Bundesanzeiger in BWL leicht erklärt + Beispiel

Im Bundesanzeiger werden Bekanntmachungen des Bundes sowie weitere Informationen veröffentlicht. Neben dem Bundesgesetzblatt ist es das zweite derartige Organ, das unter anderem gerichtliche Publikationen, Handelsregistereintragungen, publikationspflichtige Jahresabschlüsse von Unternehmen und Ähnliches enthält.

Herausgeber

Der Bundesanzeiger ist der Nachfolger des Deutschen Reichsanzeigers der Kaiserzeit bzw. der Weimarer Republik. Der Herausgeber ist das Justizministerium, der Verlag der in Köln sitzende Bundesanzeiger-Verlag. Nachfolgend werden einige geschichtliche Eckpunkte des Bundesanzeigers erläutert:

1949: Erstmalig erschienen
Bis 1998: Überwiegend in Bundesbesitz
2006: Endgültige Privatisierung, die das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg zum alleinigen Eigentümer machte

Obwohl der Bundesanzeiger privat geführt wird, sind die amtlichen Publikationen im öffentlichen Interesse.

Elektronische Veröffentlichung

Bis zum Jahr 2002 wurde der Bundesanzeiger vier Mal pro Woche in gedruckter Form veröffentlicht. Danach war er auch in elektronischer Form verfügbar, wobei amtliche Publikationen und Ankündigen nach wie vor – abgesehen von wenigen Ausnahmen – im gedruckten Bundesanzeiger veröffentlicht werden mussten.

Durch die technologische Entwicklung vor allem im Zusammenhang mit dem Internet geriet der analoge Bundesanzeiger immer mehr in den Hintergrund. Bevor dieser am 1. April 2012 komplett abgeschafft wurde, mussten noch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Seit diesem Zeitpunkt ist der Bundesanzeiger ausschließlich via www.bundesanzeiger.de zu erreichen. Gedruckte Ausgaben können ausnahmsweise veröffentlicht und Papier-Ausdrucke des elektronischen Bundesanzeigers gegen eine Gebühr beantragt werden.

Sechs Teile

Der Bundesanzeiger setzte sich vormals aus diesen drei Teilen zusammen:

  • Amtlicher Teil
  • Nichtamtlicher Teil
  • Teil für sonstige Bekanntmachungen

Mittlerweile besteht er aus den folgenden sechs Teilen:

  • Amtlicher Teil
  • Gerichtlicher Teil
  • Gesellschaftsbekanntmachungen
  • Rechnungslegungs-Publikationen
  • Kapitalmarkt-Publikationen
  • Teil für sonstige Bekanntmachungen
Auch interessant:  Kostenüberdeckung und Kostenunterdeckung leicht erklärt

Publikations- und Bekanntmachungspflichten

Das seit 2006/2007 in Kraft befindliche EHUG (Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister) stellt die wichtigste Rechtsgrundlage für Publikations- und Bekanntmachungspflichten von Gesellschaften im Bundesanzeiger dar. Weitere Rechtsgrundlagen für Veröffentlichungen beinhalten unter anderem die folgenden Gesetze:

Bundesanzeiger – Übersicht

 

  • Amtliches und öffentliches Publikationsorgan
  • Mittlerweile nur noch in elektronischer Form verfügbar
  • Sechs Teile
  • Nichtamtliche Veröffentlichungspflichten resultieren vor allem aus dem EHUG

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here