BWL: Was ist eine Stille Selbstfinanzierung? – Definition, Beispiel

Eine sogenannte stille Selbstfinanzierung als eine Form einer Innenfinanzierung bezeichnet einen der Finanzierung durch ihre Einbehaltung nicht ausgewiesenen Gewinne.
Diese stille Selbstfinanzierung erfolgt dann durch eine Bildung von stillen Reserven, also die Unterbewertung von einigen Vermögenswerten oder auch von der Überbewertung von einigen Verbindlichkeiten.

Diese stille Selbstfinanzierung entsteht dann zum Teil wiederum zwangsläufig, wegen der Rechnungslegungsvorschriften, zu einem Teil kann sie nun durch eine Bilanzpolitik gesteuert werden.

Eine verdeckte Selbstfinanzierung, ist dafür eine andere Bezeichnung.
Eine stille Selbstfinanzierung ist, abgegrenzt zu einer offenen Selbstfinanzierung durch ihre Gewinneinbehaltung, sie ist nicht offen auf einer Kapital- oder Passivaseite von einer Bilanz ersichtlich, deswegen erfordert sie einen zusätzlichen Einblick in ein Unternehmen, durch eine externe Rechnungslegung in der Gestalt der Bilanz nicht gewährt wird.

Die Stillen Reserven

Eine Stille Reserven, wird auch als eine stille Rücklage bezeichnet, diese können auch auf folgende 2 Arten entstanden sein:

Die Stillen Reserven durch eine Unterbewertung von der Aktiva

Ein Vermögen eines Unternehmens wird in einem Verhältnis zu seinem wahren Wert, also beispielsweise dem Marktwert, als zu gering ausgewiesen. Ebenso zählt dazu auch der Fall, dass einige aktivierungsfähige Vermögensgegenstände aufgrund von einem Wahlrecht nicht in einer Bilanz angesetzt werden.

Einige Beispiele für eine stille Selbstfinanzierung durch eine Unterbewertung der Aktiva

Das Beispiel Nummer 1: Keinerlei Aktivierung der selbsterstellter Patente

Das Unternehmen macht von ihrem Aktivierungswahlrecht, von dem Unternehmen den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen eines bestimmten Anlagevermögens, also in dem Fall der eigenen Patente, keinen Gebrauch mehr. Für eine Selbsterstellung der Patente wurden einige Herstellungskosten in einer Höhe von rund 2 Mio. Euro aufgewendet, dieses entspricht nun auch einem aktuellen geschätzten Marktwert von den Patenten.

Das Beispiel Nummer 2: Der Marktwert von einem Gebäudes über einem Buchwert

Ein Grundstück welches vor 50 Jahren erworben wurde steht, aufgrund seiner Anschaffungskostenprinzips, in der Bilanz mit den damaligen Anschaffungskosten von rund 1 Mio. Euro. Aber der aktuelle Marktwert dieser Immobilie beträgt nun rund 10 Mio. Euro.

Das Beispiel Nummer 3: Die Vollständig abgeschriebenen Gebäude

Das Gebäude ist schon vollständig abgeschrieben worden. Ein möglicher Veräußerungserlös vom Gebäudes wird nun auf rund 3 Mio. Euro geschätzt.

Die Höhe einer stillen Reserve eines Finanzierungspotentials

Ein Unternehmen verfügt über eine stille, also einige nicht in der Bilanz ausgewiesenen Reserven, in einer Höhe von rund 14 Mio. Euro. Diese Gesellschaft könnte nun das Finanzierungspotential durch eine Veräußerung ihrer Patente heben, also das vom Grundstück sowie vom Gebäude selbst. Allerdings reduzieren sich dabei die auf den Veräußerungsgewinnen entfallenen Ertragsteuern vom Finanzierungsvolumen.

Die Stillen Reserven durch eine Überbewertung von der Passiva

Die Stillen Reserven durch eine Überbewertung von der Passiva entstehen besonders durch die vorsichtige und auch eine überhöhte Bildung von den Rückstellungen.

Ursachen für die Bildung von den stillen Reserven

Die Rechnungslegungsvorschriften
Den genannten Beispielen kann man also entnehmen, dass diese stillen Selbstfinanzierungen teilweise automatisch, also aufgrund einer handelsrechtlichen, sowie steuerlichen Bilanzierungs- sowie Bewertungsvorschriften erfolgen.

Die Bilanzpolitik
Eine stille Selbstfinanzierung könnte aber auch mit einer Bilanzpolitik bewusst der entsprechenden Ausübungen von den Ansatzwahlrechten und den Bewertungsoptionen gesteuert werden.

Die Vorteile sowie die Nachteile einer stillen Selbstfinanzierung

Die Vorteile einer stillen Selbstfinanzierung
Die Reduzierung eines Liquiditätsabflusses
Eine Bildung von den stillen Reserven reduziert am Ende den Liquiditätsabfluss jeweils in zweierlei Hinsicht: diese Gewinne beispielsweise aus den Vermögensmehrungen hinsichtlich ihres Grundstückes und werden nicht ausgewiesen, fallen dann darauf keine Steuern mehr an, der Steuerstundungseffekt, zum anderen erfolgen darauf aber auch keinerlei Gewinnausschüttungen mehr.

Die Stärkung einer Unabhängigkeit
Durch eine stille Selbstfinanzierung wird eine Unabhängigkeit vom Unternehmen gestärkt. In dem Beispiel oben könnte das Unternehmen durch eine Auflösung von stillen Reserven eine gewisse Investitionsfinanzierung durchführen, ohne dabei von einer Finanzierungsbereitschaft eines Eigenkapitals, oder von den Fremdkapitalgebern abhängig sein.

Die Sicherheit
Eine stille Selbstfinanzierung kann dazu führen, dass die über diese Bilanzwerte hinausgegangenen Sicherheiten vorhanden sind. Deshalb könnte dieses Unternehmen in dem oben stehenden Beispiel, ihr unterbewertetes Grundstück, in der Höhe ihres Beleihungswertes als eine Sicherheit für einen gewissen Kredit einsetzen.

Die Nachteile bei der stillen Selbstfinanzierung

Eine Bildung von stillen Reserven ist aber in einer gewissen Hinsicht auch sehr problematisch, da diese Vermögenslagen nicht korrekt dargestellt werden können.
Die Eigentümer werden ihnen zustehende Gewinne bis zu einer Auflösung ihrer stillen Reserven vorenthalten. Allerdings entstehen wie schon bereits dargestellt wurde ein Großteil von stillen Reserven natürlich zwangsläufig aufgrund ihrer Rechnungslegungsvorschriften.

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