Bruttoinlandsprodukt in BWL leicht erklärt + Beispiel

Das Bruttoinlandsprodukt ist die Summe der binnen eines Jahres in einem Land bzw. einer Volkswirtschaft erstellten Güter und erbrachten Dienstleistungen. Gemäß deutscher Ermittlung zählen dazu auch von Ausländern in Deutschland erbrachte Leistungen. Inländer, die im Ausland Leistungen erbringen, werden jedoch nicht dazugerechnet.

Einsatz des BIPs

Das BIP inkludiert sämtliche produzierten Güter und erbrachten Leistungen einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitpunkt. Das bedeutet, dass es ein wichtiger Indikator der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und in der Folge auch des Wirtschaftswachstums ist. Um das reale Wirtschaftswachstum zu berechnen, muss jedoch zunächst das nominale BIP um die Inflation angepasst werden, um das reale BIP zu erhalten.

BIPs können für einzelne Länder oder auch für ganze Wirtschaftsräume (zum Beispiel EU, Südostasien, Südamerika etc.) ermittelt werden. Dieser Prozess ist jedoch komplexer, schließlich müssen die verschiedenen Währungen berücksichtigt werden. Dennoch bietet sich das BIP für Vergleiche zweier Volkswirtschaften an, wobei hier insbesondere das BIP pro Kopf herangezogen wird.

Ermittlung des BIPs

Grundsätzlich kann das BIP auf drei unterschiedliche Arten berechnet werden, die allesamt das gleiche Ergebnis bringen.

Entstehungsrechnung: Die Berechnung des BIPs anhand der Entstehungsrechnung erfolgt von der Produktionsseite aus. Dazu muss zuallererst die Bruttowertschöpfung als Differenz aus der Produktion und den Vorleistungen ermittelt werden.

Bruttowertschöpfung = Produktionswerte – Vorleistungen

BIP = Bruttowertschöpfung + Gütersteuern – Gütersubventionen

Verwendungsrechnung: Die Verwendungsrechnung ermittelt das BIP von der Nachfrageseite aus. Sie betrachtet demzufolge, wie die Güter und Dienstleistungen verwendet werden.

BIP = Private Konsumausgaben + Konsumausgaben des Staates + Bruttoinvestitionen + Außenbeitrag

Verteilungsrechnung: Die Verteilungsrechnung betrachtet zur Berechnung des BIPs das Einkommen. In Deutschland wird diese Methode nicht angewendet, weil nicht genügend Informationen bezüglich der Unternehmensgewinne vorhanden sind. Bei der Ermittlung des BIPs anhand der Verteilungsrechnung muss zunächst das Volkseinkommen und anschließend das Bruttonationaleinkommen berechnet werden.

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Volkseinkommen = Arbeitnehmerentgelt + Unternehmens- und Vermögenseinkommen

Bruttonationaleinkommen = Volkseinkommen + Produktions- und Importabgaben an den Staat abzüglich Subventionen

BIP = Bruttonationaleinkommen – Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt

Bruttoinlandsprodukt – Übersicht

 

  • Gesamtwert der in einem Jahr in einer Volkswirtschaft hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen
  • Maß für die Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft
  • Drei Berechnungsmethoden
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