Beileidsbekundungen stilvoll schreiben – das sollten Sie wissen

Der Tod ist ein Thema, das jeden Betrifft, worüber jedoch keiner so wirklich sprechen möchte. Dem Unausweichlichen auszuweichen ist mit der Zeit fast schon zum ungeschriebenen Gesetz in der Gesellschaft geworden. Doch egal wie sehr wir uns bemühen: Eines Tages in unsere Reise hier auf der Erde zu ende und wir müssen loslassen. Besonders schmerzhaft ist es, einen Menschen zu verlieren, der uns sehr viel bedeutet. Deshalb tut es gut, in der Phase tiefster Trauer einige herzliche Beileidsbeurkundungen zu erhalten und signalisiert zu bekommen, dass man mit seiner Trauer nicht alleine ist.
Viele wissen nicht genau, was man in eine Karte oder einen Brief an die trauernde Person schreibt, so dass sie sich getröstet und wahrgenommen fühlt.

MAN MUSS KEIN POET SEIN

Trauernde Menschen verunsichern uns manchmal, weil wir Angst haben, das Falsche zu tun oder die Person nicht trösten zu können. Einige fragen sich, ob es nicht genügt, seine Anteilnahme mündlich auszudrücken, oder ob eine Karte geschrieben werden muss. Eine allgemeine Antwort auf diese Frage gibt es jedoch nicht. Letztendlich liegt es an uns, wie wir unsere Trauer und unseren Beistand mitteilen möchten. Als Richtlinie wird empfohlen, zu beachten, wie nahe man der verstorbenen Person stand. War es ein Arbeitskollege, ein Nachbar, oder doch ein guter Freund oder Bekannter?

Umso näher man der Person stand, desto schneller sollte die Beileidsbeurkundung erfolgen. Dies sollte zuerst mündlich geschehen, damit die Angehörigen direkt wissen, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Da ein Todesfall viel organisatorische Arbeit mit sich bringt und leicht vergessen werden kann, wer sich wie zum Tod der Person geäußert hat, sollte eine Trauerkarte folgen. Das erinnert die Hinterbliebenen nicht nur daran, dass man Anteil genommen hat, sondern kann immer wieder gelesen werden und Trost spenden.

Viele, die nicht an der Trauerfeier teilnehmen konnten, oder die Person kaum kannten, drücken ihre Anteilnahme nur schriftlich aus. Doch an diesem Punkt sind einige verunsichert und fragen sich: „Wie schreibe ich eine Trauerkarte richtig?“

Bevor man sich den Kopf zerbricht, sollte man wissen, dass man kein großer Poet oder Schriftsteller sein muss, um sein Beileid zum Ausdruck zu bringen. Es kommt auf die Geste an und ist kein Wettbewerb, wer sich besser formulieren kann. Damit die Unsicherheit keinerlei Chance hat, kann man sich ganz einfach an folgende Struktur halten:

Anrede der Hinterbliebenen
Einleitung
Beileidsbeurkundung
Wie stand man zur verstorbenen Person?
Gedenken an die verstorbene Person und Persönliches
Unterstützung und Trost in der Zeit der Trauer anbieten
Abschließende Grußworte

Im Grunde genommen, ähnelt eine Beileidsbeurkundung vom Aufbau her einem normalen Brief.

Wann sollte man seine Anteilnahme zum Ausdruck bringen?

Den richtigen Zeitpunkt gibt es leider nicht. Ein Todesfall bringt viel Trauer mit sich und ist für alle ein schweres Thema. Wichtig ist nur, dass man (vor allem, wenn man den Verstorbenen gut kannte) nicht zu lange wartet. Man macht es sich selbst nur schwerer, wenn man die Anteilnahme herauszögert. Wer auf den richtigen Augenblick wartet, der verpasst manchmal die beste Gelegenheit. Besonders dann, wenn man der verstorbenen Person nahe stand, sollte man gleich reagieren und einer der ersten Unterstützer der Hinterbliebenen sein.

Es wird empfohlen, sein Beileid so früh, wie möglich mitzuteilen, um zu vermitteln, dass einem der Tod nahe geht. Sollte es der Fall sein, dass man von außenstehenden Personen vom Trauerfall erfahren hat, so kann man abwarten, bis die Betroffenen einem den Sterbefall selbst mitteilen. Dies gilt vor allem, wenn man den Verstorbenen nicht sehr gut kannte.

Ist ein Freund oder enger Kollege verstorben, so kann man jedoch von sich selbst aus auf die Hinterbliebenen zugehen und ihnen mitteilen, dass man vom Tod erfahren hat und zum Ausdruck bringen, wie leid einem das tut.

