Carl Zuckmayer – Biografie & Inhaltsangaben

Der Schriftsteller Carl Zuckmayer. Foto: © INTERFOTO / Felicitas
Der Schriftsteller Carl Zuckmayer. Foto: © INTERFOTO / Felicitas

Der deutsche Schriftsteller Carl Zuckmayer, welcher am 27.Dezember 1896 in Nackenheim bei Mainz geboren und 1977 in der Schweiz gestorben ist, ist bekannt durch seine größten Werke „Der Hauptmann von Köpenick“ aus dem Jahr 1931 sowie „Des Teufels General“ aus dem Jahr 1946. Er wurde mit zahlreichen nationalen, sowie internationalen Preisen gekürt. Seine Lebensbiographie „Als wär’s ein Stück von mir“ ist ein über lange Zeit beständiger Seller auf dem Büchermarkt.

Der Schriftsteller wuchs als Sohn des Produzenten von Flaschenkapseln Carl Zuckmayer und seiner Frau Amelie Friederike Auguste Zuckmayer, geb. Goldschmidt,
in Nackenheim auf. Carl Zuckmayer und sein sechs Jahre älterer Bruder verlebten eine glückliche Kindheit in der rheinhessischen Stadt. Schon früh erwachte seine Leidenschaft für Literatur und Schriftstellerei und so erschienen 1902 und 1909 seine ersten Werke. Das Gedicht „Der Frühling“ und seine Prosaskizze „Herbst“. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges beendete der Schreiber sein Notabitur 1914.

Carl Zuckmayer meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst, jedoch verflog diese klare Entscheidung in den Wirren des Krieges. Er war an der Westfront als Leutnant eingesetzt, doch jede freie Minute verbrachte er mit dem Studieren von Literatur. Diese prägenden Erfahrungen verarbeitete er in dem 1918 erschienenen Gedichtzyklus „Passion“. 1918 wurde der Schriftsteller aus der Armee entlassen und erhielt eine Reihe an Auszeichnungen für Tapferkeit.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegen studierte Zuckmayer an zwei verschiedenen Universitäten, Frankfurt am Main und Heidelberg, unterschiedliche Fächer. Seine Leidenschaft für Literatur verlor er jedoch nie. Nachdem sein Werk „Kreuzweg“ in Berlin angenommen wurde, zog er in die belebte Stadt und verdiente seinen Unterhalt mit literarischen Nebentägigkeiten. Er hatte verschiedene Engagements an verschiedenen Theatern. 1922 als Bühnendichter am ansässigen Theater in Kiel und 1923 am Schauspielhaus in München. An diesem Theater traf er Bertholt Brecht und es begann eine Freundschaft zwischen den beiden Literaten. Mit diesem wechselte er 1924 an das deutsche Theater in Berlin.
Der literarische Durchbruch gelang dem Autor mit seinem Werk „Der fröhliche Weinberg“. Die Uraufführung, welche 1924 stattfand, wurde im Theater in Berlin am Schiffbauerdamm aufgeführt. Das Stück wurde zu dem erfolgreichsten Theaterstück der 1920er Jahre. Hierfür erhielt Zuckmayer den geachteten Kleist-Preis.
Kurze Zeit später wurde Zuckmayer durch seine Prosa und den Gedichten für Funk und Fernsehen zu einem der bestdotiertesten Autoren der Weimarer Republik. 1930 verfasste er gemeinsam mit Karl Gustav Vollmoeller das Filmszenarium „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in der Besetzung. Joseph von Sternberg führte Regie. Der nächste große Bühnenerfolg wurde „Der Hauptmann von Köpenick“. Satirisch betrachtete er hier den Militarismus und Bürokratismus der Preußen. 1931 fand die Uraufführung statt. Ein Jahr danach erschien die Novelle „Die Affenhochzeit“.

