BWL: Finanzierung und Investition leicht erklärt

Zwei wichtige Gebiete der Finanzwirtschaft sind jeweils die Finanzierung und die Investition. Beide Begriffe bedingen einander auf bestimmte Art und Weise. Im unternehmerischen Sinne bedeutet Finanzierung, das Kapital für den Betrieb zu beschaffen, wohingegen die Investition die Verwendung dieses Kapitals umfasst. In beiden Bereichen geht es um Geldmittel.

Bei der Finanzierung geht es darum, dass Geldmittel aus dem Unternehmen abfließen, wenn es darum geht eine Investition zu ermöglichen oder die Geldmittel fließen dem Unternehmen zu, um dessen Liquidität bzw. dessen Vermögen zu stärken. Bei der Investition fließen ebenfalls Geldmittel.

Diese werden jedoch an materiellen oder immateriellen Vermögensgegenständen gebunden. Betrachtet man eine unternehmerische Bilanz, so sind auf der Aktivseite all jene Posten abgebildet, die die Kapitalverwendung (Investitionen) des Unternehmens verdeutlichen. Auf der Passivseite hingegen stehen die Posten, welche die Kapitalbeschaffung des Unternehmers (Finanzierungen) aufzeigen.

Die Einzelheiten zur Finanzierung

Je nach Herkunft der Geldmittel, Rechtsposition der Geldgeber und Zeitraum der Kapitalbindung können verschiedene Finanzierungsarten unterschieden werden:

1. Die Innen- und Eigenfinanzierung:
Hier stammt das Kapital von dem Unternehmer selbst oder wird von Gesellschaftern in die Unternehmung eingelegt (Eigenkapital)
2. Die Außen- und Fremdfinanzierung:
Das Kapital stammt von außen, also fremden Dritten, die der Unternehmung das Kapital zur Verfügung stellen (Banken, Lieferanten…)
3. Die kurzfristige und langfristige Finanzierung
Je nach Mittelbindung und vereinbarter Rückzahlung ist das Kapital auf unterschiedlicher Dauer im Unternehmen gebunden

Auch Investitionen lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen:

1. Die Sachinvestition:
Der Unternehmer legt sein Kapital in materielle Vermögensgegenstände an, wie zum Beispiel Gebäude, Grundstücke oder technische Anlagen
2. Die immateriellen Investition:
Hier vereint sich die Investition nicht in einem dinglichen Gegenstand, sondern wird vielmehr an Rechte gebunden, wie zum Beispiel Patente, Lizenzen und Markenrechte
3. Die Finanzinvestition:
Das Kapital wird an der Börse gehandelt bzw. in Fonds angelegt. Beispiele: Aktien, Anleihen, Beteiligungen an anderen Unternehmen

Die Abstimmung von Finanzierung und Investition

Da die Finanzierung nicht ohne die Investition auskommt und umgekehrt muss der Unternehmer zur Koordinierung beider Faktoren folgendes beachten:

1. Der Fristenabgleich
Möchte der Unternehmer in ein bestimmtes Wirtschaftsgut investieren und benötigt er hierfür fremdes Kapital, ist entscheidend, dass er die voraussichtliche Nutzungsdauer des Gegenstandes mit der Laufzeit der Finanzierung abstimmt.

Ein Beispiel:

Ein Export-Unternehmen möchte sich einen neuen Lkw mittels eines Bankdarlehens anschaffen. Der Lkw hat eine gewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren, wohingegen das Bankdarlehen auf 10 Jahre festgelegt ist.
Wenn aber der Lkw nur 6 Jahre zur Einnahmegenerierung genutzt werden kann, stellt sich die Frage aus welchen Mitteln die restlichen 4 Jahre des Darlehens getilgt werden sollen.
Deswegen ist es wichtig, dass beide Faktoren (Abnutzung und Laufzeit des Darlehens) perfekt übereinstimmen, sodass die Investition durch die Finanzierung bezahlt werden kann und umgekehrt.

2. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag

Ein Unternehmer finanziert eine Investition nur, wenn diese ihm eine gewisse Rendite verspricht, denn die Investition dient ja dazu, das Vermögen des Unternehmers zu mehren, auch wenn sie Geldmittel zunächst bindet. Da die Finanzierung oft hohe Kosten (Zinszahlungen) beinhaltet, muss gewährleistet sein, dass die Investitionserträge diese Kosten übersteigen, damit das Unternehmen Gewinne und keine Verluste erwirtschaftet.

Ein Beispiel:

Der Unternehmer möchte gerne ein zusätzliches Mietobjekt erwerben. Dabei wird ihm am Markt eine Immobilie für eine Millionen Euro angeboten, welche bereits bezogen ist und deren Ertrag jährliche in Höhe von 60.000€ liegt. Dies entspricht einer prozentualer Rendite von 6%. Um das Gebäude zu erstehen, muss der Unternehmer finanzieren und sich verschiedene Darlehensangebote von Banken einholen. Dabei ist es nun wichtig, dass der Zins des Kredits unter dem jährlichen Ertrag des Mietobjektes liegt, damit der Unternehmer seine Schulden auch begleichen und zusätzlich noch ein wenig Gewinn erwirtschaften kann.

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