Unabhängig davon, wie nahe man der Person stand, sollte man seine Anteilnahme auf jeden Fall zeigen. Aus Unsicherheit der Beileidsbeurkundung auszuweichen ist eine verpasste Chance, für die Hinterbliebenen da zu sein und ihnen zu zeigen, dass man an sie denkt. Das kann in Zeiten der Trauer für beide Seiten etwas sehr Wertvolles sein. Denn gemeinsam durch eine Krise zu gehen, kann ungemein verbinden und stärken. Selbst wenn man nur Trost mit Worten spendet oder die Trauernden wissen lässt: Ich denke an euch!
Versetzt man sich selbst in die Lage der Angehörigen, so merkt man schnell, dass da sein manchmal alles ist, was zählt.

Tipps zur richtigen Gestaltung der Karte oder des Briefes

In unserer Kultur gilt schwarz als die typische Trauerfarbe. Aus diesem Grund sind Trauerkarten meistens in schlichten Farben gehalten, wie zum Beispiel weiß, grau, beige oder eben schwarz. Wer die Karte selbst gestalten möchte, sollte daher darauf achten, keine bunten Farben zu wählen, da das die Angehörigen verunsichern und falsch aufgenommen werden könnte.

Als Verzierung dienen üblicherweise religiöse, insbesondere christliche Symbole, wie Kreuze, betende Hände und Engel. Doch auch Lilien, Bäume und weiße Rosen sind keine Seltenheit und vor allem für nicht religiöse Angehörige eine gute Alternative.

Wird ein Kondolenzschreiben bevorzugt, sollte weißes und hochwertiges Papier verwendet werden. Wichtig ist es, zu beachten, dass schwarz umrandetes Papier für die Hinterbliebenen bestimmt ist und so nicht verwendet werden sollte. Die Anteilnahme sollte handschriftlich und im besten Fall mit schwarzer Tinte erfolgen. Das sieht nicht nur edel aus, sondern drückt aus, dass man sich Zeit genommen und Gedanken gemacht hat. Vorgedruckte Karten ohne persönliche Worte zollen dem Verstorbenen keinen Respekt und können bei den Angehörigen zu Irritation führen. Deshalb sollte der Verstorbenen immer in Form von einigen persönlichen Gedanken gewürdigt werden.

Tröstende und persönliche Worte finden

Wie bereits weiter oben erwähnt, muss man kein Poet sein, um eine Trauerkarte oder ein Kondolenzschreiben zu verfassen. Viele sind trotzdem verunsichert, wie sie sich ausdrücken sollen. Man möchte einfühlsam sein Bedauern zum Ausdruck bringen und möglichst tröstende Worte finden.

Viele schöne Trauersprüche stehen zur Auswahl, die mit in das Schreiben eingebracht werden können. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass nicht jeder Spruch zu jedem Trauernden passt. Sind die Hinterbliebenen beispielsweise nicht gläubig, so sind religiöse Sprüche und Bibelzitate nicht die erste Wahl, denn das könnte zu Irritationen führen. Ist das Gegenteil der Fall, so freuen sich die Angehörigen mit Sicherheit über tröstende Worte aus der Bibel.

Auch wenn ein Trauerfall eine tragische Angelegenheit ist, sollte stets auf einen positiven Grundton geachtet werden. Aussagen, die vermitteln, wie schrecklich der Verlust ist, oder dass der Verstorbene unersetzbar ist und eine große Leere hinterlässt, sollten vermieden werden. Denn solche Formulierungen, seien sie auch noch so wahr, können die Trauer verstärken. Auch Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Alles wird wieder gut!“ sollten vermieden werden, da sie vermitteln, dass man sich keine großen Gedanken gemacht hat und einfach irgendetwas beitragen wollte.

Seine Betroffenheit und Mitgefühl für die Angehörigen zurückhaltend auszudrücken, ist die beste Wahl. Wer unsicher ist, was angebracht ist, der kann bei den Trauernden fragen, was sie benötigen, um gut durch die schwere Zeit zu kommen und seine Worte entsprechend wählen. Egal, ob die Hinterbliebenen Rückzug oder Ablenkung benötigen: Jede Entscheidung sollte respektiert werden und die Worte je nachdem zurückhaltend oder unterstützend sein.

Wie man Beileidsbeurkundungen richtig formuliert

 

Beispiele für eine gelungene Anrede

Sehr geehrte / Liebe Trauerfamilie
Liebe Trauernde
Liebe Angehörige
Mein/e liebe/r …
Liebe/r…
Liebe Familie…

Eine gute Einleitung ist wichtig

Ich war tief erschüttert, als ich erfuhr…
Ich trauere in Stille mit euch um…
Mir fehlen die Worte, um auszudrücken, wie sehr mich der Verlust trifft.
Ich bin sehr traurig, dass … von uns gegangen ist.
Der Anlass für diese Zeilen ist mehr, als traurig.

