BWL: Was ist eine Offene Selbstfinanzierung? – Definition, Beispiel

Eine sogenannte offene Selbstfinanzierung bezeichnet eine Finanzierung aus einem Unternehmen erwirtschafteten Gewinnen, welche in einem Unternehmen belassen werden, also sogenannte Gewinnthesaurierung, deswegen nicht an jegliche Eigentümer ausgeschüttet werden.

Ein kleines Beispiel

Ein gewisses Unternehmen X erzielt insgesamt einen Gewinn von rund 100.000 Euro, davon behält es rund 50.000 Euro ein und kann dann damit z.B. ein neues Fahrzeug finanzieren.

In ihrer Bilanz ist eine offene Selbstfinanzierung eingetragen.
Thesaurierung ist dafür eine alternative Bezeichnung.

Die Ursachen

Eine offene Selbstfinanzierung:

  • – kann einen durch ein Unternehmen bzw. Die Anteilseigner gesteuert werden
  • – es ist aber zum anderen auch wiederum gesetzlich vorgegeben

Ein Ausweis in einer Bilanz

Die Offenen Selbstfinanzierungen bei den Kapitalgesellschaften

In einer Bilanz also einer Kapitalgesellschaft kann man eine offene Selbstfinanzierung einem Bilanzposten ablesen, der kumulierte Gewinne von den vergangenen Geschäftsjahren einbehält.

Die Offene Selbstfinanzierung bei den Personengesellschaften bzw. Einzelunternehmen

Bei den Personengesellschaften erhöhen sich die Kapitalkonten durch eine Gewinneinbehaltung. Bei einem Einzelunternehmen erhöht sich wiederum entsprechend deren Kapitalkonto eines Einzelunternehmers.

Beispiele für eine offene Selbstfinanzierung bzw. Gewinnthesaurierung

Ein bestimmtes Unternehmen von einer Mietwagenbranche wird einem Zeitraum X in eine Rechtsform von einer Aktiengesellschaft also der AG, gegründet.
Am Anfang umfasst der Bestand vom Unternehmen, 10 PKW in einem Wert von 50.000 Euro. Eine Finanzierung eines Anlagevermögens in einer Gesamthöhe von rund 500.000 Euro erfolgt dann zu 40 % mit dem Eigenkapital in einer Höhe von rund 200.000 Euro, des Gezeichneten Kapitald: 50.000 Euro und eine Kapitalrücklage: 150.000 Euro, genauso sowie zu 60 % einer durch ein Bankdarlehen in einer Höhe von rund 300.000 Euro.
Nun einmal Angenommen, das ein gewisses Unternehmen welches ein Jahr nach Zeitraum X einen Gewinn erzielt der nach Steuerabzug 50.000 Euro, beträgt.
Sofern diese ihren Gewinn, vollständig einbehält, eine Gewinnthesaurierung, beispielsweise durch eine Einstellung in die Gewinnrücklagen vom Eigenkapital erhöht sich dann entsprechend, liegt nun eine Innenfinanzierung in einer Form von der offenen Selbstfinanzierung vor. Dieses Unternehmen kann nun daraus ein weiteres Auto in einem Wert von rund 50.000 Euro finanzieren.

Die Vor sowie die Nachteile einer offenen Selbstfinanzierung bzw. Gewinnthesaurierung

Einige Vorteile einer offenen Selbstfinanzierung bzw. Gewinnthesaurierung
Diese sind:

  • – eine Gewinnthesaurierung zieht keinerlei zusätzlichen Zins-, Tilgungs- bzw. Dividendenzahlungen nach, die eine Liquidität in den entsprechen Folgejahren belasten könnten
  • – es entstehen dabei auch keinerlei Kapitalbeschaffungskosten, beispielsweise von Gebühren, Provisionen
  • – ein Kapital besteht, weil es ein Eigenkapital ist, langfristig zu der eignen Verfügung
  • – einige finanzwirtschaftliche Kennzahlen wie zum Beispiel durch eine Eigenkapitalquote verbessern sich am Ende, dadurch erhöhen sich auch die Kreditwürdigkeiten und auch die Bonität vom jeweiligen Unternehmen
  • – ein Stimmverhältnis ändert sich dabei aber nicht, im Gegensatz zu der Finanzierung mittels einer Kapitalerhöhung bleiben alle Rechte oder die Mehrheitsverhältnisse von den Eigentümern bleiben dabei unverändert.

