Blackout während einer Rede/eines Referates verhindern – was tun?

Die Situation ist eine der Schlimmsten, für alle, die einmal oder öfter vor Publikum reden müssen. Ein Blackout, der Moment, in dem man alles was man sagen möchte, alles was man vorbereitet hat, schlichtweg vergisst. Die Nervosität steigt und die Sprache versagt. Doch wie kann man diese unangenehme Situation vermeiden? Was kann man tun, um die Gefahr eines Blackouts so gering wie nur möglich zu halten? Der folgende Artikel soll einige hilfreiche Tipps vorstellen.

Die Peinlichkeit eines Blackouts

Michael Bay, als Regisseur unter anderem für die Transformers-Reihe bekannt, muss in diesem Fall als Beispiel für die Peinlichkeit eines Blackouts herhalten. Der US-Amerikaner sollte auf der CES eine Rede im Auftrag von Samsung halten und die neuesten Fernsehgeräte präsentieren. Wer würde sich dafür eher eignen als ein gefeierter Regisseur? Als er die Bühne betrat, verlor er aber vollkommen den Faden. Er stammelte ein paar Worte, entschuldigte sich verlegen und verschwand genauso schnell, wie er zuvor auf die Bühne kam.

Dies ist ein Paradebeispiel für schlechten Umgang mit einem Blackout. Dass jemand ein Blackout haben kann, das wissen die meisten Menschen und zeigen dementsprechend Verständnis. Das Problem in diesem Fall war, dass Bay nervös stammelte und danach abtauchte. Erst der Abgang brachte die negative Presse mit sich.

Doch was hätte Bay tun können, um diesen Reinfall zu verhindern? Wie sieht der richtige Umgang mit Blackouts aus? Im Folgenden finden sich einige Tipps, die als Leitfaden für den Totalausfall während eines Vortrags dienen können.

Was man gegen Blackouts während einer Rede tun kann

Gute Vorbereitung

Es beginnt bereits in der Vorbereitung der Rede. Wer vor Menschen vortragen soll, der sollte sich am besten sicher sein in dem, was er da erzählt. Es ist hilfreich vor einem Spiegel zu proben oder die Rede vor Bekannten oder Familienmitgliedern zu halten. Daraus ergeben sich zwei weitere Vorteile: man bekommt einen Überblick über die Redezeit und erhält ein Feedback, wo die Rede noch einmal überarbeitet werden sollte. Durch Rückfragen sollte man sich nicht verunsichern lassen. Wer gut vorbereitet ist, hat nichts zu befürchten.

Unterstützende Notizen

Wer im Probedurchlauf merkt, dass er an manchen Stellen ins Stolpern gerät, der ist mit stichwortartigen Notizen oder Eselsbrücken gut beraten. So kann im Ernstfall, wenn es zu Schwierigkeiten kommt, auf die rettenden Unterlagen zurückgegriffen werden. Es sollte sich aber nur um kurze Notizen handeln, damit der Redner nicht in die Versuchung geführt wird, die Rede in eine Vorlesung zu verwandeln.

Entspannung durch Atmung

Ein Blackout wird oft durch Nervosität verursacht. Ist dies mal nicht der Grund, so ist man spätestens während des Blackouts nervös. Also ist es wichtig, sich erst einmal wieder zu entspannen und zu sammeln. Dafür bieten sich vor allem Atemtechniken an. Tiefes Ein- und Ausatmen kann beispielsweise den Puls wieder normalisieren. Eine andere Strategie ist normales Atmen mit kurzem Luftanhalten. Erst wenn man wieder etwas ruhiger ist, kann der Blackout erfolgreich bewältigt werden.

Eine Pause einlegen

Sollte es während dem Vortrag dazu kommen, dass der Redner ins Stocken gerät, dann kann er auch eine Pause einlegen. Diese kann, je nach Situation und Vortrag, bewusst eingelegt oder künstlich inszeniert werden. Eine spontane Pause kann wie folgt erzeugt werden:

Durch Bewegung

Der Redner kann einen zusätzlichen Weg einschlagen. Beispielsweise kann er zum Laptop und zurück, oder in Richtung des Bühnenrandes gehen. Wichtig ist, dass er sich die Nervosität nicht anmerken lässt. Dies funktioniert unter anderem durch einen selbstsicheren, konzentrierten Blick. Dabei kann er die gewonnenen Sekunden Nutzen, um seinen Faden wiederzufinden.

Ein Schluck Wasser

Hier kann ein Redner sich kurz entschuldigen und einen trockenen Mund oder Durst als Grund vorschieben, eine kurze Pause einzulegen. Während er trinkt gewinnt er ebenfalls wertvolle Sekunden, um sich zu sammeln.

Eine bewusste Pause

Diese Strategie eignet sich vor allem für lange Vorträge. Sollte der Redner merken, dann kann er eine Pause ankündigen. Sofern der Zeitpunkt gut gewählt ist, das heißt relativ mittig, fällt keinem Zuschauer auf, dass die Pause nie Teil der Planung war. Man gewinnt einige Minuten und kann frisch einsteigen.

Wiederholung kann helfen

Eine weitere Bewältigungsstrategie kann die Wiederholung des zuvor Gesagten sein. Der Redner vermittelt dem Publikum den Eindruck einer besonderen Wichtigkeit des Gesagten, während er selber einen zweiten Versuch erhält, an das Gesagte anzuknüpfen. Dies ist oft hilfreich.

Eine Zusammenfassung

Diese Option funktioniert nach dem selben Prinzip wie die Wiederholung. Allerdings ist es etwas anspruchsvoller, da ein höheres Maß an Improvisationsfähigkeit abverlangt wird. Zusammenfassungen oder ein Zwischenfazit kommen aber oft gut beim Publikum an und festigen das Gesagte.

Die Plenumsdiskussion

Der Redner hat die Möglichkeit, das Publikum nach dessen Meinung zu einem Thema zu fragen. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Das Publikum reagiert und der Vortrag erhält neuen Schwung oder es entsteht eine peinlich berührte Stille, die vom Blackout des Redners ablenkt. Sozusagen überträgt der Redner seine peinliche Situation auf das Publikum und gewinnt ein wenig Zeit, um selbst den Faden wiederzufinden.

Zwischenbemerkungen

Auch Zwischenbemerkungen können wertvolle Sekunden gewinnen. Der Redner kann während seines Vortrags anmerken, dass das Publikum jederzeit Zwischenfragen anbringen kann oder dass der Vortrag auch im Nachhinein irgendwo zu finden und nachzulesen ist.

Überspringen von Punkten

Wenn im Zuge des Blackouts ein Punkt des Vortrages komplett aus dem Kopf verschwunden ist, dann kann der Redner ihn einfach überspringen. Selbstverständlich sollte es sich nicht um das wichtigste Thema des gesamten Vortrags handeln. Eine gute Ausrede ist immer, dass der Vortrag sonst zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

Blackouts sind menschlich

Fast jeder, der bereits einen Vortrag halten musste, weiß selbst, dass Blackouts menschlich sind. Der Redner kann den Blackout offen zugeben. Je nachdem wie belustigend das Ganze verpackt ist, sichert es ihm sogar Sympathiepunkte beim Publikum. Diese Strategie sollte aber nicht ausgereizt werden.

Der Notfallplan

Man sollte sich am besten schon während der Vorbereitung für zwei oder drei Strategien gegen Blackouts entscheiden. Alle summiert würden die peinliche Situation unnötig in die Länge ziehen. Ein Blackout ist nicht schlimm, es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht. Und am besten hilft, wie meistens, eine gute Vorbereitung.

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