Eine aufrichtige Beileidsbeurkundung

Worte können die Trauer über diesen Verlust nicht nehmen, doch ich ich bin in dieser Zeit an eurer Seite.
Ich bin in Gedanken in dieser schweren Zeit bei euch.
Ich möchte euch allen mein tiefstes Beileid aussprechen.
Über den unerwarteten Tod von … bin ich sehr betroffen.
Ich möchte mein herzliches Beileid und tiefe Anteilnahme aussprechen.

Persönliches

Ich denke oft an die gemeinsamen Wanderungen zurück.
Der Verlust eines so guten Freunde ist sehr schmerzhaft.
Sie war eine Inspiration für viele von uns.
Sein persönlicher Einsatz für den Verein/ die Gruppe/… war vorbildlich.
…wurde von allen geschätzt und geliebt und es ist schwer, sie gehen zu lassen.

Andenken an die Person

Nie werden wir seine sonnige und positive Art vergessen.
Sie war stets gütig und hilfsbereit und wird uns mit ihrer vorbildlichen Nächstenliebe immer im Gedächtnis bleiben
Dieser einzigartige Freund wird in unseren Herzen weiterleben.
Er wird nie vergessen werden.
Als ehrwürdigen Menschen werden wir ihren Großvater in Erinnerung behalten.

Beistand und Trost anbieten

Wenn du das Bedürfnis hast, zu reden oder einfach nur weinen möchtest, so kannst du mich jederzeit anrufen und besuchen.
Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst.
Wenn du irgendetwas brauchst, dann lass es mich bitte wissen.
Bitte melde dich, wenn du Unterstützung brauchst. Ich bin gerne für dich da.

Würdevolle Schlussworte

In stiller Trauer
In tiefer Verbundenheit
In liebevollem Andenken
Mit tiefer Anteilnahme
In aufrichtigem Mitgefühl
In stiller Anteilnahme

Beispiele für die Formulierung der Anteilnahme

– Liebe Martha,
ich war zutiefst erschüttert, als ich erfahren habe, dass Wilhelm nicht mehr unter uns ist. Sein Verlust ist für viele schmerzhaft und so kann auch ich es kaum glauben, so einen wertvollen Freund verloren zu haben. Sollte es irgendetwas geben, das ich tun kann, um deine Trauer zu lindern oder dich zu unterstützen, so scheue dich nie, mich anzurufen. Ich fühle aus tiefstem Herzen mit dir.

In tiefer Verbundenheit,
dein Wolfgang

-Mein lieber Björn,
keine Worte können den Schock über den Tod deiner wunderbaren Frau Helena aus der Welt schaffen. Wir sind sehr bestürzt über den Verlust und teilen deine Trauer aus tiefstem Herzen. Bitte lass es uns wissen, wenn es irgendetwas gibt, was dir den Abschied leichter macht. Wir sind immer für dich da!

In aufrichtiger Anteilnahme,
Julia und Lukas

Sind Trauerbekundungen per Smartphone oder Internet angemessen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn da spalten sich die Meinungen. In Zeiten von elektronischen Trauerkarten, und öffentlichem Trauern auf Facebook und Co. ist zwar alles möglich, jedoch nicht von jedem gern gesehen. Während die einen eine traditionelle Karte bevorzugen, so kann es für andere eine Erleichterung sein, sich über die sozialen Netzwerke oder WhatsApp, auszutauschen. Denn so unpersönlich dieser Weg auch scheinen mag, bietet er doch die Chance, dass sich die Trauernden austauschen und man sich so gegenseitig unterstützen kann.

Besonders dann, wenn die Betroffenen weit voneinander entfernt leben, sind soziale Netzwerke ein tolles Medium, um seine Trauer zeitnah zum Ausdruck zu bringen. Während also die einen den technischen Fortschritt mit kritischen Augen betrachten, so ist er für andere ein Fortschritt mit vielen Vorteilen. Und so, wie sich die Zeiten ändern, so verändert sich auch die Trauerkultur.

Allerdings sollte auch bedacht werden, dass nicht jeder Trauernde gleich empfindet und es für manche als unverbindliches und Anteil loses Verhalten herüberkommen könnte, wenn nur eine SMS geschickt wird. Für viele wirkt das wie eine Pflichtübung und wird als taktlos gewertet. Junge Leute, die fast ausschließlich über WhatsApp und Facebook kommunizieren werden diese Art der Anteilnahme einer Trauerkarte vermutlich jedoch vorziehen.

Im Großen und Ganzen ist eine persönliche und reale Anteilnahme in Form einer schön gestalteten Trauerkarte oder eines edlen Kondolenzschreibens jedoch etwas, was mehr Bestand hat. Die Trauernden können sie in der Hand halten und haben etwas Greifbares, das sie in ihrer Trauer begleitet. Es wird vermittelt, dass man sich für die Person Zeit genommen hat und ihr in aller Ehre gedenkt. So können Wertschätzung und Anteilnahme viel authentischer vermittelt werden.

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