BWL: Was ist eine Patronatserklärung? – Definition, Beispiele

Patronatserklärungen werden oft von Mutterkonzernen für Tochterunternehmen abgegeben.

Mit dieser Erklärung wird dem Tochterunternehmen die Aufnahme einer Finanzierung erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht.

Es gibt zwei Arten von Patronatserklärungen, die sich aufgrund ihrer Vereinbarungen unterscheiden:

  • Harte Patronatserklärung
  • Weiche Patronatserklärung

Die harte Patronatserklärung

Bei der harten Patronatserklärung geht die Konzernmutter eine Verpflichtung zugunsten der Konzerntochter ein. Diese Verpflichtung besagt, dass die Konzerntochter finanziell so gestellt werden muss, dass sie fähig ist, einen von der Bank erhaltenen Kredit regelgerecht zurückzuzahlen.

Ist also die Konzerntochter nicht fähig zur Rückzahlung einer Rate des Kredits, muss die Konzernmutter ihr finanzielle Mittel für die Rückzahlung zur Verfügung stellen. Dies kann zum Beispiel in Form eines Gesellschafterdarlehens erfolgen.

Formulierungsbeispiel:

Das Mutterunternehmen ist für die Zeit der Beteiligung am Tochterunternehmen dafür verantwortlich, dass das Tochterunternehmen die Möglichkeit hat seine Pflichten zu erfüllen.

Es kann vorkommen, das zum Stichtag der Bilanz eine Inanspruchnahme der harten Patronatserklärung nötig zu sein droht. Dies kann der Fall sein, wenn das Tochterunternehmen einen Kredit nicht bedienen kann, das Mutterunternehmen einspringen und damit rechnen muss, die Summe nicht zurückzubekommen. Die Rückstellung beim Patronatsgeber kann daraus folgen.

Die weiche Patronatserklärung

Wird eine weiche Patronatserklärung abgegeben, gibt es keine Verpflichtung für die finanzielle Unterstützung des Tochterunternehmens.

Die weiche Patronatserklärung spricht lediglich den guten Willen des Mutterkonzerns aus. Die Konzernmutter gibt beispielsweise an, dass ein Ausschluss des Tochterunternehmens auf keinen Fall stattfindet oder das die Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen zur Firmenphilosophie gehört. Eine Erklärung des guten Willens des Mutterkonzerns kann auch sein, dass die kreditgebende Bank des Tochterunternehmens rechtzeitig benachrichtigt wird, sobald finanzielle Engpässe drohen.

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