Bilanz in ReWe leicht erklärt + Beispiel, Formel & Definition

Grundlagen der Bilanz

Die Bilanz ist ein neben der Gewinn- und Verlustrechnung ein Bestandteil des Jahresabschlusses und stellt die Vermögen und Schulden eines Kaufmanns zu einem bestimmten Zeitpunkt in Kontoform gegenüber (§ 242 Abs. 1 HGB).

Der Bilanzaufbau gliedert sich wie folgt:

Auf der linken Seite der Bilanz wird das Vermögen (Aktiva) und auf der rechten Seite das Eigenkapital sowie die Schulden (Passiva) festgesetzt. Verbindlichkeiten und Rückstellungen stellen die wesentlichen Merkmale der Schulden dar. Weiterhin gilt für die Bilanz das Prinzip der Bilanzgleichung. Demnach sind Aktiva und Passiva stets gleich hoch.

Obwohl die Bilanz oftmals als synonym für den Jahresabschluss verwendet wird, meint man damit in der Regel die Jahresabschlussprüfung. Die Bilanzsumme ergibt sich aus Aktiva und Passiva und ist eines der Größenkriterien (§ 267 HGB).

Ziel der Bilanz ist die statische Bilanztheorie, die vorsieht, dass durch Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden zum Bilanzstichtag, das Reinvermögen sowie das Schuldendeckungspotenzial abgebildet ist.

Bilanzansatz und Bilanzgliederung

Der Bilanzansatz wird durch § 246 Abs. 1 Satz 1 HGB geregelt, wonach die Bilanz sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten zu enthalten hat, sofern gesetzlich nichts anderes bestimmt ist (§ 248 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB). Weiterhin legt der Bewertungsmaßstab die Höhe des Bilanzansatzes der einzelnen Bilanzposten fest.

Die Bilanzgliederung ist im § 266 und § 274a HGB für Kapitalgesellschaften verankert, die sämtliche Bezeichnungen der einzelnen Bilanzposten vorgeben. Dabei handelt es sich, um das sogenannte Bilanzschema. Verkürzte Bilanzen sind nach § 266 Abs. 1 Satz 4 HGB geregelt. Zusätzliche Bilanzposten oder das Hinzufügen von Zwischensummen sind nach § 265 Abs. 5 HGB geregelt.

Eröffnungsbilanz – Schlussbilanz

Die Eröffnungsbilanz ist definiert zum 01. Januar 0 Uhr oder im Falle einer Unternehmensneugründung bei „Beginn des Handelsgewerbes“ (§ 242 Abs. 1 Satz 1 HGB). Im Laufe des Geschäftsjahres wird sie über die einzelnen Bestandskonten fortgeschrieben.
Die Bilanz zum 31. Dezember 24 Uhr ist hingegen die Schlussbilanz. Nach § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB müssen die Wertansätze in der Eröffnungsbilanz eines Geschäftsjahres mit den Wertansätzen der Schlussbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres übereinstimmen. Dies wird als Bilanzidentität bezeichnet.

Handelsbilanz – Steuerbilanz

Die Aufstellung und der Inhalt der Handelsbilanz sind im HGB geregelt. Demgegenüber steht die Steuerbilanz, die aus der Handelsbilanz abgeleitet wird, indem Anpassungen gemäß EStG und KStG vorgenommen werden.

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