BWL: Was sind Einzelkosten? – Definition & Beispiel

Es wird zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten unterschieden. Unterscheidungskriterien sind die Zurechenbarkeit auf einen Kostenträger (Kostenträgereinzelkosten) bzw. eine Kostenstelle (Kostenstelleneinzelkosten). Unter Einzelkosten werden Kosten verstanden, welche einem Kostenträger oder einer Kostenstelle direkt zugerechnet werden können.
Als Beispiel kann der Kostenträger Auto genannt werden.

Ein Auto hat eine bestimmte Fahrgestellnummer, sodass bestimmte Kosten eindeutig zugewiesen werden können. Es können z. B. die Kosten für den Motor oder Reifen direkt zugerechnet werden. Bei der Abschreibung für die Produktionshalle sieht es dagegen anders aus. Diese kann dem Auto nicht direkt zugerechnet werden, da es Gemeinkosten sind.

In der Produktkalkulation oder Kostenrechnung sind die Einzelkosten einfach. Die Gemeinkosten sind dagegen schwierig, da es eher problematisch ist, diese Kosten den Produkten gerecht der Verursachung zuzuordnen. Bei Einzelkosten handelt es sich immer um variable Kosten. Variable Kosten müssen aber nicht immer Einzelkosten sein. Einzelkosten werden im englischen Sprachraum auch als direct costs bezeichnet. Es sind also direkte Kosten oder Direktkosten. Wenn die Einzelkosten und Gemeinkosten zusammen gerechnet werden, ergeben sich die Gesamtkosten des jeweiligen Unternehmens.

Einzelkosten sind meist Kostenträgereinzelkosten, da sich die Einzelkosten auf einen Kostenträger, also das Produkt beziehen. Bei den Einzelkosten kann zwischen verschiedenen Arten unterschieden werden:

Sondereinzelkosten des Vertriebs: Z. B. spezielle Produktverpackungen oder Provisionen
Sondereinzelkosten der Fertigung: Die Lizenzgebühren für die Fertigung eines bestimmten Produkts (z. B. Spielzeug) können nicht dem einzelnen Produkt zugeordnet werden, sondern nur der gesamten Reihe.
Materialeinzelkosten (MEK): Rohstoffe und Zulieferteile laufen anhand von Stücklisten direkt in die Produktion ein. Alternativ können auch Materialentnahmescheine verwendet werden.
Fertigungseinzelkosten (FEK): Es sind Löhne, die bei Produktherstellung auftreten. Wenn der Einbau eines Teils bei einem Auto 5 Minuten dauert und der Stundensatz 60 € beträgt, dann ergeben sich als FEK für dieses Teil 5 €. Für die Fertigungsschritte und Fertigungszeiten werden Arbeitspläne verwendet.

Mit Beispielen lässt sich dies nun genauer verdeutlichen:

Wenn Kugelschreiber hergestellt werden, können die Materialkosten der Kugelschreibermine dem Kugelschreiber als Kostenträger direkt zugeordnet werden. Es sind also Materialeinzelkosten. Ein Produktionsmitarbeiter benötigt für einen Kugelschreiber eine Arbeitszeit von 5 Minuten, bis er vollständig zusammengebaut ist. Wenn eine Arbeitsstunde 12 € kostet, ergeben sich Fertigungseinzelkosten von 1 €. Auszurechnen ist dies einfach über 5 Minuten x (12 € / 60 Minuten) = 1 €.
Wenn sich die Einzelkosten auf eine Kostenstelle beziehen, werden diese als Kostenstelleneinzelkosten bezeichnet.

Beispiel:

Ein Abteilungsleiter in der Fertigung bekommt ein gewisses Gehalt. Dieses Gehalt gehört zu den Kostenstelleneinzelkosten, da es der Kostenstelle Fertigung direkt zugeordnet werden kann. Mit direkt ist gemeint, dass es nicht geschlüsselt werden muss. Es ist allerdings nicht möglich, dieses Gehalt dem Produkt direkt zuzuordnen. Es handelt sich deshalb nicht um Kostenträgereinzelkosten. Bei den Mietkosten handelt es sich übrigens um keine Kostenstelleneinzelkosten, da diese Kosten mit einem Schlüssel auf die Kostenstellen oder Abteilungen aufgeteilt werden müssen.
Gemeinkosten werden als Gegenstück der Einzelkosten bezeichnet.

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