Die Nachteile einer offenen Selbstfinanzierung bzw. Gewinnthesaurierung

Die Eigentümer also die Aktionäre werden zu einem Teil der ihnen zustehenden Gewinne vorenthalten.
Bei diesem Zusammenhang ist es zu bewerten, in wie weit diese einbehaltenen Mittel am Ende sinnvoll eingesetzt werden.
Die Gewinne müssten in den darauf folgenden Jahren somit steigen, da nun mehr Kapital also Eigenkapital eingesetzt wurde. Im dem oben genannten Beispiel kann nun in den darauf folgenden Jahren ein zusätzlicher PKW mehr vermietet werden als zu vor.

Die Rechtlichen Regelungen von der Gewinnthesaurierung

Eine Selbstfinanzierung von einer Aktiengesellschaft AG

Bei den Aktiengesellschaften also der Ag, ist ein bestimmtes Mindestmaß an einer Gewinnthesaurierung bzw. der Selbstfinanzierung vom Gesetz vorgeschrieben. Diese müsse also eine Rücklage bilden.
In dieser sind auch die jährlichen 5 % eines um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses wieder einzustellen, bis nun die gesetzlichen Rücklagen und auch die Kapitalrücklagen zusammen ein Grundkapital von 10 % erreichen oder aber auch einen in der Satzung festgeschrieben höheren Anteil eines Grundkapitals.

Ein Beispiel für Gewinnthesaurierung von einer AG

Die Aktiengesellschaft hat bis zum Ende eines Bilanzstichtages X ein gewisses Grundkapital in einer Höhe von rund 10 Mio. Euro erreicht. Eine Kapitalrücklage beträgt dabei nun rund 500.000 Euro, diese Gewinnrücklagen betragen also nun rund 300.000 Euro. Ein Jahresüberschuss, nach dem Abzug von Steuern, von einem Geschäftsjahr X beträgt nun rund 1 Mio. Euro.

In dem Geschäftsjahr X müssen nun somit mindestens 50.000 Euro, dass sind 5 % von den 1 Mio. Euro, in diese gesetzliche Rücklage, welche ein Teil von den Gewinnrücklagen ist, nun eingestellt werden, da diese Summe in einer Höhe von rund 800.000 Euro aus den bisherigen Kapitalrücklagen und den Gewinnrücklagen sich nun auf weniger als 1 Mio. Euro belaufen, dies sind 10 % vom Grundkapital bei einer Höhe von rund 10 Mio. Euro.

Die Gewinnthesaurierung beschränkt auf einen Jahresüberschuss nach den Ertragsteuern
Eine Gewinnthesaurierung kann nur dann in einer maximalen von ihrer Höhe des Gewinns erfolgen. Bei den Kapitalgesellschaften, zum Beispiel der AG oder der GmbH, fallen nun auf einen Jahresüberschuss einige vor Steuern an, diese sind Ertragsteuern von der Körperschaftsteuer, mit dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer.

Ein Beispiel für die Ertragsteuern bei einer Gewinnthesaurierung

Ein bestimmtes Unternehmen weist für ihr Geschäftsjahr X einen gewissen Jahresüberschuss vor den zu zahlenden steuern Steuern aus, in einer Höhe von rund 1 Mio. Euro.

Dieser Gewerbesteuerhebesatz einer Gemeinde, in welchem das genannte Unternehmen seinen Sitz hat, seien 400 %. Einige weitere Anpassungen einer steuerlichen Bemessungsgrundlage seien dabei nicht vorzunehmen.

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