BWL: Die Prinzipal-Agent-Theorie – Definition, Beispiel

Bei der Prinzipal-Agent-Theorie wird die gewerbliche Beziehung des Prinzipals und seines Agenten sowie die Schwierigkeiten dieser Geschäftsbeziehung betrachtet. Ein Prinzipal ist beispielsweise ein GmbH-Eigentümer, es können auch die Aktionäre einer AG sein. Als Agent fungieren die angestellten Geschäftsführer einer GmbH und beispielsweise die Vorstände einer Aktiengesellschaft.

Bei der Betrachtung dieser Verhältnisse wird besonders auf folgendes geachtet: Der Agent soll nach den Wünschen des Prinzipals handeln und natürlich nur zum Vorteil des Prinzipals. Nun steht die Frage im Raum, wie sichergestellt werden kann, dass dies auch so geschieht und der Agent nicht früher oder später nachteilig für den Prinzipal handelt.

Es können Schwierigkeiten durch eine asymmetrische Informationsverteilung entstehen. Denn der Agent, also der GmbH-Geschäftsführer beispielsweise, kennt das Unternehmen im Alltag und ebenso den tagesaktuellen Verlauf der Geschäfte. Dieses Wissen ist dem Prinzipal in der Regel nicht gegeben, da er nicht täglich in den Geschäftsräumen anwesend ist.

Schwierigkeiten können außerdem entstehen, wenn sich die Zielsetzungen der beiden Interakteure auseinander entwickeln. So ist dem Prinzipal beispielsweise wichtig, dass eine Vermögensmehrung durch intelligent durchgeführte Investitionen erzielt wird und die gesamten laufenden Kosten des Unternehmens so gering wie möglich gehalten werden. Währenddessen ist es vielleicht Ziel des Agenten, ein renommiertes Unternehmen aufzubauen und zu leiten, welches sich international einen guten Namen macht. Das kann dazu führen, dass der geschäftsführende Agent Betriebe aufkauft und viel Geld in große Werbestrategien steckt. Diese sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen können zu enormen Problemen zwischen Prinzipal und Agent, somit zu Problemen für das Unternehmen, führen.

Aus diesem Grund ist es auch Thema der Prinzipal-Agent-Theorie, wie die Ziele beider Beteiligter kongruent werden können.

Problemlösungsbeispiel:

  • AG-Vorstand kann an steigendem Aktienwert beteiligt werden
  • GmbH-Geschäftsführer kauft sich mit 30 % in die GmbH ein und ist dann Miteigentümer

Es gibt viele unterschiedliche Formen der asymmetrischen Informationsverteilung, mit denen sich die Prinzipal-Agent-Theorie beschäftigt:

  • Versicherungsnehmer und Versicherung
  • Versicherungsnehmer = Agent
  • Versicherung = Prinzipal
  • Agent möchte Krankenzusatzversicherung, weiß genau über gesundheitliche Verfassung Bescheid
  • Prinzipal hat diesen persönlichen Kenntnisstand nicht
  • Zwischen Kreditnehmern und Bank
  • Kreditnehmer = Agent
  • Bank = Prinzipal
  • Agent hat genaue Kenntnis über finanzielle Reserven und Kreditwürdigkeit
  • Bank hat dieses Wissen, beispielsweise über die Sicherheit der Arbeitssituation des Agenten

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