Außerordentliches Ergebnis in BWL leicht erklärt + Beispiel

Definition der Kennziffer: außerordentliches Ergebnis

Beim außerordentlichen Ergebnis handelt es sich um eine Zwischensumme in der GuV nach § 275 HGB. Es errechnet sich aus dem Saldo von außerordentlichen Erträgen und außerordentlichen Aufwendungen.

Wegfall ab 2016

Das BilRUG (Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzt) gibt an, dass das außerordentliche Ergebnis in der GuV ab 2016 nicht mehr ausgewiesen werden muss. Dies bedeutet, dass in dem unten stehenden Beispiel die Positionen 14 bis 16 aus der GuV wegfallen. Als Konsequenz ergibt sich, dass auch die vorangehende Zwischensumme „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ nicht mehr aufgeführt wird.

Die Erträge und Aufwendung außergewöhnlicher Natur verschieben sich somit in die sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Diese sind im Anhang mit Betrag und Art auszuweisen, außer sie sind unwesentlich (§ 285 Nr. 31 HGB).
Der Jahresabschluss 2015 muss noch nach alter Rechtslage und altem GuV-Schema durchgeführt werden.

Die Unterteilung in gewöhnliche und außergewöhnliche Ergebnisse soll dem Leser Bilanz erleichtern einzelne Beträge welche nicht oder selten wiederkehren leichter zu erkennen.
Viele Unternehmen müssen kein außerordentliches Ergebnis ausweisen, da sie keine außergewöhnlichen oder seltenen Geschäftsvorfälle vorzuweisen haben.

Als alternativer Begriff wird auch „A.o. Ergebnis“ verwendet.

Der Inhalt des außerordentlichen Ergebnisses

Die Position für außerordentliche Ergebnisse ist nach § 277 Abs. 4 Satz 1 HGB für Erträge und Aufwendungen vorgesehen, welche außerhalb der üblichen Geschäftstätigkeit anfallen.
Solange diese Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung für die Einschätzung der Betragslage sind, müssen diese außerordentlichen Posten bei mittleren und großen Kapitalgesellschaften (und ähnlichen Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter, vor allem GmbH & Co. KG) im Bezug auf Betrag und Art im Anhang erläutert werden (§ 277 Abs. 4 Satz 2 HGB).

Kleine Kapitalgesellschaften sind nach § 276 Satz 2 HGB von dieser Pflicht zur Angabe befreit. Weiterhin muss beim Vorliegen solcher Ergebnisse nach § 285 Nr. 6 HGB im Anhang erklärt werden, inwiefern Steuern vom Einkommen und Ertrag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sowie das außerordentliche Ergebnis belasten.
Diese Angabe wird ab 2016 nach § 285 Nr. 6 HGB durch das BilRUG wegfallen.

Beispiele für außerordentliche Aufwendungen bzw. Erträge

Die Umstellung auf BilMoG

Im Zusammenhang mit der Umstellung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) müssen anfallende Aufwendungen und Erträge laut Art. 67 Abs. 7 EGHGB zum Teil auch als außerordentliche Aufwendungen oder außerordentliche Erträge verbucht werden.
Solche Aufwendungen und Erträge sind nicht Teil der üblichen Geschäftstätigkeit, sondern sind einmalig (außergewöhnlich) und fallen somit unter die Umstellung auf das BilMoG.

Flut- und Hochwasserschäden

Schäden, welche durch Flut oder Hochwasser entstanden sind, können als außergewöhnliche Aufwendungen aufgenommen werden. Sie sind in der Regel einmalig oder zumindest selten.

Verkauf von Beteiligungen

Wenn ein Unternehmen nicht in seinem üblichen Geschäftsgebaren Anteile verkauft, kann eine solche Veräußerung ebenfalls als außergewöhnlicher Ertrag erfasst werden. Handelt ein Unternehmen regelmäßig mit Beteiligungen, eher nicht.

Sanierungen

Hohe Ausgaben für Sanierung oder Restrukturierung werden bei angemessener Größenordnung häufig als außerordentliche Aufwendung angegeben.

Das außerordentliche Ergebnis im Gesamtkostenverfahren

Nach GuV-Ermittlung im Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) können die GuV-Positionen 15 bis 17 ebenfalls als außerordentliche Ergebnisse ausgewiesen werden.

Das außerordentliche Ergebnis im Umsatzkostenverfahren

Bei GuV-Ermittlung im Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) können die Positionen 14 bis 16 als außerordentliche Ergebnisse ausgewiesen werden.

Im unten stehenden Beispiel ist das außerordentliche Ergebnis der Saldo aus den außerordentlichen Erträgen (200.000 Euro) und den außerordentlichen Aufwendungen (100.000 Euro) und beträgt somit 100.000 Euro.

GuV nach dem Umsatzkostenverfahren
1. Umsatzerlöse 10.000.000
– 2. Herstellungskosten 6.000.000
= 3. Bruttoergebnis vom Umsatz 4.000.000
– 4. Vertriebskosten 1.000.000
– 5. Allgemeine Verwaltungskosten 600.000
+ 6. Sonstige betriebliche Erträge 200.000
– 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 800.000
= Betriebsergebnis (EBIT) 2.000.000
+ 8. Erträge aus Beteiligungen 100.000
+ 9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 150.000
+ 10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 100.000
– 11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
50.000
– 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 800.000
= 13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.500.000
+ 14. Außerordentliche Erträge 200.000
– 15. Außerordentliche Aufwendungen 100.000
= 16. Außerordentliches Ergebnis 100.000
– 17. Steuern vom Einkommen und Ertrag 400.000
– 18. Sonstige Steuern 0
= 19. Jahresüberschuss 1.200.000

 

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