Auto abschleppen ohne Führerschein – darf man das?

Mit Abschleppen bezeichnet man Ziehen eines betriebsunfähigen Fahrzeugs mit der Hilfe von einem zweiten Kraftfahrzeug, was eine Nothilfemaßnahme für das defekte Fahrzeug darstellt. Zum Verbinden der Fahrzeuge wird meist ein Abschleppseil bzw. eine Abschleppstange wahlweise eine Abschleppachse genutzt. Im Straßenverkehr unterscheidet man zwischen Abschleppen und Schleppen. Nun zu der Frage darf man auch ohne Führerschein ein Fahrzeug das abgeschleppt wird lenken oder ist es vom Gesetz verboten?

Wann wird abgeschleppt?

In Deutschland wurde die Abschleppung im §15aStVO normiert. Abschleppen ist immer nur dann erlaubt, wenn ihm der Nothilfegedanke als Basis vorliegt, also ein liegengebliebenes Fahrzeug eine Gefahr im Verkehrsraum für die anderen Verkehrsteilnehmer darstellt. Wenn kein Nothilfegedanke zugrunde liegt, ist es ein Vorgang des „Schleppens“. Krafträder darf man nicht abgeschleppen.
Wird das Fahrzeug mit Hilfe von Abschleppstange- oder einem -seil abgeschleppt, muss an beiden Fahrzeugen die Warnblinkanlage angeschaltet sein. Beim Abschleppen mit Hilfe eines Abschleppwagens (der zulassungsrechtlich als Arbeitsmaschine dient) muss zwingend eine Beleuchtung vorhanden sein, die mit Fahrtrichtungsanzeigern ausgestattet ist (StVO). Auf den Autobahnen ist das Abschleppen nur bis zur ersten Ausfahrt gesetzlich erlaubt, nur wenn, eine Ausnahmegenehmigung als Einzelgenehmigung oder als Dauerausnahmegenehmigung liegt vor. Diese erlaubt in der Regel eine Entfernung von max. 100 km vom Betriebssitz eines Abschleppdienstes. Beim Abschleppvorgang von Amts darf man nicht auf Autobahnen einfahren. Liegengebliebene Krafträder werden nicht abgeschleppt. Sie müssen verladen und transportiert werden. Abgeschleppt werden darf nur max. bis zur nächsten Stelle, an welcher das fahruntüchtige Fahrzeug für andere, nicht mehr eine Gefahr darstellt oder bis zur nächsten geeigneten Werkstatt.

Es wird auch von Amts wegen abgeschleppt

1. Parken auf dem ausgewiesenen Behindertenplatz. In Fällen, wenn ein Parkplatz, der mit einem Schild gekennzeichnet und für bestimmte Schwerbehinderten reserviert ist, werden alle Fahrzeuge, auch die von anderen nicht berechtigten Schwerbehinderten, abgeschleppt.
2. Parken an Stellen, an denen der normale Straßenverkehr behindert wird, beispielsweise auch dann, wenn Fußgänger, Mütter mit Kinderwagen, Radfahrer usw. auf die Fahrbahn ausweichen müssen.
3. Parken ist vor Ein- / Ausfahrten von privaten Grundstücken, Höfen, Garagen, Krankenhäusern, vor dem Standort der Feuerwehr, der Ein-/Ausfahrt von Tiefgaragen u.a., wenn einer in die Einfahrten einfahren oder sie verlassen will wäre das i dem Fall nicht möglich und auch bei engen Straßen auf der Gegenseite ist Parken nicht erlaubt (Die Mindestrestbreite einer Straße sollte 3 m betragen). Hier wird das Fahrzeug vom Abschleppdienst weggeräumt.
4. Das Zuparken von andern Pkws in zweiter Reihe auf einer Straße oder in der dritten Reihe auf Parkplätzen außerhalb von offiziellen Fahrbahnmarkierungen ist nicht gestattet.
5. Parken im mobilen Halteverbot, eingerichtet z.B. für Bauarbeiten oder Umzüge, nach der Einrichtung dieser Zonen.
6. Parken in einer explizit gekennzeichneten Ladezone von einem Geschäft, hier werden Zulieferer behindert.
7. Parken in der Zufahrt einer Feuerwehr und einer Rettungsdienstes.
8. zur Eigentumssicherung, wenn Fahrer oder Pkw nicht verkehrstauglich sind, und das Fahrzeug nicht anders entfernt werden kann.
Wegen einer negativen Vorbildwirkung der falsch geparkten Fahrzeuge sind Überwachungsbehörden (Polizei, Stadtverwaltungen) immer mehr dazu übergegangen, grundsätzlich diese KFZs von Amts wegen abzuschleppen.
Ein unberechtigt Privatgrund geparktes Fahrzeug kann der Eigentümer und auch der Mieter der derart blockierten Parkfläche das fremde Fahrzeug vom Abschleppdienst entfernen lassen. Auch hier spielt die negative Vorbildwirkung oftmals eine große Rolle beim Abschleppen. Der private Auftraggeber muss in dem Fall zunächst den Abschleppauftrag selbst bezahlen. Er kann sich auf dem Rechtsweg diese Kosten beim sogenannten Störer zurück holen. Hausrechtsinhabern greifen hier auf Dritte (Dienstleister) zurück. Landesrechtlich wird der Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften bezüglich dem Parken auf einem privaten Grund als Ordnungswidrigkeit gewertet.

Fazit – Zwischen Abschleppen und Schleppen unterscheiden

Das Abschleppen ist eine Nothilfemaßnahme, die hilft ein defektes Fahrzeug zu einem anderen Ort zu transportieren, damit es eine Reparatur gemacht bekommt. In diesem Fall muss nur der Fahrer des abschleppenden Fahrzeugs eine gültige Fahrerlaubnis besitzen.
Schleppen ist keine Nothilfemaßnahme, in dem Fall muss also auch der Fahrer des geschleppten Fahrzeuges eine gültige Fahrerlaubnis vorweisen. Es ist also eine Fallentscheidung, ob der Fahrer des abgeschleppten Fahrzeugs einen Führerschein besitzen muss oder nicht.

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