BWL: Zinsstruktur – Übersicht aller Arten

Einen bestimmter und fest geltender Marktzins existiert nicht. Der Zins hängt immer von verschiedenen Laufzeiten ab. Das Verhältnis zwischen den Laufzeiten und entsprechenden Zinssätzen wird Zinsstruktur genannt.

Das Instrument zur Bestimmung der Zinsstruktur ist die Zinsstrukturkurve. Diese Kurve stellt eine Abhängigkeit zwischen Zinssätzen/Renditen von festverzinslichen Wertpapieren und deren Restlaufzeiten in einer Grafik dar. Dabei werden die Zinsen oder Renditen auf der y-Achse vertikal dargestellt und die Laufzeiten auf der x-Achse horizontal.

Es gibt mehrere Zinsstrukturen, die unterschieden werden:

Die flache Zinsstruktur:

Der Zinssatz ist hier unabhängig von Fristen. Dies bedeutet, dass die Rendite bei einer Anleihe auf 10 Jahre die gleiche ist wie bei einer Anleihe auf 1 Jahr.

Die normale Zinsstruktur:

Bei dieser Struktur erhöht sich der Zinssatz mit steigender Frist oder Laufzeit der Anlage. Wird also eine Anlage über 10 Jahre abgeschlossen, ist der Zinssatz wesentlich höher, als bei einer Geldanlage über 1 Jahr. Diese Struktur ist die übliche Vorgehensweise. Bei einer längeren Laufzeit ist das Risiko des Anlegers sehr viel höher, der Schuldner kann zwischenzeitlich den Betrieb einstellen oder ähnliches. Das Zinsniveau wird gelegentlich angeglichen. Wird es angehoben während der Anleger in einer fest verzinsten Anlage festhängt, ist dies für ihn mehr als nachteilig. Er ist dann zu unflexibel und kann sein Vermögen für keine anderen Kapitalanlagen nutzen. Aus diesem Grund wird ihm mit der normalen Zinsstruktur und dem regelmäßig steigenden Zinssatz ein Anreiz geboten, sein Geld dauerhaft anzulegen.

Die inverse Zinsstruktur:

Die inverse Zinsstruktur bildet den absoluten Ausnahmefall. Bei dieser Struktur sinkt der Zinssatz mit steigender Laufzeit bzw. Fristigkeit. Für langfristige Anlagen fallen also weniger Zinsen an, als für kurzfristige Geldanlagen mit wenig Laufzeit. Für eine solch ungewöhnliche Zinsstruktur gibt es verschiedene Gründe. Zum einen kann es sein, dass die Prognose fallende Zinsen für die entsprechenden Anlagen prophezeien. Zum anderen gibt es doch auch immer wieder sehr hohe Nachfragen nach kurzfristigen Finanzierungsleistungen. Diese Nachfragen erfolgen von Banken, großen und kleinen Unternehmen und vor allem von Staaten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich stimme zu.

Please enter your name here