Bullwhip Effekt in BWL leicht erklärt + Beispiel

Der Bullwhip Effekt wird auch als Peitscheneffekt bezeichnet und besagt, dass bei Nachfrageschwankungen die Auswirkungen umso größer sind, je näher man sich in der Lieferkette vom Endkunden zum Produzenten bewegt.

Ausgestaltung des Bullwhip Effekts

Steigt die Nachfrage der Endkunden nach einem bestimmten Produkt, steigen auch die Bestellmengen des Lieferanten, um Engpässe zu vermeiden. Die Folge ist, dass auch die Bestellmengen aller weiterer, vorgelagerter Stufen zunehmen. Diese Bestellmengenvergrößerungen und vor allem die damit einhergehenden Lagerbestände können enorme Ausmaße erreichen. Die durch den Bullwhip Effekt ausgelösten Lagerbestandserhöhungen entlang der Supply Chain sind kostenintensiv und ineffizient. Die Dimension des Peitscheneffekts wird unter anderem von Mengenrabatten, Auftragsbündelungen zur Senkung bestellfixer Kosten oder niedrigen Stückpreisen bestimmt.

Gegensteuerung

In der Regeln kann dem Bullwhip Effekt durch ausreichende Kommunikation entlang der Lieferkette gegengesteuert werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Information über Nachfrageschwankungen an möglichst viele Stufen der Supply Chain gleichzeitig übermittelt wird. Dies führt zu Zeiteinsparungen und besseren Planungsmöglichkeiten. Weitere Maßnahmen gegen den Peitscheneffekt sind konstante Preise bzw. die Einführung kürzerer Lieferintervalle, wodurch eine schnellere Reaktion auf Nachfrageschwankungen möglich wird. Letzteres bringt zwar höhere Lieferkosten, jedoch geringere Kapitalkosten und niedrigere Sicherheitsbestände mit sich.

Nachfrageschwankungen können beispielsweise durch zielgerichtete Werbemaßnahmen entstehen. In diesem Fall sollten derartige Aktivitäten über die Supply Chain hinweg kommuniziert werden, um zu gewährleisten, dass den Schwankungen entgegengewirkt wird und sich diese nicht verstärken können.

Bullwhip Effekt – Übersicht

 

  • Ursache sind Schwankungen in der Endkundennachfrage
  • Führt zu Bestellmengenvergrößerungen und Lagerbestandserhöhungen
  • Auswirkungen sind umso größer, je näher man sich auf der Lieferkette beim Produzenten befindet
  • Abschwächung durch Kommunikationspolitik und Koordinierung möglich
  • Maßnahmen gegen Nachfrageschwankungen: kürzere Lieferintervalle, konstante Preise

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