit bestellt oder abgeholt werden, er ist nicht online erhältlich. Als Nachweis können Sie einen abgestempelten Ausbildungsvertrag beifügen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie den Antrag nach vorheriger Registrierung auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit online stellen:

https://con.arbeitsagentur.de/prod/egov/registrierung-personen

Ausbildungsbescheinigung für Schüler-BAföG

Als Schüler/in in einer Ausbildung können Sie BAföG erhalten, wenn Sie aufgrund der Ausbildung nicht mehr bei Ihren Eltern wohnen, weil die Ausbildungsstätte von dort aus nicht erreichbar ist. Ein Anspruch kann auch vorliegen, wenn Sie aufgrund Heirat oder Lebenspartnerschaft einen eigenen Haushalt führen oder mit mindestens einem Kind in einer eigenen Wohnung leben.

Zu den geförderten Ausbildungsarten zählt auch die schulische Ausbildung ab Klasse 10 in Berufsfach- und -aufbauschulen, in Fach- und Fachoberschulen oder in Abendhaupt- und -realschulen oder Abendgymnasien und in Kollegs. Für betriebliche Ausbildungen oder überbetriebliche Ausbildungen im dualen System besteht hingegen kein Anspruch.

Den Antrag finden Sie online unter dem Link:

https://www.bafoeg-antrag.de/downloads/bayern_ausbildungsbescheinigung.pdf

Dem Antrag müssen Sie eine Bescheinigung über den Besuch einer Ausbildungsstätte, die Teilnahme an einem Praktikum oder einem Fernunterrichtslehrgang beilegen.

Für Schülerinnen und Schüler erfolgt die Förderung komplett als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Einkünfte und Vermögen des Antragstellers und der Eltern werden allerdings angerechnet.

Ausbildungsbescheinigung bei Antrag auf Ermäßigung bei sonstigen Einrichtungen

Als Auszubildende/r können Sie Ermäßigung im öffentlichen Nahverkehrerhalten, ebenso bei öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Büchereien und Museen. Für die Antragstellung ist kein spezieller Nachweis nötig. Ausreichend sind in der Regel eine formlose Bescheinigung des Betriebes oder der Schülerausweis, wenn Sie nebenbei eine Berufsschule besuchten. Manchmal ist auch eine Kopie des Ausbildungsvertrages ausreichend.

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