Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer leicht erklärt + Beispiel

Die Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer wird in mehreren Schritten berechnet (§ 7 Abs. 1 KStG)

Beispiel für Ermittlung des zu versteuernden Einkommens in einer Kapitalgesellschaft

Eine Aktiengesellschaft hat in einem Geschäftsjahr folgende Buchungen beiziehungsweise Geschäftsvorfälle:

Umsatzerlöse in Höhe von 1.000.000€

Eine zu bildende Drohverlustrückstellung im Wert von 100.000€ für schwebende Geschäfte

Bewirtungskosten von 10.000€

Vergütung des Aufsichtsrates mit 40.000€

In der GuV findet sich somit ein Gewinn/ Jahresüberschuss von 850.000€ (vor Steuern)

Schritt 1: Ermittlung des Steuerbilanzgewinns

Laut § 5 Abs. 4a EStG dürfen steuerlich keine Rückstellungen für mögliche Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet werden. Hingegen handelsrechtlich, müssen Rückstellungen gebildet werden (§ 249 Abs. 1 Satz 1 HGB)

Wird vom handelsrechtlichen Gewinn (vor Steuern) ausgegangen, so erhöht sich der Steuerbilanzgewinn um 100.000€ und beträgt nun 950.000€.

Korrekturen, die durch die Überleitung der Handelsbilanz auf die Steuerbilanz getätigt werden müssen, stehen in diesen Paragraphen des EStG:

§ 5 EStG: Korrekturen des Ansatzes (wie selbsterstellte immaterielle Anlagegüter oder Drohverlustrückstellungen)

§ 6 EStG: Korrekturen der Bewertung (laut §6 Abs. 1 Nr. 2a EStG nur LiFo, handelsrechtlich kann die Vorratsbewertung auch nur nach FiFo kalkuliert werden; Rückstellungen steuerlich laut § 6 Abs. 1 Nr.3a EStG mit 5,5%, handelsrechtlich laut § 253 Abs. 3 HGB abzuzinsen)

§ 7 EStG: Korrekturen der Abschreibungen (Firmenwert steuerlich über 15 Jahre abzuschreiben laut § 7 Abs.1 Satz 3 EStG, handelsrechtlich kann eine andere Nutzungsdauer gewählt werden)

Schritt 2: Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben / Einkommenssteuerliche außerbilanzielle Korrekturen

Laut § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG können Betriebsaufwendungen nur zu 70 % abgesetzt werden, 30% sind nicht Betriebsausgaben, die nicht abzugsfähig sind. Durch § 8 Abs. 1 Satz 1 KStG gilt dies ebenso für Kapitalgesellschaften, also auch für unsere Aktiengesellschaft in diesem Fall.

So werden 30% der Bewirtungskosten im Wert von 10.000€, also 3.000€ außerbilanziell hinzugerechnet. Dadurch erhöht sich die Bemessungsgrundlage um 3.000€ auf 953.000€.

Schritt 3:Nicht abziehbare Aufwendungen / Körperschaftssteuerliche außerbilanzielle Korrekturen

Durch das KStG kommen noch andere nichtabziehbare Aufwendungen hinzu. Nach § 10 Nr. 4 KStG ist die Hälfte der Vergütungen des Aufsichtsrates nicht abzuziehen. Somit werden 50% der Vergütungen in Höhe von 40.000€ abgezogen. Das heißt, dass die Bemessungsgrundlage von 953.000€ auf 973.000€ steigt.

Laut §§ 24, 25 KStG werden nun Freibeträge abgezogen um das zu versteuernde Einkommen zu erhalten. In diesem Fall gibt es keine Freibeträge, die abgezogen werden könnten.

Auf unseren Betrag von 973.000€ wird nun die Körperschaftssteuer von 15% berechnet, die einen Betrag von 145.950€ ergibt. Nun wird noch der Solidaritätszuschlag von 5,5% der Körperschaftssteuer ermittelt, der in diesem Fall 8.027,25€ (145.950€ * 5,5%) beträgt.

Die errechneten Beträge werden gebucht in der Handelsbilanz, beziehungsweise der GuV als Steuern vom Einkommen und Ertrag. Zu berücksichtigen wären noch latente Steuern sowie die Gewerbesteuer.

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