BWL: Was ist eine Sicherungsübereignung? – Definition, Beispiel

Bewegliche Gegenstände können ebenfalls als Sicherheiten für Kredite und ähnliche finanzielle Unterstützungen genutzt werden. In diesem Fall kann die Sicherungsübereignung eine geeignete Maßnahme sein.

Eine Sicherungsübereignung findet zwischen Gläubiger und Schuldner statt. Dem Gläubiger, meist der Bank, werden die Eigentumsrechte für einen Gegenstand übertragen. Dieser Gegenstand kann ein Betriebsauto oder eine Maschine bzw. ein Werkzeug des Betriebs sein. Der Gegenstand selbst bleibt im Besitz des Kreditnehmers. Er kann die Maschine oder das Werkzeug somit weiterhin für die Produktion nutzen. Mit der Sicherungsübereignung hat das kreditnehmende Unternehmen den Vorteil, dass es nicht auf für den Betrieb wichtige Gegenstände, verzichten muss. Im Gegenteil dazu hätte das Unternehmen beim Pfand den Nachteil, nicht mit dem Gegenstand arbeiten zu können, da er beim Gläubiger verbleibt.

Als fiduziarische Sicherheit ist die Sicherungsübereignung nicht an den gesicherten Kredit bzw. die gesicherte Schuld gebunden. Sie ist also nicht, wie das Pfandrecht, akzessorisch.

Die Sicherungsübereignung wird alternativ als Sicherheitsübereignung, Sicherungsübereignungskredit oder als Sicherungseigentum bezeichnet.

Beispiel:

  • Taxiunternehmen bekommt von Hausbank Kredit über 20.000 EUR genehmigt
  • Voraussetzung: das Taxi muss sicherungsübereignet werden
  • Taxiunternehmer darf nun Taxi wie gewohnt benutzen
  • Taxiunternehmer darf nicht rechtlich über Taxi verfügen, da Bank nun Eigentümer und Taxiunternehmer lediglich den Besitz hält

Die Sicherungsübereignung in der Bilanz

Vermögensgegenstände müssen immer in der Bilanzierung des Eigentümers angegeben werden. Dies ist in § 246 Abs. 1 Satz 2 HGB geregelt und bezieht sich in diesem Fall ebenso auf die Sicherungsübereignung. Hier ist die Bank Eigentümerin des beweglichen Gegenstandes und ist somit grundsätzlich zur Aufnahme in ihre Bilanz verpflichtet.

Allerdings gibt es eine Ausnahme laut § 246 Abs. 1 Satz 2 2. Halbsatz HGB. In diesem Halbsatz wird gesetzlich erklärt, dass die wirtschaftliche Betrachtung Vorrang hat. In diesem Fall bedeutet das folgendes: die Gegenstände des Vermögens, die nicht direkt dem Eigentümer (der Bank) wirtschaftlich zuzurechnen sind, sondern einem anderen, muss auch der andere in seiner Bilanz ausweisen. In der Sicherungsübereignung hat die Bank nicht den wirtschaftlichen Zugriff auf die Vermögenswerte. Somit muss der Kreditnehmer, im Beispiel der Taxiunternehmer, die Vermögensgegenstände in seine Bilanz aufnehmen.

Beispiel für die Bilanzierung:

  • Bank nimmt Kreditforderung in ihre Bilanz auf
  • Der Taxiunternehmer führt in seiner Bilanz noch immer den PKW auf
  • Der Taxiunternehmer führt in seiner Bilanz nun auch den Kredit auf

Wenn es sich bei dem Taxiunternehmen um eine Kapitalgesellschaft handelt, müssen die Verbindlichkeiten im Anhang beim Jahresabschluss angegeben werden. Diese Verpflichtung ergibt sich aus § 285 Nr. 1 b) i. V. m. Nr. 2 HGB. Danach ist die Kapitalgesellschaft in der Pflicht, den Gesamtbetrag ihrer gesicherten Verbindlichkeiten anzugeben. Diese Angabe muss genau die Art und die Form der Sicherheiten, hier die Sicherungsübereignung, beschreiben.

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