BWL: Was ist ein Gewinnzuschlag? – Berechnung, Formel, Definition

Die Selbstkosten sind die für die Herstellung und den Vertrieb auftretenden Kosten. Der Gewinnzuschlag steht für den Betrag oder Prozentsatz, der auf die Selbstkosten hinzugerechnet wird, um den Verkaufspreis zu erreichen. Für Gewinnzuschlag werden auch die Bezeichnungen Gewinnspanne, Gewinnaufschlag, Gewinnmarge, Marge und Gewinnspanne verwendet. In Prozent wird dieser Wert auch als Gewinnzuschlagssatz bezeichnet. Dies wird dann üblicherweise so angewendet.

Der Gewinnzuschlag in Prozent berechnet sich über die Formel:

Gewinnzuschlag = Selbstkosten x Gewinnzuschlagssatz

Ein Beispiel soll den Gewinnzuschlag verdeutlichen:

Ein Hersteller von Fahrrädern hat für ein Fahrrad Selbstkosten von 200 €. Dies bedeutet, dass für die Herstellung und den Vertrieb des Fahrrads genau so viel Geld aufgewendet werden muss. Wenn das Unternehmen einen Gewinnzuschlagssatz von 10 % ansetzt, ergibt sich ein Nettoverkaufspreis von 220 €. Die 200 € sind also Selbstkosten und 10 % von 200 € ist der Gewinnaufschlag. Um das Fahrrad zu verkaufen, muss meistens noch die Umsatzsteuer von 19 % hinzugerechnet werden. Es ergibt sich dann der Bruttoverkaufspreis.

Aus der Sicht der Kostenrechnung bedeutet ein Gewinnzuschlag, dass mit den Produkten ein Gewinn gemacht wird. Der Gewinnzuschlag sagt aber nicht aus, ob das Unternehmen insgesamt wirklich einen Gewinn macht. Im Jahresüberschuss der Gewinn- und Verlustrechnung ist dies dann erkennbar.

Die beschränkte Interpretationsfähigkeit des Gewinnzuschlags ergibt sich durch die Kosten, welche in die Kostenrechnung oder die Ermittlung der Selbstkosten einbezogen bzw. nichteinbezogen werden.

Es kann beispielsweise sein, dass Finanzierungskosten nicht in die Selbstkosten eingerechnet werden, aber jedoch als kalkulatorische Zinsen berücksichtigt werden. Außerdem werden betriebsfremde Aufwendungen und außerordentliche Ausgaben wie Spenden nicht mitgerechnet. Des Weiteren werden Ertragssteuern nicht beachtet.
Abschließend lässt sich folgern, dass der Gewinnzuschlag keinesfalls dem Gewinn des Unternehmens entspricht. Der Gewinn, also das was wirklich am Ende übrig bleibt, ist auch noch von anderen Erträgen und Aufwendungen abhängig.

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