BWL: Ziele einer Finanzierung leicht erklärt – Übersicht

Wenn ein Unternehmen zukünftig eine Finanzierung tätigen möchte, tut es dies nicht, ohne zuvor gewisse Ziele festzulegen und dabei folgende Faktoren abzuwägen: Sicherheit, Unabhängigkeit, Liquidität und Wirtschaftlichkeit. Hierbei kann es jedoch zu nicht unerheblichen Konflikten kommen, da jedes Ziel für sich gesehen wichtig ist, aber diese lassen sich nur schwer in ein Gleichgewicht bringen. So würde sich das Ziel der hohen Profitabilität nicht mit dem Wunsch nach hoher Sicherheit vereinbaren lassen, da hohe Gewinne nie ohne Risikobereitschaft erzielt werden können. Der Unternehmer muss also entscheiden, welche Ziele ihm die wichtigsten sind und welche Aspekte er bei der Finanzierung vernachlässigen möchte.

Hier ein genauerer Überblick über die Ziele der Finanzierung:

1. Die Sicherheit

Wenn der Unternehmer Kapital beschaffen möchte, möchte er dies möglichst risikofrei tun können. Wendet er sich also an eine Bank, um dort ein Darlehen aufzunehmen, muss ihm zuvor das Risiko bewusst sein, dass er die anfallenden Zins- und Tilgungszahlungen stets pünktlich zu leisten hat. Bei Zahlungsverzug droht ihm die Zahlungsunfähigkeit und Verschuldung, was nicht zuletzt die Schließung seines Betriebs zur Folge hätte. Je höher er finanziert, desto höher ist auch das Risiko, dass er den Kredit nicht zurück bezahlen kann. Daher achtet der Unternehmer bei dem Faktor Sicherheit darauf, dass er „bezahlbar“ finanziert und vielleicht auch eher die Eigenfinanzierung in Betracht zieht.

2. Die Unabhängigkeit

Der Geschäftsführer eines Unternehmens möchte seine Entscheidungen möglichst frei und ungebunden treffen. Wenn jedoch die Mittel für die Finanzierung aus vielen Außenquellen
stammen, sinkt oftmals die Möglichkeit des unabhängigen Handelns, da fremde Geldgeber natürlich Sicherheiten für die Zurverfügungstellung von ihrem Kapital haben möchten. Ebenfalls passiert es nicht selten, dass die Fremdkapitalgeber ein Mitspracherecht erhalten wollen oder die finanzielle Situation des Unternehmens kontrollieren möchten. Wenn der Unternehmer jedoch Eigenkapital zur Finanzierung nutzt, ist er vollkommen ungebunden.

3. Die Liquidität

Ein Unternehmen ist liquide, wenn es dazu in der Lage ist all seine bestehenden Zahlungsverpflichtungen innerhalb der Fristen tilgen zu können. Um die Zahlungsfähigkeit eines Betriebes zu wahren, muss der Unternehmer gewisse Geldreserven schaffen, damit jederzeit Kapital zur Verfügung stehen kann. Doch wer Geld spart, erhält dafür nur geringe Zinsen, was dem Ziel der Wirtschaftlichkeit entgegen steht.

4. Die Wirtschaftlichkeit

Ein anderer Begriff für Wirtschaftlichkeit ist auch die Rentabilität. Zur Erreichung dieses Zieles ist es wichtig, dass das eingesetzte Kapital mit all seinen verursachten Kosten trotzdem einen Gewinn generiert. Ein Unternehmer finanziert nur, um eine Investition zu tätigen, die sich auch für ihn lohnt. Um zu erkennen, wie hoch der Erfolg eines Unternehmens ist, bedient man sich verschiedener Rentabilitätskennziffern, wie zum Beispiel der Eigenkapital- oder Umsatzrentabilität.

Dabei ist es entscheidend, welche Finanzierungsmittel der Unternehmer benutzt, denn je weniger er für Kapital bezahlen muss, desto höher wird seine Rentabilität sein.

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