BWL: Was ist eine Preisdifferenzierung? – Erklärung, Beispiel

Die Preisdifferenzierung ist der Versuch, den Preis ein und desselben Produktes an unterschiedliche Käufergruppen anzupassen. Zum einen unterscheiden sich die finanziellen Möglichkeiten der diversen Käuferschichten, zum anderen ist der Wille einen gewissen Preis für ein spezifisches Produkt zu zahlen, durchaus unterschiedlich. Nicht jeder Kunde ist bereit, für ein Handy viele Hundert Euro zu zahlen, da es ihm nicht notwendig erscheint. Die Preisdifferenzierung gehört zum Rüstzeug vieler Unternehmen, um möglichst viele Produkte zu verkaufen.

Die Preisdifferenzierung wird aus verständlichen Gründen auch Preisdiskriminierung genannt, da es sich nicht um den Verkauf heterogener Produkte handelt. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Die leistungsbezogene Preisdifferenzierung, die sich nicht auf identische, jedoch nahe beieinander liegende Produkte bezieht und die diversen Möglichkeiten der Liquidität der Kunden ausnutzt. Dazu zählt z.B. die Unterscheidung in erste und zweite Klasse bei Bahnfahrten.

Weitere Arten der Preisdiskriminierung sind das Ausnutzen geographischer Unterschiede (räumliche Preisdifferenzierung), die der Kunde nicht einfach überwinden kann. Ein gutes Beispiel ist der Wohnungsmarkt. Während beliebte Großstädte oder Städte mit einem hohen Aufkommen an Studenten, einer guten Infrastruktur und geringer Arbeitslosigkeit einen kaum bezahlbaren Quadratmeterpreis haben, sind die Wohnungen in Städten, die allmählich dem sozialen Verfall anheim gegeben sind und kaum gepflegt werden, äußerst günstig.

Die Preisdifferenzierung nach zeitlichen Aspekten, wie Frühbucherrabatte, aber auch Mengenrabatte gehören zu vielen Geschäftsmodellen. Bei einigen Produkten spielt es auch eine Rolle, wer das Produkt erwerben möchte. Studenten, Beamte, Großabnehmer können mit Nachlässen rechnen.

Dies nennt sich personelle Preisdifferenzierung. Die verdeckte Preisdifferenzierung bezieht sich auf die Absatzwege, so dass ein und dasselbe Markenprodukt in anderer Verpackung beim Discounter günstiger verkauft wird als im Fachhandel. Auch der Verwendungszweck für das Produkt bestimmt den Preis, was als sachliche Preisdifferenzierung bezeichnet wird.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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