Das Erdbeben in Chili – Inhaltsangabe / Zusammenfassung

„Das Erdbeben in Chili“ ist eine Novelle, geschrieben durch Heinrich von Kleist, einem Dramatiker, der am 10. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren wurde und nur 34 Jahre alt wurde. Er entstammte dem alten Geldadel. In dem Buch geht es um das schreckliche Szenario eines Erdbebens von 1647 in Santiago de Chile. Zwei Liebende werden vom Schicksal verfolgt… Es geht um die Frage der Theodizee: Warum gibt es das Böse und wieso wird es von Gott nicht unterbunden?

Das Schlagwort „Theodizee“ haben wir dem letzten großen Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) zu verdanken. Das altgriechische Wort heißt „Rechtfertigung Gottes“. Es wird der Frage nachgegangen, weshalb Gott nicht verhindert, falls gutmütige Menschen Schlimmes erleben. Leibniz meinte, dass Gott »die beste aller möglichen Welten« geschaffen habe.

Nach der großen Naturkatastrophe, dem fürchterlichen Erdbeben in Portugals Hauptstadt Lissabon 1755, bei dem viele Menschen starben, wurde diese These stark angezweifelt. Denker und Dichter wie zum Beispiel Voltaire, Johann Wolfgang von Goethe, Immanuel Kant und Rousseau kommentierten auf ihre Weise. Heinrich von Kleist war von dieser Diskussion sehr angetan.

Die unerwünschte Beziehung zwischen Jeronimo und Josephe

Ort des Geschehens: Santiago de Chilo. Die Hauptpersonen sind Jeronimo Rugera, spanischer Herkunft und das Reichentöchterchen von Don Henrico Asteron, Donna Josephe. Er ist ihr Lehrer. Die beiden verlieben sich, was streng verboten ist. Nachdem sie von Josephes Bruder verpetzt werden, kann Jeronimo nicht weiter unterrichten und sie wird ins Kloster gesteckt. Trotzdem sieht sich das Paar weiter im Klostergarten.

Josephe bekommt ein Kind und Verurteilung zum Tod

Josephe erwartet ein Kind von Jeronimo. Als die Wehen einsetzen und die Geburt kurz bevorsteht, platzt ausgerechnet auf den Stufen der Kirche die Fruchtblase. Sie und ihr Angebeteter werden arrestiert. Josephe bekommt das Kind, einen Sohn, im Gefängnis und wird zum Tode verurteilt. Obwohl die Familie Asteron als auch die Äbtissin um ein milderes Urteil bitten, bleibt das Todesurteil bestehen. Daraufhin möchte Jeronimo sich im Kittchen am liebsten selbst umbringen.

Unverhofft kommt oft – unerwartete Hilfe durch die Naturkatastrophe

Genau in dem Augenblick, in dem Jeronimo vorhat, sich in seiner Zelle zu erhängen, beginnt ein Erdbeben, die dicken Mauern der Haftanstalt bersten und er ist befreit. Er bahnt sich seinen Weg durch Tote und Verwundetet bis er sich außerhalb von Santiago de Chile befindet. Er ist froh und dankbar überlebt zu haben und macht sich auf die Suche nach der Mutter seines Kindes, obwohl eine Frau ihm sagte, sie sei geköpft worden.

In der Zwischenzeit wurde Josephe ebenfalls durch das Erdbeben befreit. Sie war bereits auf dem Weg zur Guillotine. Sie holt ihr Baby (sie hat ihren Sohn Philipp genannt) aus der brennenden Abtei. Nun sucht sie den Vater ihres Kindes. Durch einen glücklichen Zufall sieht sich das Paar an einer Talquelle wieder. Jeronimo kann zum ersten Mal seinen Sohn auf den Arm nehmen. Sie planen eine Flucht nach Europa, nämlich nach Spanien.

Die Hoffnung auf ein besseres Leben in einer friedlichen Welt

Die anderen Bewohner von Santiago, die nicht tot oder verletzt sind, sind obdachlos. Auf einmal sind alle gleich in dieser Notfallsituation. Am nächsten Tag stoßen Jeronimo und Josephe auf den Adligen Don Fernando, seine Frau und dessen neugeborenen Sohn. Sie gibt ihm sogar die Brust. Alles scheint aus den Fugen geraten, kein Ständedünkel, nur Gemeinschaftssinn und Überlebensdrang sind jetzt wichtig. Die Hauptfiguren entschließen sich, beim König um Gnade zu bitten.

Das Unentrinnbare, der Schein trügt sowie der mordende Mob

Die Überlebenden des Erdbebens wollen nun zum Dankgottesdienst in die Kirche. Alles kommt anders als erwartet. Josephe wird quasi geoutet. Erst wird Don Fernando für den Vater ihres Kindes gehalten. Doch Jeronimo gibt sofort zu, Vater von Philipp zu sein. Der Mob rastet aus. Dieses uneheliche Kind ist nun plötzlich die Ursache für das Erdbeben. Don Fernandos Schwägerin wird, weil sie mit Josephe verwechselt wird, ermordet. Dann stirbt Josephe. Der Vater von Jeronimo tötet seinen eigenen Sohn. Don Fernando kann sich als einziger verteidigen und schützt die beiden Säuglinge. Dann jedoch nimmt ihm der blutrünstige Meister Pedrillo ihm Juan weg und bringt den kleinen Mann um. Dann ist die Bluttat beendet. Don Fernando zieht mit Donna Elvira Philipp wie einen eigenen Sohn auf.

Was zeichnet eine die literarische Textgattung Novelle aus?

Das Erdbeben in Chili ist ein klassisches Beispiel für eine Novelle. Vieles was eine Novelle ausmacht, wurde hier angewendet:

  • 1. Ein besonderes Ereignis.
  • 2. Realitätssinn, anders als zum Beispiel im Märchen muss alles tatsächlich möglich sein.
  • 3. Es geht nur um dieses Vorkommnis.
  • 4. Pointierter Klimas und Wendepunkt
  • 5. Realitätsnahe Schilderung, keine Wertung
  • 6. Diskussion von Ethik und Moral beziehungsweise deren Anzweiflung

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