Claim Management in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition: Claim Management

Übersetzt bedeutet es Nachforderungsmanagement und ist vorwiegend bei Großprojekten vorzufinden. Beim Claim Management geht es um die Irregularitäten die ein Vertrag nicht berücksichtigt und wie die Vertragspartner damit umgehen.

Zweck des Claim Management

Das Claim Management soll den Zweck der Einvernehmlichkeit bei Abweichungen erfüllen. Sowohl Auftraggeber wie auch Auftragnehmer, also beide Seiten des Vertrages, sollten über ein Claim Management verfügen. Dabei soll vor allem die Verwaltung und die generelle Handhabung dargelegt werden, wenn es zu Abweichungen kommt. Eine Irregularität führt dabei nicht zwangsläufig zu einem Claim.

Was kann einen Claim auslösen?

Vertragsabweichungen, können verschiedene Ursachen haben und sind vor allem bei großen Projekten nahezu unvermeidbar. Umso wichtiger ist es sich für diesen Fall ein Konzept zurechtzulegen. Mögliche Ursachen für Irregularitäten sind:

  • Ungenau formulierte Passagen im Vertrag (wie schwammig formulierte Angaben)
  • Ausführungsfehler (wie Baufehler oder Messfehler)
  • Nachträgliche Änderungswünsche (können in vielfältiger Weise auftreten)
  • Unvorhersehbare Umstände (dazu zählen Naturkatastrophen oder einfach das falsche Wetter)

Woraus besteht das Claim Management?

Das Nachforderungsmanagement setzt sich aus mehreren Schritten zusammen: Dabei ist der erste Schritt meist in einer technischen Klarstellung von Änderungen oder Erweiterungen zu sehen. Denn zuerst muss klar sein, ob und wie die Situation von der Norm abweicht. Dazu ist auch eine Prüfung des Vertrages vonnöten. Der nächste Schritt ist die Dokumentation der Anforderung. Darauf folgt eine erneute Kalkulation der benötigten Ressourcen und Leistungen. Wie bei der Auftragsvergabe selbst folgt ein Angebot des Auftragnehmers oder des Verursacher einer Änderung. Danach kann die Freigabe durch den Auftraggeber oder den Verursacher erfolgen. Die Änderung findet statt. Den letzten Schritt bildet das Abrechnen.

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Claim Strategien

Wie mit Nachforderungen umzugehen ist, hängt maßgeblich von der angewandten Strategie ab. Die Defensive Claim Strategie zeichnet sich dabei durch eher kulantes Verhalten und Vermeidung von Claims durch Prävention aus. Dem gegenüber steht die aggressive Claim Strategie. Claims werden beim geringsten Anlass ausgerufen und Pochen auf den eigenen Vorteil gehört zu dieser Strategie.

Zusammenfassung: Claim Management

  • Beim Claim Management handelt es sich um ein Nachforderungsmanagement.
  • Es regelt Änderungen eines Projekts, die in keinen Vertragspassagen enthalten sind.
  • Es gibt verschiedene Ursachen für Claims.
  • Das Claim Management setzt sich aus mehreren Schritten zusammen.
  • Aggressiver und defensiver Claim Strategie sind voneinander zu unterscheiden.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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