BRIC-Staat in BWL leicht erklärt + Beispiel

Als BRIC-Staaten werden die vier hinsichtlich ihrer Wirtschaftsleistung wichtigsten Schwellenländer bezeichnet:

  • Brasilien
  • Russland
  • Indien
  • China

Manchmal wird auch Südafrika (BRICS) oder Korea bzw. Kasachstan (BRICK) hinzugezählt.

Grundsätzliches zu den BRIC-Staaten

Der Chefökonom des Finanzkonzerns Goldman-Sachs, Jim O’Neill, sprach im Jahr 2001 erstmals von der Sammelbezeichnung für vier Schwellenländer mit potentiell hohem, zukünftigem Wirtschaftswachstum. Diese zeichnen sich vor allem durch starke Wachstumsmärkte und auch durch einen politischen Aufstieg aus. Seit dem Jahr 2010 wird nach der Aufnahme von Südafrika in den Kreis der bedeutendsten Schwellenländer auch von den BRICS-Staaten gesprochen.

Mit dem Sammelbegriff sollte der zunehmende Bedeutungsgewinn der Schwellenländer im Verhältnis zu den traditionellen Industriestaaten (G-7) hervorgehoben werden. Derzeit sind mehr als 40% der weltweiten Bevölkerung in den BRIC-Staaten heimisch, die für rund 30% des Welt-BIPs verantwortlich sind.

Blick auf die einzelnen Staaten

Die BRIC-Staaten konnten vor allem rund um das Millennium sehr hohe BIP-Wachstumsraten erzielen.
Brasilien: Brasilien profitiert in erster Linie von seinen Rohstoffen wie beispielsweise Eisenerz oder Zuckerrohr. Letzteres wird bei der Herstellung von Bio-Ethanol verwendet, das die Erdölabhängigkeit verringert. Zu den wichtigsten Handelspartnern Brasiliens zählen neben den USA auch Europa.

Russland: Der große Vorteil Russlands liegt ebenfalls in dem enormen Rohstoffreichtum.

Indien: Indien durchlebte in den letzten 30 Jahren eine von Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung geprägte Periode, die hohe Wachstumsraten zur Folge hatte. Der asiatische Staat profitiert von einem prosperierenden Dienstleistungssektor, insbesondere im Bereich IT.

China: Die Wirtschaft Chinas wuchs ebenfalls stark an und die Volksrepublik ist mittlerweile nach den USA die größte Volkswirtschaft der Welt.

Zukunftsaussichten der BRIC-Staaten

Die BRIC-Staaten haben in der Weltwirtschaft eine hohe Bedeutung, was sich auch an den unzähligen Wertpapieren, die auf die Entwicklung in den besagten Ländern setzen, zeigt. Hinzu kommt, dass die positiven Aussichten Investoren anlocken. Mittlerweile gehen viele Experten davon aus, dass die BRIC-Länder die G-7 binnen nicht allzu langer Zeit bezüglich der Wirtschaftsleistung überholen werden.

Während die ursprüngliche Prognose für China gehalten hat, hat das Wirtschaftswachstum in Russland aufgrund des starken Ölpreisrückgangs und des Ukraine-Konfliktes und in Brasilien bzw. Indien jeweils aufgrund von Korruptionsproblemen nachgelassen.

Die BRICS-Staaten gründeten eine separate Entwicklungsbank (New Development Bank) als Konkurrenz zur Weltbank, die Kredite und Garantien zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten gewährt. China ist dabei für den größten Anteil der Einlagen verantwortlich.

BRIC-Staat – Übersicht

 

  • Sammelbegriff für die vier bedeutendsten Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien, China)
  • 2010 Erweiterung auf BRICS (Südafrika)
  • Hohes Wirtschaftswachstum
  • NDB BRICS als Alternative zur Weltbank

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