BWL: Was sind die Economies of Scale? – Definition, Beispiel

Die deutschen Bezeichnungen sind Skalenerträge, Skalenvorteile, Skaleneffekte, Gesetz der Massenproduktion und scale economies. Gemeint ist damit der Effekt, dass die Selbstkosten pro Stück mit wachsender Produktionsmenge sinken. Die Selbstkosten pro Stück sind dabei die Kosten, welche in einem Unternehmen für ein Produkt anfallen. Beachtlich ist, dass die wachsende Produktionsmenge auch mit der Unternehmensgröße ersetzt werden kann.

Die Economies of Scale stehen somit für den Kostenvorteil bei Massenproduktion. Es ist dadurch die Grundlage für die Kostenführerschaft, also eine Wettbewerbsstrategie. Letztendlich sollen also die Kosten niedriger werden, als sie bei allen anderen Wettbewerbern zu verzeichnen sind.

Das jeweilige Unternehmen kann dann mit höheren Gewinnen und einem großen Marktanteil aufwarten.

Wer sich die Economies of Scale genau vor Augen führt, erkennt nun, warum Unternehmen auf Wachstum setzen. Neue Märkte sollen deshalb betreten und andere Unternehmen sollen aufgekauft werden.

Es gibt verschiedene Gründe für diesen Effekt:

Effizienzgewinne: Diese Gewinne entstehen durch Automatisierungstechnik und Spezialisierung innerhalb der Produktion. Die Rentabilität solcher Aktionen steigt mit der Produktionsmenge.
Fixkostendegression: Die Fixkosten (auch Bereitschaftskosten genannt) verteilen sich auf die Stückzahlen. Bei größeren Stückzahlen fallen die Fixkosten pro Stück geringer aus. Fixkosten können aus dem Unterhalt für die Produktionsgebäude, Maschinenabschreibungen und Gehältern bestehen.
Marketingvorteile: Wenn ein Unternehmen flächendeckend verbreitet ist, verteilen sich die Kosten für Werbung besser. Die Werbekosten pro verkauftem Produkt sind dadurch kleiner.
Einkaufsmacht: Aufgrund höherer Stückzahlen bekommt ein Unternehmen günstigere Lieferantenpreise. Gründe hierfür sind, dass eine höhere Verhandlungsmacht besteht und das Unternehmen auch mehr Macht beim Einkauf hat.
Lerneffekt bzw. Erfahrungsgewinne: Ein Unternehmen lernt während der Produktion und besonders durch große Stückzahlen lernt ein Unternehmen, effizienter in der Produktion zu sein. Letztendlich wird die Produktion ständig optimiert, um die Produktivität zu steigern. Beispielhaft lässt sich die Automobilindustrie anführen. Diese kann die Montagegeschwindigkeit bei einem Auto erhöhen.

Für diesen Effekt der Economies of Scale können auch Beispiele abgegeben werden:
Wenn sich ein Automobilunternehmen mit einem ähnlich großen Automobilunternehmen zusammenschließt, bestehen Skaleneffekte durch eine größere Einkaufsmacht. Es werden z. B. jährlich pro Unternehmen 4 Mio. Reifen gekauft. Nach dem Zusammenschluss sind es 8 Mio. Reifen. Aufgrund des doppelt so hohen Einkaufsvolumens kann das Unternehmen nun kleinere Einkaufspreise für die Reifen aushandeln. Wenn ursprünglich noch 50 € bezahlt werden mussten, sind es nach dem Zusammenschluss nur noch 40 €. Die variablen Kosten sinken also.

Falls ein Unternehmen kleiner ist, setzt es eher auf Universalmaschinen. Diese sind vielseitig einsetzbar und können für mehrere Produktarten des Sortiments verwendet werden, da sie sich leicht umrüsten lassen. Der Nachteil liegt darin, dass die Kosten dieser Maschinen höher sind. Wenn nun ein Unternehmen eine größere Stückzahl erreicht, kann es anstelle von Universalmaschinen Spezialmaschinen kaufen. Diese sind in der Produktion schneller, müssen nicht umgerüstet werden und sind viel günstiger. Letztendlich sinken die Produktionskosten pro Stück, da die Fixkosten sinken und diese auch noch auf eine größere Stückzahl verteilt werden. Die Fixkosten sind außerdem auch noch niedriger, da die Anschaffungskosten der Maschinen kleiner sind und dadurch die Abschreibungen niedriger ausfallen.

Die Economies of Scale bewirken zwei wesentliche Dinge:

Höhere Gewinne: Auch wenn die Verkaufspreise konstant gehalten werden, erhöhen sich die Deckungsbeiträge bzw. Gewinne. Grund ist der geringere Stückkostenpreis.
Höhere Marktanteile: Die niedrigeren Produktionskosten können an den Markt weitergereicht werden, indem die Verkaufspreise reduziert werden. Es entsteht dadurch ein größerer Marktanteil, was wiederum auch zu Economies of Scale führt.

Abschließend kann nochmals aufgegriffen werden, wie Economies of Scale erreicht werden können. Zunächst muss das Unternehmen selbstständig wachsen. Bezeichnet wird dies als organisches Wachstum. Es kann sich aber auch mit anderen Unternehmen der jeweiligen Branche verbinden. Solche Verbindungen können Kooperationen, Fusionen oder Übernahmen sein. Eine Kooperation ist z. B. die Zusammenarbeit von verschiedenen Automobilherstellern bei der Entwicklung und Produktion von bestimmten Fahrzeugteilen. Fusionen und Übernahmen sind rechtlich geregelte Zusammenschlüsse von zwei oder mehreren Unternehmen, die dann wirtschaftlich verbunden sind.

Nun stellt sich noch die Frage, wo besonders starke Economies of Scale wirken können. Dies ist in besonders kapitalintensiven Bereichen wie der Energieversorgung, dem Automobilbau oder dem Mobilfunk der Fall. Es kann aber auch im Handel, also bei Supermärkten eintreten. Hauptgrund ist die Einkaufsmacht.

 

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