Zuckmayer erhielt als Nachkomme einer Mutter, die Jüdin war, und durch sein gegnerischen Auftreten gegenüber des NS-Regimes ein Aufführungsverbot, wodurch sich seine finanzielle Situation drastisch verschlechterte. Da er in Deutschland zu dieser Zeit als ein nicht erwünschter Autor galt, zog er mit seiner Familie nach Österreich. Zuckmayer übte harsche Aburteilung an der nationalsozialistischen Herrschaft und so wurde sein Werk in die“Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen. In diesem, als Gesamtverbot zu wertenden Hieb gegen ihn, wurde dem Schriftsteller im Mai 1939 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

1939 emigrierte der Autor mit seiner Familie auf Umschweifen in die USA. Er bemühte sich auch hier als Schriftsteller, doch es gelang ihm nicht. Nach diese Zeit ging er mit seiner Frau nach Vermont und arbeitete dort als Bewirtschafter einer Farm. In dieser schwierigen Zeit schrieb Carl Zuckmayer sein Drama „Des Teufels General“, welches er 1945 fertig stellte. In diesem Drama beschreibt er den Gewissenskonflikt eines Fliegergenerals zwischen seinem Dienst in Nazi-Deutschland und der Überzeugung seines Gewissens.
Im Jahre 1944/45, als sich das Ende des Kriegs abzeichnete, fokussierte sich der Schriftsteller wieder mehr auf seine eigentliche Berufung und fing an, sich auf die Rückkehr in seine Heimat Deutschland vorzubereiten.

Ein Jahr nach Ende des Krieges erhielt Zuckmayer die Staatsbürgerschaft von der USA und kam als Kulturbeauftragter des Kriegsministeriums nach Berlin. Sein Werk, bekannt als „Deutschlandbericht“, ist beeinflusst von dem Vernichtungswahn in seiner Heimat, es wurde jedoch erst 2004 veröffentlicht. Sein Werk „Des Teufels General“ wurde im Dezember 1946 in Zürich uraufgeführt, einen Monat davor fand die erste Aufführung im deutschen Hamburg statt. Auch seine zuvor geschriebenen Stücke wurden erfolgreich wiederaufgenommen. Seit dieser Zeit lebten Zuckmayer und seine Familie in Amerika und in Deutschland, wo er für Nachsicht für die amerikanische Fremdherrschaft warb.

Sein ganzes Leben lang bewunderte Zuckmayer den 1946 verstorbenen Gerhart Hauptmann. Dessen Familie wünschte sich die Vollendung des Stücks „Herbert Engelmann“ durch Zuckmayer, das daraufhin am Burgtheater in Wien erstmals aufgeführt wurde.

Sein Stück „Der Gesang im Feuerofen“ wurde 1950 im niedersächsischen Göttingen uraufgeführt. Seine „gesammelten Werke“ in drei Bänden erschienen im gleichen Jahr. Dies legte den Grundstein für einen festen Platz im deutschen Buchmarkt. In den Jahren nach 1950 erhielt Carl Zuckmayer unzählige Auszeichnungen für seine Werke, seine größten Erfolge feierte er mit dem Frankfurter Goethe-Preis und dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Zuckmayer war in allen Literaturarten zu Hause. Er schrieb sowohl Prosa als auch Lyrik. Aber auch Drehbücher und Dramen und somit wurde er zu einem anerkannten Volksvertreter der Literatur Deutschlands. In den USA blieb sein Handeln leider erfolglos, so dass er 1958 endgültig Amerika verließ und nach Saal-Fee in den schweizerischen Kanton Wallis zog.
Nach diesen Jahren wurde der Schriftsteller durch seine herausragende Arbeit immer mehr zu einer moralischen Autorität für Deutschland und sogar Europa.

Sein wahres Werk „Das Leben des Horace A.W.Tabor“, welches von der Karriere und dem Niedergang des amerikanischen „Silberkönigs“ erzählt, wurde 1964 in der Schweiz uraufgeführt. Zuckmayer erhoffte sich eine Aufführung in den USA, doch dazu sollte es nicht kommen. In dem gleiche Jahr fing Carl Zuckmayer an, an seiner Autobiographie „Als wär’s ein Stück von mir“ zu arbeiten. 1966 wurde diese veröffentlicht und blieb bis heute ein großer Erfolg. In dem Jahr der Veröffentlichung wurde dem Autor und seiner Frau die schweizerische Staatsbürgerschaft zuerkannt.
Am 18. Februar 1977 starb der Ausnahmeschriftsteller nach kurzer Krankheit in Wallis. Sein Grab befindet sich an seinem ehemaligen Wohnort in Saas-Fee.

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