Betriebsaufspaltung im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was genau versteht man unter einer so genannten Betriebsaufspaltung?

Eine so genannte Betriebsaufspaltung ist im steuerrechtlichen Sinn dann gegeben, wenn ein Unternehmen in ein Besitzunternehmen (darunter versteht man ein Unternehmen, welches nur etwas vermietet oder verpachtet) und ein Betriebsunternehmen (darunter versteht man ein Unternehmen, welches operativ tätig ist) aufgespalten wird und gleichzeitig eine sachliche bzw. personelle Verflechtung aufrechterhalten bleibt.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung einer Betriebsaufspaltung:

Ein Unternehmer ist Gesellschafter einer GmbH. Der Unternehmer vermietet als „Besitzunternehmen“ der GmbH, also dem Betriebsunternehmen ein Grundstück und eine darauf befindliche Betriebshalle. Eigentlich wären die Mietzahlungen an den Unternehmer Einkünfte aus Vermietung und würden nicht der Gewerbesteuer unterliegen. Da aber in diesem speziellen Fall zwischen den beiden Unternehmen sowohl eine sachliche Verflechtung (die Immobilie stellt eine wesentliche Betriebsgrundlage dar) als auch eine personelle Verflechtung (der Besitzer der Immobilie ist Gesellschafter des Unternehmens) besteht, kommen die Regeln einer Betriebsaufspaltung zur Anwendung, welche diese Folgen haben:

  • das Besitzunternehmen wird als Gewerbetrieb betrachtet
  • die Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung werden in Einkünfte aus Gewerbebetrieb umgewandelt, wodurch Wertzuwächse bei der Veräußerung steuerpflichtig sind und sämtliche Mieteinnahmen der Gewerbesteuer unterliegen.
  • die Anteile an der GmbH werden als dem Betriebsvermögen des Besitzunternehmens zugehörig angesehen und somit von Privat- in Betriebsvermögen umgewandelt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here