Crowding-Out Effekt in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition: Crowding-Out Effekt

Crowding-Out bezeichnet den Verdrängungseffekt. Dabei handelt es sich um die Verdrängung durch staatliche Nachfrage. Dieser Verdrängungsmechanismus kann verschieden stark ausgeprägt sein und findet sich in verschiedenen Bereichen wieder. Es gibt auch den umgekehrten Effekt, als Crowding-In bezeichnet.

Steigende Zinsen

Die Verdrängung privatwirtschaftlicher Tätigkeiten lösen zum einen die steigenden kreditfinanzierten Staatsausgaben aus. Dadurch steigt der Zinssatz für Kredite. Privatkunden können sich diese Art der Investition nicht mehr leisten. Der Staat verdrängt somit private Kreditnehmer.

Geldschöpfung

Auch durch Geldschöpfung kann ein Crowding-Out zustande kommen. So lautet eine Theorie von Wicksell und Robertson. Finanziert der Staat seine Vorhaben dadurch, dass er neues Geld drucken lässt, kann das dazu führen, dass private Haushalte ihren Konsum verringern, um den Wert der Haushaltskasse aufrecht zu erhalten. Diese Loanable funds Theorie ist jedoch umstritten

Weitere Theorien aus der Wirtschaftslehre

Das IS-LM-Modell berücksichtigt mehrere Variablen wie Gütermärkte, Finanzmärkte und Geldmärkte. Das Modell kann im zweidimensionalen Raum Volkseinkommen (x-Achse) und Zinssatz (y-Achse) dargestellt werden. Ein großes Problem bei dieser Theorie stellt die Dynamik dar und die Wirkungen auch verzögert eintreten können.

Den modernen dynamischen Markttheorien liegt eine Annahme der Ricardianische Äquivalenz zugrunde. Diese Annahme postuliert, dass sich das Senken von Steuern nicht zum Ankurbeln der Konjunktur eignet. Da die Haushalte die Ersparnis nicht ausgegeben, sondern ansparen.

Zusammenfassung: Crowding-Out Effekt

  • Beim Crowding-Out handelt es sich um einen Verdrängungseffekt.
  • Dabei verdrängt der Staat privatwirtschaftliche Tätigkeiten.
  • Der gegenteilige Effekt heißt Crowding-In.
  • Nach verschiedenen Theorien kann der Effekt sowohl durch Kredite, wie durch Geldschöpfung des Staates verursacht werden.
  • Es gibt verschiedene Ansätze die versuchen den Crowding-Out Effekt zu analysieren.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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