Betriebsvermögensvergleich im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter einem Betriebsvermögensvergleich?

Der Betriebsvermögensvergleich (BVV) oder Bestandsvergleich zählt zu den steuerrechtlichen Gewinnermittlungsformen und wird in § 4 Abs. 1 EStG geregelt. Bei der Ermittlung muss zwischen vollständigem und unvollständigem Betriebsvermögensvergleich unterschieden werden. Der steuerliche Gewinn ergibt sich demnach aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Geschäftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vergangenen Geschäftsjahres. Diese Form der Gewinnermittlung setzt eine periodengerechte Ermittlung durch doppelte Buchführung voraus.

Grundsätzlich ermitteln alle buchführenden Gewerbebetriebe ihren Gewinn mittels vollständigen Betriebsvermögensvergleich. Mittels unvollständigem Betriebsvermögensvergleich ermitteln nur Land- und Forstwirtschaftsbetriebe, Selbstständige (welche freiwillig Buch führen) und Gewerbebetriebe (welche nicht Buch führen müssten, es aber freiwillig tun) ihren Gewinn.

Hier ein Beispiel für die Gewinnermittlung durch einen Betriebsvermögensvergleich:

Das Betriebsvermögen eines Einzelunternehmens zum Stichtag 31.12.2010 beträgt 100.000 €. Das Betriebsvermögen des Unternehmens zum selben Stichtag des letzten Jahres betrug genau 80.000 €. Während des Geschäftsjahres 2010 hat der Kaufmann pro Monat je 5.000 € (gesamt 60.000 €) zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes entnommen.
Dadurch ergibt sich folgende Rechnung: 100.000 € (Betriebsvermögen Ende 2010) – 80.000 € (Betriebsvermögen Ende 2009) + 60.000 € (Entnahmen in 2010) – 0 € (keine Einlagen in 2010 vorgenommen). Dies ergibt einen steuerlichen Gewinn für das Unternehmen von insgesamt 80.000 €.

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