Das Halbfabrikat in VWL leicht erklärt + Beispiel

Ein Halbfabrikat ist ein industriell hergestelltes Vorprodukt, welches zur Fertigstellung eines Vollproduktes dient. Besonders typisch sind diese Vorprodukte in der Metallverarbeitung und im Automobilbereich. Hier ist es üblich an verschiedenen Standorten unterschiedliche Teilkomponenten anzufertigen und diese zu einem späteren Zeitpunkt in das komplette Produkt zu integrieren.

Entscheiden für den Begriff des Halbfabrikats oder wie es auch genannt wird der Halbfertigprodukte ist die Tatsache, dass diese zwischengelagert werden müssen. Es ist dabei unerheblich ob das Unternehmen die Teilkomponenten selbst erzeugt oder ankauft.

Wo beginnt ein Halbfabrikat und wo endet der Rohstoffbegriff?

Um das Halbfabrikat vom Rohstoff abzugrenzen, kann man leicht die Definition selbst heranziehen. Das Halbfabrikat ist generell nicht im normalen Handel erhältlich. Es muss zunächst hergestellt und an das produzierende Unternehmen zur Vervollständigung der Produkte herangezogen werden. Ausnahmen gibt es allerdings gerade im Bereich der Stoffverarbeitung und Textilbranche.

Outsourcing und Produktion im Ausland

Heute ist es üblich geworden, seine Produkte günstiger im Ausland zu produzieren. Viele Hersteller produzieren ihre Teile auch zunächst vor Ort und transportieren diese dann ins Ausland um die Komponenten dann zusammenzufügen. Wir das fertige Produkt dann wieder ins Inland transportiert und dort vom Hersteller der Halbfabrikate veräußert nennt man diesen Prozess Outward Processing Trade.

Kosten sind hier ein wesentlicher Faktor

Jede Fertigung von Teilen ist mit Kosten verbunden. Wird das Halbfabrikat zugekauft, so entstehen dem Unternehmen die Kosten in Höhe der Summe der Halbfabrikate multipliziert mit deren Verkaufspreis. Hier lassen sich die Kosten recht einfach und nachvollziehbar festhalten. Ist das Unternehmen selbst Hersteller und vertreibt die Teilkomponenten, wird in der Regel ein Standardkostensatz angesetzt und aufs Jahr hochgerechnet.

Bei der Jahresbilanz werden dann die tatsächlichen Kosten den Kosten des Standardkostensatzes gegenübergestellt. Diese Methode ist mit Risiken verbunden, da erst im Nachhinein festgestellt werden kann, ob der angesetzte Standardkostensatz zu hoch oder niedrig angesetzt wurde. So lassen sich auf der anderen Seite aber auch Einsparungspotenziale ermitteln.

Solange die Halbfabrikate im Lager liegen, stellen sie für das Unternehmen einen Vermögenswert dar, der in der Bilanz auf der Aktivseite ausgewiesen wird.

Hier noch einmal eine Auflistung der wichtigsten Merkmale zum Thema „Halbfabrikat“:

  • Es handelt sich um industrielle Vorprodukte, die generell nicht im Handel verfügbar sind
  • Eine Abgrenzung zwischen Rohstoffen, Halbfabrikaten und dem fertigen Produkt kann je nach Branche schwierig sein
  • In der Lagerung befindliche Vorprodukte werden in der Bilanz als Aktivposten ausgewiesen

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