Beileid ausdrücken richtig gemacht – das sollten Sie wissen

In jedermanns Leben gibt es von Zeit zu Zeit tragische Verluste, kleinere und ganz große. Solange es jedoch noch nicht dazu kam, ignoriert man die Tatsache, irgendwann einmal einen Verlust hinnehmen zu müssen.

Todesfälle können tiefe Wunden und nie verschwindene Narben bei ihren nahestehenden, zurückgelassenen Menschen verursachen. Wer selbst schon mehrmals die Erfahrung machen musste, konnte wahrscheinlich feststellen, dass es unterschiedlich große Lücken macht, wenn ein Mensch aus seinem Leben verschwindet. Einem persönlich wertvollem Menschen für immer „Leb‘ wohl“ zu sagen, ist keinesfalls leicht und kann auch erhebliche Auswirkungen auf das eigene Dasein haben.

Es sind aber nicht nur die Trauerfälle im eigenen Umkreis (Familie, Freunde..), die uns zu schaffen machen können, sondern auch die Verluste eines Freundes, guten Kollegen, oder auch Bekannten. Wie äußert man sich nun, in einer solchen Situation, ihnen gegenüber?! Oftmals fehlen einem, auf den sensiblen Zustand passende Worte, um sich angemessen auszudrücken, unterdessen man die eigene Relation zum Trauernden und auch zum Verstorbenen nicht außer Acht lassen darf.

Um in Zukunft besser mit solchen Konfrontationen umgehen zu können und um sein echtes Mitgefühl entsprechend kundzutun, sind nachfolgend eine Anzahl an hilfreichen Ratschlägen zu finden.

1. Drücken Sie grundsätzlich aus, was Sie dem Trauernden, für die kommende Zeit und seinen weiteren Lebensweg, wünschen. Er soll tröstende Momente der Erinnerung wahren, Hoffnung und neue Kraft finden und stets zuversichtlich sein. Je nachdem inwieweit Sie mit Ihrem Bekannten in Verbindung stehen, könnten Sie auch am Ende anmerken, dass Sie an ihn denken. Selbstverständlich nur, wenn dem auch der Fall ist. Solche Sätze prägen sich, vor allem in einer solch angeschlagenen Zeit, im Gedächtnis ein, was dem Trauernden wiederum einen Halt gibt.

2. Ein Beileidschreiben sollte niemals überflüssig ausgeschmückt werden. Fassen Sie sich ruhig kurz mit ein paar wenigen, aber treffenen Zeilen, die vom Herzen kommen. Das sagt viel mehr aus, als ein endloser Brief, mit dem sich im Moment ohnehin noch niemand befassen kann.

3.Lassen Sie den Trauernden auch an Ihrer eigenen Gefühlswelt teilhaben. Tauschen Sie sich über Erinnerungen an den Verstorbenen aus, für welche Charaktereigenschaften hat er Ihren größten Respekt verdient? Selbstverständlich soll nur Positives hervorgebracht und bemerkt werden.

4. Seien Sie jedoch darauf bedacht, dass die persönliche Ebene der Trauerbezeugung nicht immer angemessen ist. Richten Sie sich nach Ihrem Verhältnis zum Verstorbenen und zu dessen Angehörigen. Geht es um Arbeitskollegen, Vorgesetzte oder andere Persönlichkeiten, zu denen Sie mehr eine „geschäftliche Beziehung“ pflegten, ist ein formeller Stil adäquat, während Sie bei Verwandten und Freunden im Normalfall auf persönlicherer Ebene artikulieren können.

Zitate sind im Prinzip die beste Möglichkeit, Ihre Anteilnahme mitzuteilen. Wählen Sie aber auch hier, zum Verstorbenen passende Textstellen, aus. Sind die Aussagen der Zitate absolut unzutreffend auf den Verstorbenen, ist an sich die komplette Trauerbezeugung hinfällig bzw. unglaubwürdig, da dies zum Teil einen fatalen Fehler darstellen, und Ihnen manch ein Trauergast sehr übel nehmen, könnte. Beispiel: Sind die Hinterbliebenen, als auch der Verstorbene unchristlich, ist eindeutig davon abzuraten, religiösen Kontext oder gar Psalme für das Beileidsschreiben zu verwenden.

Außerdem möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige Formulierungshilfen zur Hand geben:

DIE ANREDE

An Freunde und Bekannte
Liebe Katharina/Lieber Thomas,

An Vorgesetzte und Kollegen
Sehr geehrte Frau Doktor Krüger, Sehr geehrter Herr ..

DER EINSTIEG

An Freunde und Bekannte

Ich kann es nicht fassen, dass (…) uns von nunan für immer verlassen hat.
oder
Wir sind sehr zutiefst traurig, dass (…) nicht mehr länger unter uns ist.
oder
Mit großer Bestürzung habe ich vom tragischen Tod (…) erfahren.

An Vorgesetzte und Kollegen
Zum Tode (…) sprechen wir Ihnen unser tiefes Mitgefühl aus.
oder
Mit großem Bedauern haben wir heute vom Tode Ihrer (…) erfahren.
oder
Zu Ihrem schweren Verlust durch den Tod (…), spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus.
oder
Wir teilen den schmerzlichen Verlust mit Ihnen, den Sie durch den unerwarteten Tod von (…) erleiden müssen.

WERTSCHÄTZUNG DER/DES VERSTORBENEN

Waren Sie mit der verstorbenen Person gut vertraut, fallen Ihnen sicherlich diverse , unvergessliche Erlebnisse oder Eigenschaften ein, die Sie mit ihm in Verbindung bringen können und besonders geschätzt haben.
Sie war meine (…), ich werde sie niemals vergessen.
Wir hatten (…) sehr, sehr gerne. Diese Lücke, die (…) hinterlässt, wird schwer zu schließen sein.

Formulieren Sie ein Kondolenzschreiben für einen Kollegen oder Vorgesetzten, könnte es wie folgt lauten:
In all den Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir seine faire, herzliche Art und vor allem seine fachliche Kompetenz geschätzt.
Wir können wohl kaum ermessen, welchen Verlust sein Tod für Ihr Unternehmen darstellt.
Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an sie erinnern.
Alle, die sie kennen durften, haben ihre ganz besondere Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft geschätzt.

DER SCHLUSSGRUSS

Geht es um Freunde oder Verwandte, finden Sie hier Platz, um Ihre Wünsche an diese für die Zukunft zu übermitteln. Kraft, Ruhe, Aufarbeitung der Geschehnisse und vor allem Verarbeitung der Vorfalls, vielleicht sogar ein unterstützendes Hilfsangebot – mit all dem könnten Sie Ihre Beileidsbezeugung abschließen.
Mit stillem Gruß an euch
Sei fest umarmt
In tiefster Trauer und innigem Mitgefühl
Ich bin unendlich bestürzt, und in Gedanken immer bei Euch

Stehen Sie dem Trauernden nicht oder kaum persönlich nahe, beenden Sie das Schreiben mit distanzierten Ausdrücken.
Ich trauere mit Ihnen.
Ich wünsche Ihnen Gottes Segen, und all die Kraft, die Sie nun brauchen
Ich kann nur erahnen, wie tief Ihr Schmerz und die Trauer sind.
Ich bin da für Dich, wenn du jemanden brauchst.

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